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Desinfektion

Uns erreichten viele Anfragen, ob das Virus beispielsweise über Bücher übertragen werden kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung  schätzt das Risiko beispielsweise für Spielzeug, Lebensmittel etc. als unwahrscheinlich ein. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.


Studie des „REopening Archives, Libraries, and Museums (REALM) Projects", Stand: 22. Juni 2020

Das „Institute of Museum and Library Services, Washington, DC“ legte in ihrer Pressemitteilung vom 22. Juni 2020 aktuelle Erkenntnisse einer Studie des „REopening Archives, Libraries, and Museums (REALM) Project“ vor, wie lange sich der Virus SARS-CoV-2, der COVID-19 auslöst, auf Materialien hält, die hauptsächlich in Archiven, Bibliotheken und Museen in Umlauf sind.

Tests auf einer Vielzahl von Oberflächen in Umgebungen mit Standard-Temperatur- und relativen Feuchtigkeitsbedingungen, wie sie typischerweise in klimatisierten Büroräumen anzutreffen sind, ergaben, dass der Virus nach einem Tag auf den Einbänden von Hardcover- und Softcover-Büchern sowie auf DVD-Hüllen nicht mehr nachweisbar war. Auf dem Papier im Inneren eines Buches sowie auf foliierten Buchumschlägen war der Virus nach drei Tagen nicht mehr nachweisbar. Ergebnisse weiterer Materialtests unter realen Bedingungen werden bis Ende Juli 2020 erwartet.

Das Projekt selbst wird u.a. unterstützt von OCLC in Partnerschaft mit Battelle, einer gemeinnützigen globalen wissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsorganisation. Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier. Über die Projektwebsite von REALM können Sie sich registrieren, um zu erfahren, wenn neue Informationen veröffentlicht werden.


Am 21.04.2020 erhielt der dbv auf Nachfrage folgenden Hinweis vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR):

Der wichtigste Übertragungsweg für das neuartige Corona-Virus ist die sogenannte Tröpfcheninfektion, bei der die Coronaviren von infizierten Menschen oder Tieren über Tröpfchen in die Luft abgegeben und anschließend eingeatmet werden. Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt.

Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich. Dem BfR sind bisher keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über diesen Übertragungsweg bekannt.

Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Oberflächen gelangen und eine Zeit lang überleben. Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird.

Die Stabilität von Coronaviren in der Umwelt hängt von vielen Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche sowie vom speziellen Virusstamm und der Virusmenge ab. Im Allgemeinen sind humane Coronaviren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen. In der Regel erfolgt die Inaktivierung in getrocknetem Zustand innerhalb von Stunden bis einigen Tagen.

Für das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zeigen erste Laboruntersuchungen einer amerikanischen Arbeitsgruppe, dass es nach starker Kontamination bis zu 3 Stunden als Aerosol, bis zu 4 Stunden auf Kupferoberflächen, bis zu 24 Stunden auf Karton und bis zu 2-3 Tagen auf Edelstahl und Plastik infektiös bleiben kann. Die in der Studie genannte Stabilität wurde im Labor unter optimalen Bedingungen (z.B. kontrollierte Luftfeuchtigkeit, Temperatur etc.) und mit hohen Viruskonzentrationen ermittelt. In der Praxis ist zu erwarten, dass die Stabilität aufgrund zusätzlicher Faktoren, wie Licht, Temperaturschwankungen und geringeren Kontaminationslevels geringer ist.

Obwohl eine Übertragung des Virus über kontaminierte Produkte unwahrscheinlich ist, sollten beim Umgang mit diesen die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht beachtet werden.


