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Bibliothek des Jahres 2017

Universitätsbibliothek Leipzig

Digital autonom, frei zugänglich und innovationsstark

Mit der Universitätsbibliothek (UB) Leipzig wird eine Bibliothek ausgezeichnet, die kontinuierlich auf allen wichtigen Bibliotheksfeldern Innovationen hervorbringt und Methoden der digitalen Welt nutzt, um ihre Zugänglichkeit offline wie online kontinuierlich zu verbessern.

Die Bibliothek wurde einstimmig aus einem exzellenten Bewerberfeld ausgewählt. Die Jury unter Vorsitz der dbv-Bundesvorsitzenden Barbara Lison würdigte mit dieser Entscheidung besonders, dass das der Arbeit der UB Leipzig zugrunde liegende Konzept in sich schlüssig ist und großes Potential zur Nachhaltigkeit hat. „Diese Bibliothek wird tatsächlich konsequent und tiefgreifend umgebaut, um den neuen Herausforderungen begegnen zu können, und dient so der Ermutigung anderer“, so Lison in der Jurysitzung.

„Auch der Vorschlag für eine Veranstaltung zum Themenbereich ‚Digitalisierung‘, für die ein Teil des Preisgeldes eingesetzt werden soll, ist vorbildlich: Auf der Basis von digitalen Beständen zu Luther sollen digitale Anwendungen von Programmierern, Designern und Game-Liebhabern entwickelt werden“, so Dr. Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung und Mitglied der Jury.

Alle nominierten Bibliotheken wurden nach folgenden Kriterien bewertet: die Qualität und Innovation der bibliothekarischen Arbeit, ihr kreativer Einsatz von digitalen Möglichkeiten, ihre Zukunftsorientierung, ihre nachhaltige Wirkung, ihre attraktiven Serviceleistungen, ihre medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit, ihr internationales Engagement und ihre lokale, regionale und internationale Vernetzung.

So wie die Universitätsbibliothek Leipzig grundsätzlich für alle Menschen offensteht, sind auch ihre Daten und die von ihr eingesetzte Software frei verfügbar. Die UB treibt mit ihren Open-Source-Technologien Entwicklungen für die digitale Welt voran, auch mit der Absicht, eine weitere Verbreitung und Nachnutzung dieser Werkzeuge zu ermöglichen. So hat die UB Leipzig mit EU-Projektmitteln eine eigene technische Infrastruktur geschaffen, welche die Bibliothek unabhängig vom kommerziellen Markt der Bibliothekssoftware macht, und die nun von einer Anwendergemeinschaft getragen wird. Die wesentliche Innovation dabei ist ein individuelles Metadatenmanagement mit einem eigenen Index für elektronische Artikel, der mehr als 120 Millionen Datensätze umfasst. Ein zentrales Nachweisportal für Publikationen im Bereich Kommunikation, Film, Fernsehen und Medien ermöglicht es, neue Bücher in physischer oder digitaler Form direkt dem Nutzer zu liefern.

Das Open Science Office an der UB Leipzig unterstützt die Open Access-Transformation des Publikationsmarktes und bietet forschungsunterstützende Dienstleistungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Leipzig an.

Im Bewusstsein, sich trotz langer Tradition täglich bewähren zu müssen, richtet sich die UB Leipzig als Dienstleister konsequent an den Anforderungen ihrer Nutzerschaft aus. Beispielsweise hat sie als eine der ersten Bibliotheken in 2013 mit einem nutzergesteuerten Erwerbungsverfahren begonnen; mittlerweile werden 20% der Erwerbungsmittel im Printbereich auf diese Weise eingesetzt. Mit einer seit 2008 konsequent umgesetzten e-only-Strategie bei der Lizenzierung von Zeitschriften sind heute rund 93% des Zeitschriftenbestandes ausschließlich elektronisch zugänglich.

In den letzten fünfzehn Jahren wurden knapp 50 Katalogisierungs-, Erschließungs- und Digitalisierungprojekte größtenteils mit Drittmitteln umgesetzt und die Bestände so online verfügbar gemacht. In verschiedenen Forschungsprojekten erprobt die UB Leipzig auch neue digitale Kreativräume für die „Digital Humanities“.

Um den Herausforderungen der Digitalisierung auf diese Weise begegnen zu können, hat die Bibliothek einen tiefgreifenden Personalumbau begonnen. Mit der Entwicklung und Erweiterung der IT-Abteilung zu einem Bereich „Digitale Dienste“ und der Einrichtung des Open Science Office werden zentrale Weiterentwicklungen gebündelt. Der Einsatz von Rückgabeautomaten und Selbstverbuchung entlastet das Fachpersonal und ermöglicht, die individuellen Informations- und Beratungsangebote persönlich, per Mail, Telefon oder Chat auszubauen. Neben fachspezifischen Schulungen werden jährlich über 300 Schulungen zu „Literaturverwaltung“ und „wissenschaftlichem Arbeiten“ in deutscher und englischer Sprache durchgeführt, und es werden weitere Programmformate wie die „Coffee Lectures“ oder die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ angeboten.