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Beispiele für zeitgemäße Bibliothekskonzepte

Mit den folgenden drei Beispielen wollen wir Ihnen einen Eindruck zeitgemäßer Bibliotheksangebote vermitteln – als Inspiration für Ihre eigene Arbeit und die Antragstellung bei unserem Soforthilfeprogramm „Vor Ort für alle“. Auch in ländlichen Räumen lassen sich lebendige Kultur- und Begegnungsorte schaffen, die zum Austausch und zur kulturellen Teilhabe aller Bürger beitragen. Die genannten Bibliotheken stehen dabei stellvertretend für die vielen guten Umsetzungen zeitgemäßer Bibliotheksarbeit in kleinen Kommunen.

Aktuell empfehlen wir Ihnen zudem unter folgendem Link einen Bericht auf der Seite der Fachstelle Öffentliche Bibliotheken NRW: Die Leiterin der Stadtbibliothek Olsberg, Petra Böhler-Winterberg, erläutert hier anschaulich die Strategie und den Prozess hinter der Umwandlung ihrer Bibliothek in einen Dritten Ort.

Digitalisierung für alle: Stadtbücherei Stockach (Baden-Württemberg)

Die Stadtbücherei Stockach (17.114 Einwohner) hat sich voll und ganz den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters verschrieben. Neben der Onleihe stellt die Bibliothek einen bunten Strauß an digitalen Angeboten bereit: unter anderem stehen E-Reader, Nintendo Switch Konsolen, Tonie-Boxen, Ozobots, und Bluebots zur Ausleihe zur Verfügung oder werden in Projekten mit Schüler*innen aller Altersstufen eingesetzt.

Die Bibliothek ist per Rollstuhl zugänglich und verfügt über einen Medienrückgabekasten, der rund um die Uhr zugänglich ist. In der Bibliothek selbst laden Sofas und Sessel zum Verweilen ein und WLAN steht kostenlos zur Verfügung. Zudem gibt es vier öffentliche Internetplätze mit Druckmöglichkeit. Über ihr Angebot informiert die Bibliothek ausführlich auf einer responsiven Webseite. Hier lassen sich Informationen zu allen Angeboten abrufen, ebenso finden sich Antworten zu den häufigsten Fragen, Tipps für kostenlose digitale Angebote und ein Formular für Kritik und Anschaffungswünsche.

Die Bibliothek Stockach hat sich für die Realisierung ihrer digitalen Angebote zahlreiche Partner ins Boot geholt und zusätzliche Fördermittel akquiriert, darunter den Medienkompetenz Fund Baden-Württemberg, die Stiftung Digitale Chancen, das Bundesprogramm „Kultur macht stark“ und die Sparkasse Hegau Bodensee.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Gelungene Neuausrichtung im Bildungsforum: Gemeindebücherei Satrup (Schleswig-Holstein)

© Joachim Welding

Die Gemeindebücherei Satrup der Gemeinde Mittelangeln (5.167 Einwohner) hat etwas Außergewöhnliches erreicht: Infolge ihrer Neukonzeption im Jahr 2017 hat sich die Zahl ihrer Besucher*innen verdoppelt.

Im Bildungsforum i-Punkt teil sich die die Bücherei die Räumlichkeiten mit dem Familienzentrum, der Volkshochschule und der Touristikinformation. So können sich die Einrichtungen untereinander austauschen und auch bibliotheksferne Zielgruppen finden den Weg in die Bücherei.

Die Räumlichkeiten der Bibliothek sind mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet, die sich ein moderner Begegnungsort wünschen kann: neben einladenden Sitzgelegenheiten, freiem WLAN und zwei PC-Arbeitsplätzen mit Drucker, stehen zwei voll ausgestattete Seminarräume für Veranstaltungen und flexible Nutzungsszenarien bereit. Darüber hinaus gibt es für die „kleinen“ Bibliotheksnutzer*innen TipToi-Stifte und Tonieboxen. Die Bibliothek ist zudem an die Onleihe angeschlossen und bietet Zugang zum Film-Streaming-Dienst „Filmfriend“.

Für die erfolgreiche Integration in ein Bildungszentrum mit verschiedenen städtischen Angeboten hat die Gemeindebücherei Satrup im Jahr 2019 den Bibliothekspreis des Landes Schleswig-Holstein gewonnen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Ein Dritter Ort mit Wohnzimmercharakter: Die Stadtteilbibliothek Hubland in Würzburg (Bayern)

© Marco Heyda

Eine Bibliothek, die sich von Grund auf als Dritter Ort konzipiert hat, ist die Stadtteilbücherei Hubland in Würzburg. Diese Bibliothek befindet sich nicht im ländlichen Raum. Aufgrund Ihres Selbstverständnisses als „öffentliches Wohnzimmer“ wollen wir sie hier trotzdem aufführen, um das Konzept der Dritten Orte zu verdeutlichen. Das Konzept kann auch in Einrichtungen kleiner Kommunen verwirklicht werden.

Auch außerhalb der Personalzeiten ist diese Bibliothek gemäß dem Konzept einer „open library“ für die Besucher*innen per Büchereiausweis von 7 bis 22 Uhr zugänglich. Die Sicherheit wird in diesen Zeiten durch Videoaufzeichnung gewährleistet. In einem Maker-Space lassen sich neue Technologien wie 3D-Drucker oder Virtual-Reality-Brillen kennenlernen, eine Gaming-Ecke mit Fernseher und Sitzsäcken lädt zur Entspannung ein und an der Küchenzeile lassen sich Kaffee und mitgebrachtes Essen verzehren.

Die Bücherregale sind allesamt an den Wänden montiert, um die Innenräume für eine flexible Nutzung offen zu lassen. Die Mitwirkung der Besucher*innen ist zudem eine wichtige Säule des Bibliothekskonzepts: An einer Magnetwand können Kunden Feedback hinterlassen, ebenso finden wöchentlich Gesprächsrunden statt. Die Stadteilbibliothek Hubland ist somit ein Ort, an dem sich Menschen auch außerhalb ihrer Wohnräume wohl fühlen – ein echter Dritter Ort.

Weitere Informationen finden sie hier.