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Mittwoch 24.10.18

Bündnis für Bibliotheken in Baden-Württemberg gefordert

Pressemitteilung des Landesverbandes Baden-Württemberg

Anlässlich des heutigen bundesweiten „Tag der Bibliotheken“ informiert der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) über sein brandaktuell erarbeitetes Positionspapier „Gemeinsam die Zukunft von Stadt und Land gestalten – Ein Bündnis für Bibliotheken“. Es werden gemeinsame Anstrengungen von Kommunen und Land gefordert, um Baden-Württembergs Bibliotheken mit Blick auf den gesellschaftlichen Wandel sowie veränderte Bildungsbedarfe, auf Digitalisierung und auf die Sicherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse voranzubringen. Drei Gutachten hochrangiger Wissenschaftler hatten sich im Auftrag des Bibliotheksverbands mit der Situation in Baden-Württemberg befasst, ihre Analysen und Empfehlungen fließen in die Forderungen ein.

Im Vorfeld wurde das Positionspapier im Rahmen eines Parlamentarischen Abends am 10.10.2018 in der Stadtbücherei Stuttgart vorgestellt. Die anwesenden Landtagsabgeordneten machten in ihren kurzen Redebeiträgen als Vertreterinnen und Vertreter der Landtags-fraktionen deutlich, dass sie für die Forderungen der Bibliotheken sehr aufgeschlossen sind.

Bibliotheken in Baden-Württemberg liegen sowohl als Lernorte als auch als Kultureinrichtungen ganz im Interesse der hier lebenden Menschen: landesweit werden jährlich etwa 35 Millionen Bibliotheksbesuche gezählt, Tendenz steigend.

Bibliotheken sind überhaupt weltweit die niedrigschwelligsten und am höchsten frequentierten Bildungs- und Kultureinrichtungen. Und doch gibt es auch im Ländle immer noch weiße Flecken, immer noch haben 17 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg keinen Zugang zu einer öffentlichen Bibliothek. Der Ausbau der Versorgung stagniert seit Jahren, seitdem die spezifischen Landesmittel zur Förderung der Bibliotheken in die allgemeinen Mittel des Kommunalen Finanzausgleichs eingeflossen sind. Anders auch als bei den Musikschulen oder den Volkshochschulen, die seinerzeit ebenfalls im Weiterbildungsgesetz verankert wurden, gibt es für Bibliotheken keinen leistungsspezifischen Landeszuschuss. „Wir meinen es mit der Gleichheit der Lebensverhältnisse im Land ernst und wollen mit dem Land und den entsprechenden Kommunen und Landkreisen diese Lücken schließen, dafür bedarf es landesweiter finanzieller und konzeptioneller Anreize“, führt der Landesvorsitzende Dr. Frank Mentrup aus, der auch als Präsident des Deutschen Bibliotheksverbands bundesweit engagiert ist.

Ein weiteres Thema für dieses Bündnis sollte nach Ansicht des dbv die Förderung und Begleitung der Bibliotheken in die Digitalisierung angesichts der Herausforderungen der weltweiten Informationsvernetzung sein.

Zahlreiche Bibliotheken realisieren mit großer Innovationsfreude neue Konzepte und machen digitales Lernen für breite Bevölkerungsgruppen möglich. Weniger gut finanzierte, oft auch kleinere Bibliotheken bleiben dagegen bei der Entwicklung häufig zurück, was ebenfalls zu großen Unterschieden im Land führt.

„Baden-Württemberg braucht ein Bündnis für Bibliotheken, um eine landesweite, spartenübergreifend abgestimmte Entwicklungsstrategie für seine Bibliotheken umzusetzen“, so fasst es Dr. Frank Mentrup zusammen. „Bibliotheken benötigen Unterstützung, denn die erfolgreiche Ausrichtung an veränderten Bildungsbedarfen kann nicht allein aus den Bibliotheken heraus gelingen. Deshalb müssen Rahmenbedingungen und Strukturen für alle Bibliothekssparten in den Blick genommen und gemeinsam zukunftsgerichtet gestaltet werden.“

Im Zeitalter der Digitalisierung sind Bibliotheken längst zu hybriden Orten geworden, die sowohl digitale als auch analoge Angebote zugänglich machen. Bibliotheken haben sich zu Begegnungsorten entwickelt, zu differenzierten Lernräumen, die landesweit täglich von zehntausenden Menschen aller Gesellschaftsschichten genutzt werden. Wissenschaftliche Bibliotheken stehen in der Verantwortung für eine aktive Mitgestaltung von Forschungsprozessen. Die alle Gesellschaftsbereiche umfassende digitale Transformation bringt enorme technologische, rechtliche und logistische Herausforderungen mit. Um diese zu meistern, benötigen wissenschaftliche Bibliotheken die entsprechende politische und finanzielle Unterstützung.

Für alle Zielsetzungen des Bündnisses für Bibliotheken ist es nach Ansicht des dbv auch erforderlich, die Fachstellen für Bibliotheken an den Regierungspräsidien zu stärken, den Bibliotheksverband als unabhängige hauptamtliche Vertretung der Bibliotheken mit öffentlichen Mitteln zu fördern, wie dies für den Musikschul- und Volkshochschulverband schon lange selbstverständlich ist, und die Zuständigkeit für Bibliotheken in der Landesregierung zumindest zu koordinieren. Derzeit stehen, je nach Thematik, dem Bibliotheksverband drei Ministerien gegenüber, eine einheitliche Position des Landes gibt es nicht.

Das Forderungspapier mit dem Titel „Gemeinsam die Zukunft für Stadt und Land gestalten – Ein Bündnis für Bibliotheken“ bietet viele Ansätze und konkrete Vorschläge zur Leistungssteigerung und Verbesserung der Bibliotheksangebote im Interesse der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes. Die Zusicherungen der Abgeordneten aller Landtagsfraktionen beim Parlamentarischen Abend hat eine erste wichtige Grundlage für weitere Gespräche mit Kommunen und Land geschaffen, um ein Bündnis für Bibliotheken zu schmieden. 

Weitere Informationen und das Positionspapier unter

https://www.bibliotheksverband.de/landesverbaende/baden-wuerttemberg/positionen.html

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Zum Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv):

Der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) setzt sich seit über 50 Jahren für Bibliotheken im Bundesland Baden-Württemberg ein. Er vertritt über 240 Mitglieder mit knapp 400 hauptamtlich-geleiteten Bibliotheken aller Größen und Sparten. Sein Anliegen ist es, die Wirkung von Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken. Vorsitzender des Verbandes ist Dr. Frank Mentrup.

 

Ansprechpartnerin für Rückfragen:

Andrea Krieg

Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband e.V., Geschäftsführerin

Direktorin der Stadtbibliothek Karlsruhe

Ständehausstraße 2, 76133 Karlsruhe, Tel. 0721/133-4200

geschaeftsstelle@bw.bibliotheksverband.de

www.bibliotheksverband.de/landesverbaende/baden-wuerttemberg
Geschäftsstelle des Landesverbandes, Telefon 0721/9099 700-0