FAQ - 10 Fragen und Antworten zum Deutschen Bibliotheksverband und seinen Aufgaben
1. Seit wann gibt es den Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv)?
Der Deutsche Büchereiverband für Öffentliche Bibliotheken wurde am 23. Februar 1949 in Nierstein gegründet. Damals noch ohne die wissenschaftlichen Bibliotheken. Diese wurden am 13. Juni 1973 in den Verband aufgenommen. Damit einher ging die Satzungsänderung und Umbenennung in Deutscher Bibliotheksverband e. V. Der Deutsche Bibliotheksverband der DDR wurde am 18./19. März 1964 in Ost-Berlin gegründet. Nach der Widervereinigung haben sich am 28. Februar 1991 die beiden Verbände zum Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) zusammengeschlossen.
2. Wie viele Mitglieder hat der Deutsche Bibliotheksverband aktuell und wer sind seine Mitglieder?
Der Deutsche Bibliotheksverband hat über 2.000 Mitglieder. Im dbv sind Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen Deutschlands zusammengeschlossen. Gleichberechtigte Mitglieder sind große Staats- und Landesbibliotheken, Universitätsbibliotheken, die kommunalen Öffentlichen Bibliotheken, kleine Gemeindebibliotheken, Spezial- und kirchliche Bibliotheken sowie die Fachstellen für Öffentliche Bibliotheken und Ausbildungsstätten.
3. Wer kann Mitglied im Deutschen Bibliotheksverband werden?
Mitglied im dbv können alle Bibliotheken, Informationsstellen sowie weitere Einrichtungen des Bibliotheks- und Informationswesens werden, die zum Zeitpunkt der Aufnahme über mindestens 0,5 hauptamtliche Stellen für bibliothekarische Aufgaben verfügen. Wichtig ist, dass sich die Mitglieder zu den freiheitlich-demokratisch Grundwerten bekennen. Darüber hinaus kann jede natürliche und juristische Person förderndes Mitglied werden.
4. Wie ist der Deutsche Bibliotheksverband organsiert?
Der dbv setzt sich strukturell aus verschiedenen Gremien zusammen. Hierzu zählen das Präsidium, der Bundesvorstand, die Bundesgeschäftsführung, der Beirat, die 16 Landesverbände sowie als zentrales Organ die Mitgliederversammlung. Die Mitglieder gliedern sich in neun Sektionen, in denen Bibliotheken gleicher Größe oder Sparte ihre Erfahrungen austauschen und Sachfragen gemeinsam bearbeiten. Darüber hinaus arbeiten im dbv verschiedene Fachkommissionen, die Themen, Entwicklungen und Fragestellungen des deutschen Bibliothekswesens in allen Bibliothekssparten bearbeiten. Diese stehen im engen Austausch zueinander und unterstützen den Verband auf unterschiedlichen Ebenen bei der Umsetzung seiner vielfältigen Aufgaben und Ziele.
5. Welche Ziele verfolgt der Deutsche Bibliotheksverband?
Ziel des Deutschen Bibliotheksverbandes ist es, die Bibliotheken in Deutschland zu stärken, damit sie freien und flächendeckenden Zugang zu Informationen und Medien schaffen, zeitgemäße Bibliotheksangebote unterbreiten, Lese-, Medien- und Informationskompetenz fördern sowie Begegnung und gesellschaftlichen Austausch ermöglichen können. Zugleich setzt sich der dbv für klare und zeitgemäße Regelungen im Urheberrecht ein und fördert die Stärkung der Informationsinfrastrukturen für Forschung und Wissenschaft. Darüber hinaus unterstützt er Bibliotheksentwicklungspläne und -gesetze in allen Bundesländern und macht sich für ein modernes Berufsbild stark.
6. Was sind die zentralen Aufgaben des Deutschen Bibliotheksverbands?
Interessenvertretung
Der Bibliotheksverband begleitet mit seinen Gremien den Wandel im Bibliothekswesen durch Vernetzung und Impulse. Er vertritt die Interessen der Bibliotheken gegenüber Politik, Verwaltung, Medien und in der Öffentlichkeit, damit diese die Bedarfe und Interessen ihrer Nutzer*innen bedienen können. Er vermittelt durch seine Aktivitäten und Kampagnen ein zukunftsorientiertes Bild von Bibliotheken, ihren Angeboten und Gestaltungsmöglichkeiten. Um bestmögliche Rahmenbedingungen für Bibliotheken sicherzustellen, vermittelt er die Bedarfe lokaler Einrichtungen an politische Verantwortliche und unterstützt sie mit politischer Lobbyarbeit.
