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Förderung von Bibliotheken in Krisenzeiten durch den Landesverband Niedersachsen im dbv

Die Corona-Pandemie bleibt für Bibliotheken auch 2021 eine große Herausforderung. Sie sind während des anhaltenden Lockdowns entweder geschlossen oder nur eingeschränkt nutzbar. Öffentliche Bibliotheken können als „Dritte Orte“ mit verbesserter Aufenthaltsqualität nicht wahrgenommen werden, und eine Erweiterung der digitalen Angebote bei stagnierenden Etats ist schwer umsetzbar, zumal oftmals auch die notwendige IT-Struktur fehlt. Wissenschaftliche Bibliotheken stehen als Lernorte für Studierende gar nicht oder nur in reduziertem Umfang zur Verfügung, und die Unterstützung des weitgehend digitalen Lehr- und Studienbetriebs stellt die
Hochschulbibliotheken vor neue Herausforderungen.

Es müssen folglich weiterhin kreativ alternative Wege zur Bibliotheksnutzung und
Informationsversorgung gefunden werden. Dazu will der Landesverband Niedersachsen ein zweites Mal ein Förderprogramm auflegen.

Der dbv Landesverband Niedersachsen fördert Mitgliedsbibliotheken in Niedersachsen mit je bis zu 1000.- Euro. Damit sollen besonders gelungene Projekte/ Maßnahmen/ Konzepte zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie in Bibliotheken finanziell unterstützt und gewürdigt werden. Es können mehrere Maßnahmen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern genannt werden. Im Fokus der Förderung stehen insbesondere innovative zielgruppenorientierte Angebote z. B. für Schulkinder, die wenig in die Schule gehen können.

Bibliotheken sind eingeladen, bis zum 15.03.2021 ihre Projekte mit den angestrebten Zielen vorzustellen.

Es wird gebeten, den Antrag mit folgenden Angaben zu versehen:

  • Name der Bibliothek
  • Homepage
  • Mitgliedsnummer dbv
  • Projektbeschreibung

Bewerbungen sind online an die Geschäftsstelle des Landesverbandes Niedersachsen im Deutschen Bibliotheksverband e. V. zu richten. Ansprechpartnerin: Violetta.Thyes@hannover-stadt.de

