 | Fördernewsletter 19. Juni 2026 | Editorial
Liebe Abonnent*innen der Fördermittelliste,
vor 30 Jahren gründete der Bertelsmann-Unternehmer Reinhard Mohn (1921–2009) in Gütersloh die erste Bürgerstiftung Deutschlands. Heute engagieren sich bundesweit 435 dieser lokal verankerten Stiftungen für Bildung, Kultur, Teilhabe, Zusammenhalt und ein lebendiges Gemeinwesen (Bericht Bürgerstiftungen in Europa). Getragen werden sie von Menschen, die Vermögen, Zeit, Ideen und Netzwerke dauerhaft für ihre Stadt oder Region einbringen.
Dass diese lokal verankerten Akteurinnen hohes Vertrauen genießen und auch überregional wahrgenommen werden, zeigt aktuell die Aktion „Bänke für Begegnung“ der Software AG – Stiftung. Im Rahmen der Initiative können sie sich als Standort- oder Förderpartnerinnen beteiligen und öffentlich zugängliche Bänke, die mit eingravierten Fragen zum Austausch einladen, ermöglichen. Ein solcher Ort wäre auch vor einer Bibliothek gut denkbar, schließlich sind Bibliotheken tief im Gemeinwesen verankert, teilen viele Anliegen von Bürgerstiftungen.
Welche Kooperationen darüber hinaus entstehen könnten, zeigte die virtulle knb-Veranstaltung „Bibliotheken und Bürgerstiftungen: eine Allianz der Zukunft?“ vom 16. April 2024 (Mitschnitt).
Apropos Online-Seminar: Aktuell planen wir im Kompetenznetzwerk für Bibliotheken die Qualifizierungsangebote für das kommende Jahr. Dabei möchten wir Ihre Interessen und Bedarfe gern einbeziehen, uns daran orientieren. Zu diesem Zweck haben wir eine kurze Umfrage vorbereitet, die Sie gern bis 03. Juli beantworten können. Ihre Rückmeldungen helfen uns, passende Themen rund um Fördermittelakquise, Kooperationen und Projektentwicklung aufzugreifen und unser Angebot für Sie bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
Wir freuen uns sehr über Ihre Einschätzungen und sind gespannt auf Ihre Themenwünsche.
Ihre EU- und Drittmittelberatung
Kompetenznetzwerk für Bibliotheken (knb)
Deutscher Bibliotheksverband e.V. (dbv)
| Inhalt1. Stiftung Deutsches Hilfswerk: Projektförderung 2. Bundesstiftung Aufarbeitung: Förderung von Vermittlungsprojekten 3. Förderung von Austausch zu Sammlungen und Archivalien 4. Gesellschaftlicher Zusammenhalt – vor Ort.Vernetzt.Verbunden 5. Globales Lernen im ländlichen Raum 6. Datenspeichersysteme zur Stärkung der NFDI 7. Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung 8. Bewahrung der Erinnerungskultur in Berlin 9. Unterstützung der Provenienzforschung zu NS-Raubgut 10. Erweiterte Finanzierungsmöglichkeiten für Forschungsgroßgeräte 11. Ausschreibungen der „Kultur macht stark“ – Programmpartner*innen 12. MIXED UP Preis für kulturellen Ganztag 13. Stärkung bedeutender Kulturorte 14. Neue Plattform für digitales Kulturerbe 15. Frag die NKS: Antragserfahrungen aus Cluster 2 | | | Stiftung Deutsches Hilfswerk: Projektförderung | Die Stiftung Deutsches Hilfswerk unterstützt mit Zweckerträgen der Deutschen Fernsehlotterie soziale Vorhaben in ganz Deutschland. Gefördert werden gemeinnützige Projekte in den Bereichen Soziales, Quartiersentwicklung, Digitalisierung und soziale Innovationen, die gesellschaftliche Herausforderungen aufgreifen und nachvollziehbare Wirkungen entfalten. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen mit passender Satzungsbindung und gesicherter Finanzierung. Vor der eigentlichen Projektbewerbung prüft die Stiftung im Förderportal, ob die Organisation grundsätzlich förderfähig ist, bspw. anhand von Gemeinnützigkeit, Registerauszug und Satzungszweck. Diese Prüfung muss bis zum 24. Juni 2026 positiv abgeschlossen sein; danach ist eine Antragstellung möglich.
| | Quelle/ Weitere Informationen |
| | Bundesstiftung Aufarbeitung: Förderung von Vermittlungsprojekten | Die Bundesstiftung Aufarbeitung fördert Vorhaben juristischer Personen des öffentlichen und privaten Rechts, die Ursachen, Geschichte und Folgen kommunistischer Diktaturen sichtbar machen und eine kritische Erinnerungs- und Gedenkkultur stärken. Unterstützt werden Veranstaltungen, Publikationen und Medienangebote, die wissenschaftliche Perspektiven, politische Bildung und öffentliche Vermittlung verbinden. Damit eröffnet die Förderung auch Bibliotheken Spielräume, historische Aufarbeitung durch Ausstellungen, Lesungen, Gespräche oder digitale Formate einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Für Projekte über 60 000 Euro gilt der 30. Juni, für Vorhaben bis 60 000 Euro der 31. August des Vorjahres als Einreichfrist.