Plattform
Mit seinen verschiedenen Austauschformaten bietet der dbv seinen Mitgliedern und Gremien Räume des fachlichen Austauschs, des Peer-Learnings und der kollegialen Beratung an, um neue Lösungsansätze zur Weiterentwicklung von Bibliotheken zu erarbeiten. Zugleich entwickeln der Bibliotheksverband und seine Gremien für die Bibliothekscommunity Fortbildungsangebote zu ausgewählten Themen und teilen ihre Expertise. Die Gremien des dbv sind die fachlichen Seismographen der Bibliothekscommunity. Der dbv bündelt diese fachliche Expertise und nutzt sie für die Politikberatung.
Service
Mit eigenen Projekten sowie drittmittelfinanzierten Förderprogrammen ermöglicht der dbv seinen Mitgliedern Zugang zu Ressourcen und bietet Beratungsangebote für seine Mitglieder an. Poltische Handlungsempfehlungen, Stellungnahmen oder Kommunikationsmaterialien werden aufbereitet und als Handlungsgrundlage zum Beispiel für die Lobbyarbeit oder die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort an die Mitglieder weitergegeben. Förderangebote zu unterschiedlichen Themen geben Entwicklungsimpulse für einzelne Einrichtungen. Die internationale Vernetzung ermöglicht Zugänge zum Austausch mit Bibliotheken anderer Länder.
7. Welche Projekte und Programme setzt der Deutsche Bibliotheksverband um?
Seit vielen Jahren realisiert der Deutsche Bibliotheksverband mit Förderung der Kultusministerkonferenz (KMK) das Kompetenznetzwerk für Bibliotheken (knb). Dieses Netzwerk übernimmt überregionale Aufgaben in dezentraler Form und sichert unverzichtbare Dienstleistungen des Bibliothekswesens. Der dbv ist für die gesamte Koordination des Kompetenznetzwerkes für Bibliotheken zuständig und betreut außerdem die Aufgabenbereiche Internationale Kooperation, die Informationsplattform Bibliotheksportal.de sowie die EU- und Drittmittelberatung. Zudem setzt der dbv gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) die Projekte „Gemeinsam Digital“ – ein Projekt im Rahmen des Programms „Kultur macht Stark“ – sowie „Netzwerk Bibliothek Medienbildung“ um. Zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) organisiert der dbv das Projekt „Land.schafft.Demokratie“.
8. Welche Kampagnen hat der Deutsche Bibliotheksverband in den letzten Jahren initiiert?
Der dbv macht als Bundesverband der deutschen Bibliotheken mit gezielten Öffentlichkeitskampagnen wichtige Themen und Herausforderungen von Bibliotheken sichtbar. Dazu zählen u.a. die Kampagnen:
- Sonntags in die Bibliothek
- Weiter Wissen. Mit uns! Den wissenschaftlichen Bibliotheken
- Buch ist Buch
- Mein Job Bibliothek
9. Mit welchen Partnern arbeitet der Deutsche Bibliotheksverband zusammen?
Der Deutsche Bibliotheksverband arbeitet eng zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Initiative „Digital für alle“ sowie mit den Personalverbänden BIB und VDB. Außerdem kooperiert der dbv u. a. mit der Hochschulrektorenkonferenz, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz. Er arbeitet aktiv in den Gremien des Deutschen Kulturrates, der Stiftung Lesen und der Stiftung Digitale Chancen mit. Der Bundesverband ist zudem selbst Mitglied in anderen Organisationen und Verbänden, wie etwa BID – Bibliothek Information Deutschland, dem Deutschen Literaturfonds, dem Arbeitskreis für Jugendliteratur und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung. Darüber hinaus pflegt der dbv Kontakte zu den Vertretungen der Autor*innen, des Buchhandels und der Verlage.
10. Wie finanziert sich der Deutsche Bibliotheksverband?
Der dbv finanziert seine Kernaufgaben ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge. Zusätzlich werden Drittmittel für Projekte eingeworben. Auch fördernde Mitglieder aus Wirtschaft und Wissenschaft unterstützen die Arbeit des dbv.