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Susanne Brahms studierte nach ihrem Abitur 1984 Mittlere und Neuere Geschichte sowie Französisch und Politik in Göttingen und Freiburg. Im Anschluss an ihr Volontariat bei Radio Bremen 1989 folgte die freie Mitarbeit in der Nachrichtenredaktion des Senders. Seit 2000 erarbeitete sie diverse Dokumentationen für Radio Bremen, NDR, ARTE und die ARD und ist seit 2008 stellvertretende Abteilungsleiterin von buten un binnen. Freie Autorin und Redakteurin für Radio Bremen in der Abteilung Dokumentationen und Feature ist sie seit 2012. Für ihre Dokumentation "Bücherjäger" erhielt Brahms 2018 den Silver Plaque auf dem Chicago International Film Festival. Im selben Jahr wurde sie für die Dokumentation "Unsere Städte nach '45" für den Grimme-Preis nominiert. Susanne Brahms lebt und arbeitet in Bremen. 

Aus der Jurybegründung:

„In dem Arte-Beitrag „Bücherjäger“ vom 17.10.2017 begleitet die freie Autorin Susanne Brahms den Benediktinermönch Columba Stewart aus Minnesota, USA, der seit über 30 Jahren durch die Krisenregionen der Welt reist. Er sucht alte Manuskripte, zum Beispiel im Irak, wo es ihm gelungen ist, eine uralte Klosterbibliothek digitalisieren zu lassen. Im Irak unterstützt er auch den Dominikanermönch Najeeb Michael, der seine Bibliothek bereits zweimal unter dramatischen Umständen vor dem Zugriff radikaler Islamisten gerettet hat. 

Susanne Brahms zeigt mit ihrem Beitrag anschaulich und spannend, wie diese modernen Bücherjäger auch im 20. Jahrhundert Kulturgut retten. In der Vielvölkerstadt Sarajevo bestand beispielsweise eines der Kriegsziele in den 1990er Jahren darin, die Erinnerung an das Zusammenleben der Ethnien auszulöschen: Die Armee der bosnischen Serben schoss deshalb die Nationalbibliothek und das Orient-Institut in Brand. Susanne Brahms besuchte für ihren Film Mustafa Jahic, der damals Bibliothekar der letzten Handschriftensammlung Sarajevos war und 20.000 Manuskripte aus dem Mittelalter in Bananenkartons rettete, die er achtmal unter Lebensgefahr durch die eingekesselte Stadt trug. 

Der Film „Bücherjäger“ ist eine behutsame Dokumentation über die historische Funktion von Bibliotheken, die heute, vor dem Hintergrund von Krieg und Zerstörung, kaum aktueller sein könnte: Das Wiederherstellen von Handschriften in mühevoller Kleinstarbeit und unter schwierigsten Bedingungen, die Digitalisierung und das Bewahren von kulturellem Erbe werden in dem Film sehr persönlich anhand der Figuren erzählt. Damit ist es Susanne Brahms nach Auffassung der Jury gelungen, einer breiten Fernsehöffentlichkeit die Bedeutung von Wissenszugänglichkeit und dem Bewahren von kulturellem Gedächtnis zu eröffnen.“

Preisverleihung des Publizistenpreises 2019: Dr. Klaus-Rainer Brintzinger, Susanne Brahms, Dr. Dirk Wissen, Barbara Lison (v.l.n.r.)
Susanne Brahms, Publizistenpreisträgerin 2019