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Mittwoch 25.02.15

dbv Berlin begrüßt Neuausrichtung des Bestandsmanagements der ZLB

Pressemitteilung des dbv Landesverbandes Berlin

Der Landesverband Berlin des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) begrüßt die Neuausrichtung der ZLB, wie sie mit großer Mehrheit des Stiftungsrates der Zentral- und Landesbibliothek Berlin als Rahmensetzung für das zukünftige Bestandsmanagement der ZLB beschlossen wurde.
Bereits seit 1976 haben sich auf Initiative der bibliothekarischen Berufsverbände bundesweit bibliothekarische Fachleute in der "Lektoratskooperation" zusammengeschlossen,  um  den Buchmarkt unter bibliothekarischen Aspekten arbeitsteilig zu sichten und eine für öffentliche Bibliotheken qualifizierte Auswahl der in einem Breiteninteresse meistgefragten Titel zu treffen.

In der Regel wird diese Basisauswahl der Lektoratskooperation, die von der "Einkaufzentrale für Öffentliche Bibliotheken (ekz)" ausleihfertig bezogen werden kann, von den örtlichen Bibliotheken durch eigene, auf den speziellen lokalen Bedarf ausgerichteten  Titelanschaffungen ergänzt. Die von den bibliothekarischen Verbänden in Kooperation mit der "ekz" getragene Lektoratskooperation wird  jährlich evaluiert und der aktuellen Nachfrageentwicklung angepasst.

Zur Zeit sind es über 300 Bibliothekare und Bibliothekarinnen aus der ganzen Bundesrepublik,  die aus  rund 90.000 Neuerscheinungen 20.000 Titel herausfiltern und ihren Kolleginnen und Kollegen vor Ort die Arbeit der Sichtung und Klassifizierung für dieses Marktsegment abnehmen. In der Landschaft öffentlicher Bibliotheken in Deutschland ist es längst vielfach üblich, den Service der "Lektoratskooperation" für den Bestandsaufbau und Medienerwerb zu nutzen - bis hin zu vielen Großstädten wie z.B. Düsseldorf,  Hamburg,  Stuttgart,  Frankfurt a.M. mit ausgebauten Zentralbibliotheken.

Es liegt auf der Hand, dass auch die ZLB  angesichts verknappender Ressourcen ihre Personalkapazität nicht mehr in die komplette Marktsichtung und Routinearbeiten in diesem  Segment stecken sollte. Vielmehr gilt es dem digitalen Wandel sowie der sich radikal ändernden Medienlandschaft und der 'Stadt im Wandel' durch die Entwicklung neuer nutzerorientierter Services zu begegnen.

Der Landesverband Berlin des dbv begrüßt deshalb die geplante 'Konzentration der Kräfte' und schwerpunktmäßige Investition von personellen Ressourcen in der ZLB für neue und intensivierte Publikumsservices und Dienstleistungen im Verbund der Öffentlichen Bibliotheken (VÖBB), die mit dem vorliegenden Konzept einhergehen, und verspricht sich aus seiner Umsetzung in der Folge eine deutliche Stärkung der Zentral - und Landesbibliothek Berlin.

Auch die Sektion I (Großstadtbibliotheken) des dbv unterstützt die Konzeption der ZLB, da sich die Mischung aus standardisierter Beschaffungspolitik und lokaler, individueller Ergänzung in Deutschland sowohl als effizient als auch als kundenorientiert erwiesen hat.

Das Berliner Öffentliche Bibliothekswesen braucht eine starke, fachlich kompetente ZLB als gemeinsames Servicezentrum und als zentralen Motor für Innovation. Die Berliner Bürgerinnen und Bürger brauchen die ZLB als einen öffentlichen 'Bibliotheksraum', der sich über ein aktuelles, differenziertes und den Nutzerbedürfnissen entsprechendes Medienangebot hinaus vor allem als Dienstleister für das Publikum versteht.

Der Landesverband Berlin des dbv fordert das Land Berlin und den Stiftungsrat der ZLB auf, die Öffentliche  Zentralbibliothek Berlins in diesem Sinn zu fördern und zu fordern.

Der Deutsche Bibliotheksverband e.V.
Im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) sind ca. 2.100 Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen Deutschlands zusammengeschlossen. Der gemeinnützige Verein dient seit 65 Jahren der Förderung des Bibliothekswesens und der Kooperation aller Bibliotheken. Sein Anliegen ist es, die Wirkung der Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken. Zu den Aufgaben des dbv gehören auch die Förderung des Buches und des Lesens als unentbehrliche Grundlage für Wissenschaft und Information sowie die Förderung des Einsatzes zeitgemäßer Informationstechnologien.

Kontakt:
Juliane Funke, Vorsitzende Landesverband Berlin im Deutschen Bibliotheksverband e.V.  , Telefon 0163/1471054, E-Mail: julifunke51@googlemail.com
Klaus-Peter Böttger, Vorsitzender Sektion 1 im Deutschen Bibliotheksverband, Direktor der Stadtbibliothek Essen, Telefon 0201/8842000, E-Mail: Klaus-Peter.Boettger@stadtbibliothek.essen.de
Mehr Informationen: www.bibliotheksverband.de/landesverbaende/berlin.html