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Donnerstag 20.10.11

Neues vom dbv-Landesverband Rheinland-Pfalz

Pressemitteilung des LV Rheinland-Pfalz

Neues vom dbv-Landesverband Rheinland-Pfalz

Der dbv-Landesverband Rheinland-Pfalz hat am 17. Oktober 2011 in der Fachhochschulbibliothek des Umweltcampus Birkenfeld seine diesjährige Mitgliederversammlung durchgeführt. Unter der Leitung des Vorsitzenden Manfred Geis, MdL, fanden sich die Leiterinnen und Leiter der rheinland-pfälzischen Mitgliedsbibliotheken des Verbandes zum Jahrestreffen zusammen und berieten eine Reihe von aktuellen, teils bildungspolitisch problematischen Bibliotheksthemen.

Zum Auftakt der Tagung stand unter dem Logo „dbv-Bibliotheksforum" ein Vortrag von Professorin Inka Tappenbeck von der Fachhochschule Köln auf dem Programm. Sie referierte über den berufsbegleitenden Master-Studiengang, der seit 2009 am Institut für Informationswissenschaften als Weiterbildungsstudium für in der Bibliothekspraxis tätige Diplom- und Bachelor-Fachkäfte an-geboten wird. Das viersemestrige Studium qualifiziert Bibliothekare und andere Fachwissenschaft-ler für höherwertige Aufgaben vor allem im Management mittlerer und großer öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliotheken, es ist praxisnah organisiert und kann parallel zur Berufstätigkeit mittels Präsenzphasen in Köln und häuslicher Lern- und Projektarbeit absolviert werden. (Der Powerpoint-Vortrag ist als pdf-Datei auf der dbv-Seite 'Fortbildung LV Rheinland-Pfalz' abrufbar!)

Der Jahresbericht des Vorstands beleuchtete wichtige Vorhaben, die vom Bibliotheksverband in den letzten zwölf Monaten mit initiiert, vorbereitet oder unterstützt worden sind: Dazu zählen die Bibliothekstage 2010, die Wahlprüfsteine an die Parteien im Vorfeld der Landtagswahl im März 2011, die Zuarbeit für den späteren rot-grünen Koalitionsvertrag beim Thema Bibliotheken, die Lobby-Zusammenarbeit mit den Landesverband der Volkshochschulen und die Planungen für ein bibliothekspolitisches Spitzengespräch der drei bibliothekarischen Verbände mit der Bildungs-ministerin und dem Kulturstaatssekretär in Mainz, das nunmehr für den 23. November 2011 terminiert ist. Für 2012 stehen die Vorbereitungen für die nächsten Bibliothekstage an.

Der dbv-Vorstand sucht die Zusammenarbeit mit dem VHS-Verband, weil dieser eine starke politische Lobbystellung im Land hat, mit der Landespolitik und den Kommunen gut vernetzt ist und der dbv die Bibliotheken gerade auf dem Bildungssektor fester verankern möchten. Die im Entwurf vorlegte „Grundsatzvereinbarung", die zur engeren Kooperation am Ort und überörtlich beitragen und von beiden Verbänden bald unterzeichnet werden soll, wurde vom Plenum als Schritt in die richtige Richtung verabschiedet. Im Entwurf heißt es: „Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen der Zusammenarbeit rufen die beiden Verbände der Volkshochschulen und der Bibliotheken in Rheinland-Pfalz ihre Mitgliedseinrichtungen ausdrücklich dazu auf, die folgenden Arbeitsfelder durch vielfältige Kooperationsformen auszubauen und zu stärken, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern jeden Alters im Sinne des lebensbegleitenden Lernens zukunfts-orientierte Angebote zu machen:
• Vermittlung von Informationskompetenz,
• Vermittlung von Lernstrategien und Selbstlernkompetenzen,
• Sprach- und Leseförderung"

Mit wachsender Sorge betrachtet der dbv-Landesverband hingegen die Entwicklung in den Ge-meinden, Städten und Landkreisen, die sich dem „Entschuldungsfonds" (KEF) des Landes an-schließen wollen, denn die Sparauflagen der Aufsichtsbehörden bedrohen im schlimmsten Fall die Existenz kommunal getragener Öffentlicher Bibiotheken. Der Rotstift kappt nahezu immer die so-genannten „freiwilligen Leistungen" in den betroffenen Kommunen und Kreisen, zu denen die Öffentlichen Bibliotheken als Kulturaufgabe gehören. Dabei wird meist übersehen, dass Biblio-theken in Ergänzung zu den Kindergärten, Schulen und Volkshochschulen längst wichtige Bildungsaufgaben erfüllen, sie zur Sprach- und Leseförderung elementare Dienste leisten und zur Integration der Menschen mit Migrationshintergrund beitragen. Eine gemeinsam verabschiedete Resolution appelliert an die Landesregierung und die Aufsichtsbehörden und fordert, dass der Ent-schuldungsfonds nicht die wichtige und erfolgreiche Bildungsarbeit der Bibliotheken zerstören darf. Weitere Kürzungen würden die Funktionsfähigkeit der Bibliotheken in weiten Landstrichen in Frage stelle und nicht einmal mehr die Erfüllung der Basisaufgaben ermöglichen.

(gez. Jürgen Seefeldt, Geschäftsführer)

Dateien:
2011-10-20 Neues vom dbv RLP 10-2011 (27 kB)