Pressemitteilung des dbv vom 23.04.2026

Jedes Jahr feiern Bibliotheken, Buchhandlungen, Autor*innen und Verlage am 23. April weltweit das Kulturgut Buch und damit den Zugang zu Wissen, Informationen und zum kulturellen Erbe. Bibliotheken halten dieses Erbe langfristig verfügbar – unabhängig von kurzfristigen Trends oder technologischen Abhängigkeiten.

Ein Beispiel: Seit 1913 sammelt die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) jedes Buch, das in Deutschland erschienen ist. Damit sichert sie einen unermesslichen Schatz der deutschen Kulturgeschichte. Neben den physischen Büchern werden dort täglich auch über 9.500 digitale Publikationen erfasst und zugänglich gemacht.

Mit Blick auf den geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und die anstehenden Haushaltsverhandlungen hatte der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Dr. Wolfram Weimer, im März den Vorstoß gemacht, den Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek anzupassen und stärker auf die digitale Sammlung zu konzentrieren.

Dazu sagt Antje Theise, Bundesvorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv): „Bücher sind Zeugnisse unserer Geschichte, unseres Denkens und unserer gesellschaftlichen Entwicklung. Natürlich erfordert der Schutz dieses Erbes auch neue Wege. Bibliotheken übernehmen hier eine Schlüsselrolle, indem sie Digitalisierungsprojekte vorantreiben und den langfristigen Zugang zu digitalen Beständen sichern. Eine ausschließlich auf digitale Bestände ausgerichtete Strategie greift zu kurz: Sie ist kein Ersatz für die Sammlung und Sicherung physischer Medien. Wir erwarten daher vom Deutschen Bundestag, dass er die nötigen Mittel für den Erweiterungsbau der DNB wie geplant zur Verfügung stellt.“

Gerade vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an die Resilienz kritischer Infrastrukturen gewinnt die Rolle von Bibliotheken als kulturgutbewahrende Einrichtungen und Garanten für Informationssicherheit und -verfügbarkeit an Bedeutung.

Dazu Antje Theise weiter: „Wir müssen die Bewahrung des Originals und den Aufbau digitaler Sicherungssysteme stärker zusammendenken. Bibliotheken stehen im Zentrum dieser Aufgabe. Nur so lässt sich gewährleisten, dass unser kulturelles Erbe auch künftigen Generationen in vollem Umfang zur Verfügung steht.“

Zum Hintergrund „Welttag des Buches“

1995 hat die UNESCO-Generalkonferenz den 23. April zum „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ ausgerufen. Seither wird er in über 100 Ländern weltweit gefeiert. Das Datum geht auf eine katalanische Tradition zurück: Zum Namenstag des Schutzheiligen St. Georg werden dort Rosen und Bücher verschenkt.

 

Pressekontakt

Kristin Bäßler
Leitung Kommunikation / Pressesprecherin
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