| | Quelle/ Weitere Informationen |
| | Förderung von Austausch zu Sammlungen und Archivalien | Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) vergibt über die Alexander Rave-Stiftung Stipendien für Kulturtätige mit dauerhaftem Wohnsitz in einem Land der DAC-Liste, also in Staaten und Gebieten, die von der OECD als Empfänger öffentlicher Entwicklungszusammenarbeit geführt werden. Gefördert werden drei- bis sechsmonatige Aufenthalte an deutschen Gastinstitutionen, die transkulturellen Austausch über Kulturgüter, Sammlungen und Archivalien ermöglichen und Transformationsprozesse in Museen und Ausstellungshäusern begleiten. Im Mittelpunkt stehen kulturelle Teilhabe, Nachhaltigkeit, diskriminierungsfreie Räume und dekoloniale Praxis. Für Bibliotheken kann das Programm relevant sein, sofern sie mit Sammlungen oder Archivalien arbeiten und als geeignete Gastinstitution auftreten. Bewerbungsfrist ist der 30. Juni 2026.
| | Quelle/ Weitere Informationen |
| | Gesellschaftlicher Zusammenhalt – vor Ort.Vernetzt.Verbunden | Das Bundesprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – vor Ort.Vernetzt.Verbunden.“ stärkt im Auftrag des Bundesministeriums des Innern Projekte, die Integration als gemeinsame Aufgabe im unmittelbaren Lebensumfeld gestalten. Gefördert werden neu konzipierte Vorhaben, die Begegnung ermöglichen, lokale Strukturen interkulturell öffnen, Ehrenamt fördern, Sprachpraxis unterstützen und Diskriminierung, Rassismus oder Antisemitismus entgegenwirken. Im Mittelpunkt stehen tragfähige Ideen mit klarer Verankerung in Stadtteil, Kommune oder Nachbarschaft; der Projektstart ist zum 01. Januar 2027 vorgesehen. Interessenbekundungen sind bis zum 30. Juni 2026 einzureichen.
| | Quelle/ Weitere Informationen |
| | Globales Lernen im ländlichen Raum | Das Forum für internationale Entwicklung + Planung (finep) unterstützt kleinere zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland, die junge Menschen im ländlichen Raum für globale Zusammenhänge sensibilisieren. Gefördert werden Bildungs-, Kampagnen- und Vermittlungsprojekte, die Fragen von Bodenschutz, gerechter Verteilung von Bodenressourcen und globaler Gerechtigkeit aufgreifen und Bezüge zum Globalen Süden herstellen. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen mit höchstens zehn bezahlten Vollzeitstellen; der Zuschuss beträgt 7 000 bis 9 000 Euro. Einreichfrist ist der 07. Juli 2026, 17:00 Uhr.
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| | Datenspeichersysteme zur Stärkung der NFDI | Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt in enger Abstimmung mit Bund und Ländern den Ausbau von Datenspeichersystemen an deutschen Hochschulen zur Stärkung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Gefördert werden Investitionen in Speichersysteme und ergänzende Compute-Ressourcen, die Bedarfe eines oder mehrerer NFDI-Konsortien abdecken. Antragsberechtigt sind Hochschulen, die solche Infrastrukturen für die NFDI betreiben oder planen; die Finanzierung erfolgt hälftig mit Landesmitteln. Absichtserklärungen sind bis zum 14. Juli 2026, Vollanträge bis zum 06. Oktober 2026 einzureichen.
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| | Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung | Der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung unterstützt in Treptow-Köpenick kleinere Kooperationsprojekte, die jungen Menschen bis 27 Jahre neue Zugänge zu Kunst und Kultur eröffnen. Gefördert werden zeitlich befristete Vorhaben aller Sparten bis maximal 5 000 Euro, die künstlerische Praxis, kulturelle Teilhabe und einen reflektierten Umgang mit Diversität stärken. Antragsberechtigt sind gemeinsame Vorhaben von Kulturakteur*innen sowie Bildungs- oder Jugendeinrichtungen; mindestens ein Partner muss im Bezirk verortet sein. Einreichfrist ist der 15. Juli 2026.
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| | Bewahrung der Erinnerungskultur in Berlin | Das Land Berlin fördert zeitgeschichtliche und erinnerungskulturelle Projekte, die sich aus der historischen Verantwortung der Stadt heraus mit Fragen von Geschichte, Gegenwart und öffentlichem Gedächtnis befassen. Unterstützt werden Vorhaben, die im bestehenden Fördertableau bislang nicht ausreichend berücksichtigt werden und im Förderjahr in Berlin sichtbar werden. Antragsberechtigt sind öffentliche und private Institutionen, Vereine, fachspezifische Interessengemeinschaften sowie Einzelpersonen mit Berlinbezug. Der Antragszeitraum läuft vom 01. Juni bis 31. Juli 2026.
