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Dienstag 10.07.18

10 Jahre Thüringer Bibliotheksgesetz - Fundament für eine zukunftsfähige Bibliothekslandschaft

Pressemitteilung des LV Thüringen

„Bibliotheken – öffentliche wie wissenschaftliche – sind fester Bestandteil der Bildungs- und Kulturlandschaft in Thüringen. Ihrem Selbstverständnis entspricht es, den sich ständig verändernden Lebenswelten ihrer Nutzerschaft gerecht zu werden und zielgruppengerechte Angebote zu schaffen. Damit gebührt ihnen jetzt und in Zukunft ein fester Platz auf der politischen und gesellschaftlichen Agenda“, betont Milena Pfafferott, Vorsitzende des Landesverbands Thüringen des Deutschen Bibliotheksverbands, und greift damit eine Forderung des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler auf, der bereits im Oktober 2007 anlässlich der Wiedereröffnung der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar formulierte, dass Bibliotheken in Deutschland „auf die politische Tagesordnung“ gehörten. Dieses Statement brachte vor knapp zehn Jahren Fahrt in eine Debatte, die im Juli 2008 schließlich in die Verabschiedung des ersten Bibliotheksgesetzes in Deutschland mündete. Thüringen nahm damit eine Vorreiterrolle in Deutschland ein, seither folgten mit Sachsen-Anhalt und Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein vier weitere Bundesländer mit eigenen Bibliotheksgesetzen dem Vorbild. Das 10-jährige Jubiläum bietet Gelegenheit zur Rückschau auf die Entstehungsgeschichte und Anlass für einen Blick in die Zukunft.

Die Initiative des Landesverbands Thüringen des Deutschen Bibliotheksverbands, der einen ersten Entwurf bereits im März 2006 präsentierte, zielte unter anderem auf ein klares Bekenntnis des Freistaats ab, seine reiche Bibliothekslandschaft zu erhalten. Das am 04.07.2008 verabschiedete Gesetz greift wichtige, wenn auch nicht alle Inhalte des Entwurfs auf. So betont es die Bedeutung der Bibliotheken als Bildungseinrichtungen, Partner für lebenslanges Lernen sowie ihren Stellenwert für gesellschaftliche Integration. Aspekte der Finanzierung und Förderung werden zwar benannt, jedoch bleibt das Gesetz in diesem Bereich hinter den Forderungen des ursprünglichen Entwurfs zurück. Die Landesfachstelle für Öffentliche Bibliotheken hat sich etabliert und ist mit ihren vielfältigen Dienstleistungs- und Beratungsangeboten aus der Thüringer Bibliothekslandschaft nicht mehr wegzudenken. Die Mittel der Landesförderung ermöglichten unter anderem die Einrichtung und den Betrieb des thüringenweiten Onleihe-Verbunds ThueBIBNet, dem inzwischen knapp 50 Bibliotheken angehören. Auf Basis des Gesetzes wurden wichtige Umsetzungselemente, wie ein Bibliotheks-entwicklungsplan und ein Qualitätsmanagementsystem für Öffentliche Bibliotheken, entwickelt. Sabine Brunner, die Leiterin der Landesfachstelle, bezeichnet das Gesetz und seine Ableitungen daher als „ein für die Öffentlichen Bibliotheken zukunftsträchtiges Werk“.

Das Bibliotheksgesetz hat vor zehn Jahren die Basis für eine stabile und lebendige Bibliothekswelt in Thüringen geschaffen. Nach Ansicht des Thüringer Bibliotheksverbands ist dies jedoch kein Grund, sich zurückzulehnen, sondern ist eher Anlass für weitere Anstrengungen, denn finanzielle, personelle oder infrastrukturelle Schwierigkeiten gehören immer noch zum Alltag vor allem öffentlicher Bibliotheken. Außerdem sind hochschulpolitische Entwicklungen, wie z. B. das Ergebnis der im nächsten Jahr anstehenden Evaluation des Kooperationsverbundes der Thüringer Hochschulbibliotheken, zu berücksichtigen. Der andauernde und lösungsorientierte Austausch mit allen Akteuren wird daher auch in Zukunft essentiell sein, um gute Rahmenbedingungen für den Auf- und Ausbau einer leistungsfähigen und modernen Bibliotheklandschaft in Thüringen zu schaffen.

Dateien:
pressemitteilung 10jahre bibliotheksgesetz (171 kB)