Deutscher Bibliotheksverband begrüßt Mittel der Bundesregierung in Höhe von 30 Millionen Euro für Forschungsdatensicherung
Nicht nur im politischen Raum verschieben sich sicher geglaubte Partnerschaften. Auch internationale Forschungskooperationen verändern sich, was Einfluss auf den Zugang von Forschungsdaten hat. Dadurch gerät auch die deutsche Forschungslandschaft unter Druck.
Wie die Bundesregierung nun in einer parlamentarischen Antwort des Bundestages mitgeteilt hat, stellt sie 30 Millionen Euro für die Forschungsdatensicherung bereit. Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) begrüßt das Engagement der Bundesregierung, Mittel zur Stärkung der Datensouveränität Deutschlands zur Verfügung zu stellen.
Wissenschaftliche Bibliotheken sind zentrale Infrastrukturen für den Zugang zu Forschungsdaten und damit wichtige Akteure zur Sicherung der Datensouveränität sowohl im nationalen Kontext als auch auf EU-Ebene. Sie unterstützen Forschende dabei, ihre Daten langfristig vorzuhalten und sie für alle nutzbar zu machen. Zugleich bieten Bibliotheken Verfahren, Werkzeuge und Infrastrukturen sowie Beratungs- und Schulungsangebote zum Forschungsdatenmanagement an. Vor allem frei zugängliche medizinische Informationsangebote und Recherchequellen, wie sie unter anderem die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) seit Jahren sehr erfolgreich zur Verfügung stellt, sind von zentraler Bedeutung für den Forschungsstandort Deutschland.
Dazu Antje Theise, Bundesvorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv): „Im Zuge der digitalen Transformation entstehen in der Forschung riesige Mengen an Daten, die wir für Wissenschaft, Forschung und damit für Fortschritt und Innovation benötigen. Die aktuelle politische Lage macht deutlich, wie fragil der Zugang zu Daten sein kann. Forschungsdateninfrastrukturen wie Bibliotheken müssen daher in die Lage versetzt werden, unabhängig zu arbeiten, um die Sicherung, Erschließung und dauerhafte Zugänglichkeit wissenschaftlicher Informationen zu gewährleisten. Bibliotheken sind gemeinwohlorientierte Institutionen, die nicht dem Markt unterworfen sind. Damit sind sie ein tragendes Fundament und eine kritische Infrastruktur für die Sicherung von Forschung und ermöglichen einen souveränen Zugang zu Daten. Im Widerspruch dazu stehen teils massive Mittelkürzungen in diesem Bereich. Exemplarisch zeigt der drastische Rückgang institutioneller Förderung bei ZB MED, wie schnell unverzichtbare Forschungsinfrastrukturen unter Druck geraten können – mit unmittelbaren Folgen für die Forschungssicherheit in Deutschland."
Zum Hintergrund
Die Bundesregierung unterstützt die Sicherung wichtiger Forschungsdatenbestände mit insgesamt ca. 30 Millionen Euro, die über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren vergeben werden. Ergänzend zur Förderung des Auf- und Ausbaus der notwendigen Infrastruktur wurde eine Taskforce eingerichtet, die die Koordinierung auf nationaler Ebene übernimmt und den Gesamtprozess auf europäischer sowie internationaler Ebene abstimmt.
Pressekontakt
Deutscher Bibliotheksverband e.V. (dbv)
Kristin Bäßler, Leitung Kommunikation / Pressesprecherin
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