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Rechtliche Fragen

Öffentliche Bibliotheken und Urheberrecht: Bilderbuchkino oder Vorlesen über Website oder YouTube?

Viele Bibliotheken bieten nun ihre Veranstaltungen zum Bilderbuchkino oder Vorlesestunden online an. Aber was müssen Bibliotheken beachten, wenn sie ein Bilderbuchkino oder das Vorlesen aus aktuellen Büchern über die Website ihrer Bibliothek oder YouTube anbieten möchten?

Bibliotheken sollten im Vorfeld ihrer Online-Veranstaltungen den Rechteinhaber um Genehmigung bitten. Rechteinhaber ist oft der Verlag, kann aber auch/und der/die Autor*in sein. Das kann ganz schnell per Email gehen. Die Öffentlichen Bibliotheken sollten dabei zum einen auf die Corona-Krise verweisen,  zum anderen auf den Vergütungsanspruch sowie den Marketing-Effekt für den/die Rechteinhaber*in.

Sind die Verlage einverstanden, dann muss der Bibliothek vom Rechteinhaber folgende Rechte eingeräumt werden:

  • Vorlesung ins Netz stellen: Das Recht der Öffentlichen Zugänglichmachung (§ 19a UrhG)
  • Vorlesung live übertragen: Das Senderecht (§20 UrhG). Livestreamings sollten in der Regel bei den jeweiligen Landesmedienanstalten gemeldet werden. Nähere Informationen dazu gibt es hier.

Beim Einblenden von einzelnen Bildern in einem Buch ist zu beachten, dass der Verlag möglicherweise nicht der Rechteinhaber ist, sondern ein Künstler*in. In diesem Falle muss zusätzlich bei der VG Bild Kunst oder bei dem/der Künstler*in gefragt werden.

Öffentliche Zugänglichmachung / Sendung

Sollten Bibliotheken ihre Online-Aktivitäten auf eine Plattform wie Youtube hochladen wollen, dann muss dies bei der Einräumung des Rechts zur Unterlizenzierung mit Nennung der jeweiligen Plattform (z.B. YouTube) und des Links zu deren Lizenzbestimmungen angegeben werden. Darüber hinaus braucht es den Hinweis, dass sich diese Lizenzbestimmungen ändern können.

Künstlersozialkasse

Wenn Bibliotheken professionellen Vorleser*innen engagieren, dann müssen sie das Künstlersozialversicherungsgesetz – KSVG beachten und hier insbesondere §§ 23-26. Lesungen in Bibliotheken können unter Öffentlichkeitsarbeit fallen, § 24 Abs.1 Nr.7.