Prämierte Bibliotheken Januar 2021

Stadtbibliothek Nordhorn Die Erweiterung des Online-Angebotes, u.a. die Digitale Vorlesestunde sowie die Ermöglichung einer kontaktlosen Ausleihe, Stichwort „Bibliothek to go“ gewährleisten die wichtige Grundversorgung der Bibliotheksnutzung in den Beschränkungen der Bedingungen der Pandemie.
Stadtbibliothek Achim Bilderbuchkinos in den sozialen Medien: Mit Unterstützung einzelner Verlage konnte die Stadtbibliothek Achim mehrere Bilderbuchkinos einlesen (lassen) und die Bilder für eine begrenzte Zeit auf ihren Kanälen bei Facebook und Instagram hochladen. Auch an einem Fenster der Stadtbibliothek konnten Kinder in jeder Adventswoche einen Teil eines Bilderbuchkinos mitverfolgen und sich mithilfe eines QR-Codes vorlesen lassen.
Stadtbibliothek Wolfsburg Die Fördermittel des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen des Deutschen Bibliotheksverbandes werden für einen niedrigschwelligen Zugang zu digitaler Medienkompetenz im Bereich Kinder und Jugend eingesetzt. Mit Lizenzen für TigerBooks wird die Möglichkeit geschaffen, sich spielerisch mit digitaler Medienkompetenz auseinander zu setzen. In der Gesellschaft nehmen die Themen Gaming, Social Media und FakeNews immer mehr an Brisanz zu. Das Medienangebot der Stadtbibliothek wird zu diesen Themen kontinuierlich ausgebaut. Bibliotheken passen sich seit Jahrzehnten den unterschiedlichsten Bedürfnissen ihrer Nutzer*innen an. In Zeiten von Lockdown, Quarantäne und Einschränkungen von Begegnungen nimmt die Relevanz der digitalen Angebote der Bibliotheken immer mehr zu. Zu Beginn der Pandemie gehörte die Stadtbibliothek Wolfsburg zu einer der ersten öffentlichen Bibliotheken in Deutschland, die einen Medienabholservice einrichtete. Neben einer massiven Aufstockung der Onlinemedien konnten die Datenbanken ebenfalls eine erhebliche Zugriffssteigerung verzeichnen (Press Reader um 50%, Munzinger um 5%, NAXOS-Music Library um 30% und Brockhaus um ganze 130%). Lernende aus der schulischen Bildung und der Weiterbildung können seit April 2020, unter Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen, die Zentralbibliothek als Lernort nutzen.
Stadtbibliothek Hannover Konzepte zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie - English book club - Bestell- und Abholservice für Medien - Facebook-Adventskalender unter Einbeziehung unseres humanoiden Roboters - Literarisches Senioren-Adventscafé per Jitsi - Robo-Nutzung / Lernroboter Dash
Patientenbibliothek Klinikum Wahrendorff Seit Gründung des Klinikum Wahrendorff im Jahre 1862 steht den Patient*innen und Mitarbeiter*innen eine Bibliothek zur Verfügung. Über viele Jahre geriet sie nahezu in Vergessenheit, bis 2009. Mit neuem Konzept und aktualisiertem Medienangebot bezog die Bibliothek ihren jetzigen Standort, einem zentralgelegenen Pavillon im Park von Ilten. Zudem wurde die Bibliothek auch den Bürger*innen Iltens und Umgebung geöffnet. Eine Statistik vom Februar 2019 zählte 2.278 eingetragene Nutzer*innen. Darüber hinaus nutzen viele Besucher*innen, insbesondere aus dem Langzeitbereich, die Bibliothek auch als Treffpunkt und Kontaktstelle. Öffentliche Veranstaltungen wie Lesungen und Vorträge werben für ein vorurteilsfreies Miteinander von Psychiatrie-Betroffenen und Bevölkerung. Um den Bibliotheksbetrieb auch in Corona-Zeiten weiterhin aufrecht zu erhalten, wurde in den letzten Monaten ein Online-Katalog erstellt, der fortlaufend ergänzt wird. Auf der Homepage des Klinikum Wahrendorff können sich Interessierte über das Medienangebot informieren, das Gewünschte per Telefon oder Mail bestellen und es sich per Hauspost zuschicken lassen. Eine jüngst erstellte Broschüre „Die Bibliotheksinformationen“, die in Zukunft periodisch erscheinen wird, weist nicht nur auf die Online-Kataloge hin. Hier werden Bücher vorgestellt und jeweils eine Mitarbeiter*in des Klinikum Wahrendorff zu ihren Lesegewohnheiten interviewt. In Zukunft können über dieses Forum auch Veranstaltungen rund ums Buch beworben werden. Die Patientenbibliothek hat sich in den letzten 11 Jahren zu einer geschätzten Serviceleistung des Klinikum Wahrendorff etabliert. Zum Onlinekatalog: www.wahrendorff.de
Schulbibliothek im Hölty-Gymnasium Wunstorf Handlungsstrategie und –felder der Schulbibliothek des Hölty-Gymnasiums in Wunstorf in Krisenzeiten: nach den dramatisch spürbaren Auswirkungen der Implementierung des „Digitalpakts Schule“ ab August 2019 und während der Pandemie ab März 2020 Als traditionsreiche und zugleich innovative Schulbibliothek einer Schule mit über 1600 Schüler*innen und 120 Lehrer*innen, die im nächsten Jahr zusammen mit der Schule ihr hundertjähriges Jubiläum begeht, sah sich die Bibliothek des Hölty-Gymnasiums vor besondere Herausforderungen gestellt, um das Konzept des „Inquiry-Based Learning“ als Basis und pädagogisches Ziel der bibliothekarischen Arbeit während der Pandemie nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern auch mit Blick auf das Ende der Pandemie weiter voran zu bringen. Hierfür galt es die vier Säulen des Bibliothekskonzeptes: 1. Teaching Library – 2. Open Library – 3. Digitalisierung – 4. Aufenthaltsqualität den Erfordernissen der Pandemie anzupassen und gleichzeitig Ideen zu entwickeln und umzusetzen, um die Bibliothek auch auf lange Sicht den Anforderungen im digitalen Zeitalter und den Zielen der UN-Agenda 2020 gerecht zu werden. Unter diesen Prämissen wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Besonders innovativ könnte man alle Pilotprojekte mit diversen Partnern bezeichnen, deren Endprodukte in Form von digitalen Medienangeboten den Nutzern der Schulbibliothek und des media.labs Wunstorf im OPAC unter der Schaltfläche Digitales angeboten wurden: opac.hoelty-gymnasium.de 1. Zugang zu digitalen Fachzeitschriften für Fachbereiche im Projekt mit dem Friedrich-Verlag 2. Zugang zu E-Books und Audiobooks für die gesamten Schulgemeinschaft und die Teilnehmer des media.labs Wunstorf im Projekt mit der Stiftung Lesen und der Firma Overdrive 3. Streaming von Filmen auf der Plattform von Filmfriend, u.a. für Unterrichtszwecke im Distanzunterricht im Projekt mit der Firma Filmwerte GmbH