Informationen des Weltverbandes IFLA, Stand: 01.04.2020

Der Weltverband IFLA  hat eine spezielle Internetseite eingerichtet, wo viele weitere Fragen angesprochen werden. Darin heisst es zum Beispiel zum Umgang mit Materialien:

"Eine Schlüsselfrage für viele im Bibliotheksbereich betrifft das Infektionsrisiko durch Kontakt mit Materialien, die das Coronavirus tragen. Es ist klar, dass sich unser Verständnis für jeden Aspekt der Verbreitung des Virus noch in einem frühen Stadium befindet, so dass es nicht möglich ist, definitive Ratschläge zu geben, abgesehen von den allgemeinen Empfehlungen, die Hände sauber zu halten und das Gesicht nicht zu berühren.

Es gibt einige neue Forschungsergebnisse (z.B. im New England Journal of Medicine und im Journal of Hospital Infection) über das Überleben des Virus, sowohl in der Luft als auch auf verschiedenen Arten von Oberflächen. Es scheint, dass es auf Kunststoff und Stahl länger und auf Karton oder Kupfer weniger lange überlebt, obwohl diese Tests unter Laborbedingungen durchgeführt wurden und das Infektionsrisiko mit der Zeit abnimmt. Über den jüngsten Coronavirusstamm gibt es nach wie vor nur wenige Beweise, und es scheint, dass normale Reinigungsprozesse einen großen Unterschied machen. Gleichzeitig lautet die allgemeine Empfehlung, Vorsicht walten zu lassen - ein Punkt, der beispielsweise auch von der französischen Regierung aufgegriffen wird.

Wir sind uns bewusst, dass einige Bibliotheken eine Wartezeit für den Umgang mit zurückgegebenen Büchern eingeführt haben, während andere deutlich gemacht haben, dass niemand Bücher zurückgeben soll, bis sich die Dinge wieder normalisieren. Außerhalb des Bibliotheksbereichs - zum Beispiel bei der Post - scheint es keinen Rat für die Handhabung von Papier oder Karton zu geben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass andere Oberflächen - wie Türgriffe, Tastaturen, Mäuse, Spielzeug, CDs und DVDs oder VR-Headsets - den Virus in sich tragen könnten und deshalb regelmäßig gereinigt werden sollten. Aus diesem Grund hat die englische Gesundheitsbehörde Public Health England vorgeschlagen, dass das Risiko bei Karton nach 24 Stunden und bei Kunststoff nach 72 Stunden als vernachlässigbar gering eingestuft werden kann.

Wo Materialien durch die Verwendung von alkoholischen Gelen oder Reinigungsmaterialien geschädigt werden könnten, sollten grundlegende Hygienemaßnahmen ergriffen werden, wie z.B. gründliches Waschen der Hände mit Wasser und Seife, Vermeiden von Berührungen des Gesichts und Fernbleiben, wenn Symptome von COVID-19 angezeigt werden. Wie die amerikanische Kongressbibliothek betont, ist die Zeit selbst ein gutes Desinfektionsmittel."

Quelle: https://www.ifla.org/covid-19-and-libraries#understanding

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Leitfaden der „COVID-19 Guidance Cell des National Infection Service of Public Health England“, Stand: 27.03.2020

Einige Fragen, z.B. die, wie mit zurückgegebenen Medien umgegangen werden soll, beschäftigen Bibliotheken überall in der Welt. England hat beispielsweise folgenden Leitfaden der „COVID-19 Guidance Cell des National Infection Service of Public Health England“ veröffentlicht, der dem englischen Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport am 27. März 2020 mitgeteilt wurde. Darin heisst es: 

  • Das Risiko von Büchern, die mit einer Plastikhülle versehen sind, die von einer Person berührt wird, die ein möglicher COVID-19-Fall ist, ist nach 72 Stunden vernachlässigbar.
  • Das Risiko bei Büchern mit Papp-/Papierumschlag ist nach 24 Stunden vernachlässigbar.

Quelle: https://www.cilip.org.uk/news/493378/CILIP-Coronavirus-Information-Service.htm

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Hinweise des St. Michaelsbund

Der St. Michaelsbund hat nützliche Hinweise zur Desinfektion von Büchern zusammengestellt. Das Merkblatt finden Sie hier.