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Montag 18.08.08

Leseabenteuer "Phantastik" - Seminar für Büchereimitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Vallendar

Pressemitteilung des LV Rheinland-Pfalz

Seit Harry Potter spätestens ist fantastistische Literatur "in", Büchereien kommen der Nachfrage kaum nach, die Büchertische in den Buchhandlungen quellen über von immer neuen, oft mehrbändigen Werken, die in die fantastischen Welten entführen.

Doch nach welchen Kriterien wählen die Büchereien die Werke aus? Gibt es gute und weniger gute Titel? Was hat es mit der beinahe "unendlichen" Faszination der Kinder und Jugendlichen für dieses Genre auf sich? Das Seminar gab einen Einblick in die grundlegenden fantastischen Strömungen der Kinder- und Jugendliteratur, von Tolkien "Der kleine Hobbit" über Michael Endes "Unendliche Geschichte" bis hin zu Terry Pratchetts "Die Farben der Magie" und Philip Ardaghs "Schlimmes Ende". Die 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 34 kirchlichen öffentlichen Büchereien erhielten einen Überblick über die wichtigen Autorinnen und Autoren und über die Titel, die das Genre prägen.

Maren Bonacker, Literaturreferentin von der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar und Johannes Rüster, Literaturwissenschaftler, erarbeiteten mit den Büchereimitarbeiterinnen und -mitarbeitern unter anderem Kriterien für die Buchauswahl aufgrund der jeweiligen Zielgruppen und des Büchereikonzeptes der Büchereiteams. Jedes Jahr erscheinen zahlreiche neue Titel. Viele variieren lediglich bereits vorhandene Handlungsmuster, gleichzeitig jedoch werden immer wieder völlig neue Themen und Titel literarisch behandelt. Die phantastische Literatur dient Kindern und Jugendlichen keineswegs nur als Fluchtmöglichkeit aus der Wirklichkeit. Zahlreiche phantastische Texte sprechen z. B. von Möglichkeiten des Erwachsenwerdens, von Mut und Freundschaft und regen zum Nachdenken oder zu Diskussionen an.

Autorin Marlene Röder, Gießen, fesselte bei der Lesung aus ihrem Erstling "Im Fluss", der bereits mit dem Hans-im-Glück-Preis der Stadt Limburg ausgezeichnet wurde.

Psychologisch fein erzählt sie darin von Mia, Alexander und Jan, drei Jugendlichen, die in einen gefährlichen Strudel um die geheimnisvolle Alina geraten.

Die Tagung wurde zum 23. Mal veranstaltet von der Landesarbeitsgemeinschaft kirchliche Büchereiarbeit in Rheinland-Pfalz (LAG) und gefördert vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes. Die LAG, das sind die sieben evangelischen und katholischen Fachstellen für Büchereiarbeit in Rheinland-Pfalz, vertritt die Interessen der 470 evangelischen und katholischen öffentlichen Büchereien im Lande. Die beiden Kirchen stellen in Rheinland-Pfalz ca. 50 % der öffentlichen Büchereien und leisten damit einen erheblichen Teil der Literatur- und Medienversorgung. 2.800 ehrenamtlich engagierte Männer und Frauen betreuen die Büchereien und sprechen damit jährlich mehr als 900.000 Menschen an. Im nächsten Jahr findet die LAG-Tagung zum Thema „Sachbücher und Sachbuch-Reihen für Kinder und Jugendliche" statt.

August 2008
Isolde Breuckmann, Mainz, Helga Schwarze, Düsseldorf

Dateien:
PM Rheinland-Pfalz Seminar (22 kB)