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| | Unterstützung der Provenienzforschung zu NS-Raubgut | Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördert Projekte zur Provenienzforschung zu NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut. Unterstützt werden Recherchen zu Einzelobjekten, Sammlungen und Beständen, Erstchecks, Erbenermittlungen sowie Forschung zu historischen Kontexten und Archivalien. Antragsberechtigt sind u. a. Museen, Archive, Bibliotheken, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Körperschaften, Unternehmen und Privatpersonen mit Deutschlandbezug. Kurzfristige Projekte können jederzeit beantragt werden; Fristen für langfristige Vorhaben sind der 01. April und der 01. Oktober.
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| | Erweiterte Finanzierungsmöglichkeiten für Forschungsgroßgeräte | Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) erweitert im Programm Forschungsgroßgeräte die Finanzierungsmöglichkeiten für wissenschaftliche Geräteinvestitionen an Hochschulen. Künftig können neben der Beschaffung auch initiale Wartungs-, Garantie- und Servicekosten anteilig mitfinanziert werden, sofern sie unmittelbar mit dem Erwerb eines Forschungsgroßgeräts verbunden sind. Ziel ist eine verlässliche, nachhaltige und möglichst unterbrechungsfreie Nutzung wissenschaftlicher Infrastruktur. Förderfähig sind Hochschulen; die DFG beteiligt sich weiterhin mit 50 Prozent an den Investitionskosten. Anträge können fortlaufend gestellt werden; die neue Regelung gilt ab sofort.
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| | Ausschreibungen der „Kultur macht stark“ – Programmpartner*innen | Das Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) möchte im Rahmen der mittlerweile dritten Förderphase (2023 – 2027) bildungsbenachteiligten jungen Menschen sowie Kindern- und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen mittels niedrigschwelliger außerschulischer Angebote einen Zugang zu Kunst und Kultur eröffnen.
Im Zuge dessen unterstützen die aktuell 27 Programmpartner*innen, die das gesamte Spektrum der kulturellen Bildung – angefangen von der Alltagskultur über Literatur und Musik bis hin zu Theater und Zirkus umreißen, die Umsetzung dieser Idee durch lokale Bündnisse aus mind. drei Partner*innen. Folgende Bewerbungsfristen stehen an:
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| | | MIXED UP Preis für kulturellen Ganztag | Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) loben erneut den MIXED UP Preis aus. Unter dem Motto „Für alle. Mit allen. Ganztag kulturell gestalten“ würdigt der Wettbewerb Kooperationen, die Ganztag als kreativen, partizipativen und chancengerechten Bildungsraum entwickeln. Gesucht werden laufende oder seit November 2024 abgeschlossene Projekte, Angebote oder strukturelle Ansätze, die kulturelle Bildung, Beteiligung und Kooperation überzeugend verbinden. Drei Vorhaben werden mit je 5 000 Euro prämiert. Bewerben können sich Träger aus dem Bundesgebiet gemeinsam mit mindestens einer Schule, Kita oder einem Ganztagsträger. Einreichfrist ist der 31. Juli 2026.
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| | | Stärkung bedeutender Kulturorte | Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) stellt über das Programm „Investitionen in national bedeutsame Kultureinrichtungen“ rund 27 Millionen Euro für die Förderrunde 2026 bereit. Unterstützt werden Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben an herausragenden Kulturorten in ganz Deutschland, darunter Museen, Theater, Stiftungen, historische Anlagen und Gedenkorte. Ziel ist es, Einrichtungen mit überregionaler Strahlkraft baulich und infrastrukturell zukunftsfähig zu machen. Die jeweiligen Länder beteiligen sich in der Regel in gleicher Höhe.
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| | Neue Plattform für digitales Kulturerbe | Die Europäische Kommission baut mit dem „Common European Data Space for Cultural Heritage“ den europaweiten Zugang zu digitalem Kulturerbe aus. Die neue Website bündelt Daten, Tools und Sammlungen und erleichtert deren gemeinsame Nutzung sowie Wiederverwendung. Als einer von derzeit 14 europäischen Datenräumen gilt die Initiative zugleich als wichtiger Baustein des „Culture Compass for Europe“ und stärkt die digitale Vernetzung von Kulturinstitutionen in Europa.
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| | | Frag die NKS: Antragserfahrungen aus Cluster 2 | Am 02. Juli 2026 von 13:00 bis 14:00 Uhr lädt die Nationale Kontaktstelle Cluster 2 in der Reihe „Horizont Europa? Frag die NKS!“ online über WebEx zu einem praxisnahen Einblick in die Antragstellung ein. Ein erfolgreicher Koordinator eines Cluster-2-Projekts berichtet, wie sich ein Horizont-Europa-Antrag gut vorbereiten und steuern lässt, welche Hürden im Prozess auftreten können und welche Erfahrungen für künftige Antragstellende hilfreich sind. Eine Registrierung ist erforderlich.
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