Bi­blio­the­ken und Di­ver­si­tät

Jugendliche in der Stadtbibliothek Ludwigshafen
dbv/Janko

Globalisierung, Mobilität, Migration, Digitalisierung und anderes mehr führen dazu, dass unsere Gesellschaftsstrukturen immer vielfältiger werden. Diese Vielfalt macht eine moderne Gesellschaft aus. Bibliotheken nehmen bei ihrem Bestandaufbau und ihren Programmangeboten die Bedürfnisse der Gesamtgesellschaft und damit der unterschiedlichen Zielgruppen in den Blick. Dabei gilt es, Teilhabegerechtigkeit und Chancengleichheit sicherzustellen.

Die bewusste Wahrnehmung, Anerkennung und vor allem Wertschätzung von unterschiedlichen Merkmalen und Sichtweisen von Menschen ist die Grundlage für eine gezielte Steuerung von Vielfalt und ihrer Weiterentwicklung in Organisationen. Unabhängig von unterschiedlichen Merkmalen gilt es, Chancengleichheit sicherzustellen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Vielfalt als Bereicherung und Chance zu sehen, ist der dahinterliegende Prozess. Gerade in Bibliotheken als Einrichtung zur Ermöglichung von Teilhabe durch ungehinderten Informationszugang und als soziale Treffpunkte, muss sich die soziale, demographische, kulturelle, religiöse, gesundheitliche oder sexuelle Diversität der Gesellschaft widerspiegeln.

Bibliotheken nehmen bei ihrem kundenorientierten Bestandaufbau und ihren zielgruppengenauen Programmangeboten die Bedürfnisse der Gesamtgesellschaft und damit der unterschiedlichen Zielgruppen in den Blick. Dies ist eine große Herausforderung für die Bibliotheken.

dbv-Kommission "Bibliotheken und Diversität"

Zu ihrer Unterstützung und Beratung hat der dbv daher die thematische Zuständigkeit seiner bestehenden "Kommission interkulturelle Bibliotheksarbeit" mit der beginnenden Amtszeit im Juni 2021 ausgeweitet und folgerichtig umbenannt in Kommission "Bibliotheken und Diversität". Interkulturalität bleibt als ein Teilbereich von „Diversität“ weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt.

Die Kommission konzentriert sich darauf, bibliothekarische Standards und Konzepte zu Bibliotheksangeboten für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, aber auch Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlichen Geschlechts, unterschiedlicher Religion und Weltanschauung, unterschiedlicher sexueller Orientierung sowie aus unterschiedlichen sozialen Milieus weiterzuentwickeln. Bibliotheksangebote für Menschen mit Behinderung sollen in enger Kooperation mit der Kommission kundenorientierte und inklusive Services weiterentwickelt werden.

Die Berücksichtigung von Vielfalt ist eine Querschnittsaufgabe und soll integraler Teil der täglichen Aufgaben aller in der Bibliothek Tätigen sein. Dafür sind zwei zentrale Voraussetzungen entscheidend: Alle Beschäftigten brauchen entsprechende Kompetenzen, um ihre Services von vornherein professionell an den Diversitäts-Dimensionen auszurichten. Und auch in der Zusammensetzung der Bibliotheksteams selbst soll sich die Vielfalt der Bevölkerung widerspiegeln.

Sowohl zu den Bibliotheksangeboten als auch zur Personalentwicklung und -gewinnung berät die Kommission alle Bibliotheken. Sie entwickelt entsprechende Standards, Konzepte und Services, wozu auch neue Wege für eine kooperative Bestandsnutzung und die Vernetzung von Beschaffungswegen sowie Konsortiallösungen zählen. Die Thematik "Bibliotheken und Diversität" wird von der Kommission in der (Berufs-) Öffentlichkeit vertreten, sowie deutsche Initiativen und Diskussionen in das internationale Netzwerk eingebracht.

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