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Pressemitteilung des LV Baden-Württemberg zum Welttag des Buches am 23.4.2017

In der 2016 zwischen Bibliotheksverband, Kommunalen Landesverbänden und Kultusministerium Baden-Württemberg abgeschlossenen Rahmenvereinbarung "Kooperationen zwischen Schulen, Kindertageseinrichtungen und Bibliotheken in Baden-Württemberg" 1) heißt es dazu:
„Bibliotheken sind Partner bei der Sprach- und Lesesozialisation, der Vermittlung von Informations- und Selbstlernkompetenz, dem Erwerb von individuellen Lernstrategien. Sie fördern medial unterstütztes und selbstbestimmtes Lernen und eröffnen damit auch Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen und sozial schwachen Milieus breite Bildungschancen.“

Bibliotheken in Baden-Württemberg bieten ein breites Spektrum von Leistungen an:

Sie halten mehr als 5 Millionen Kinder- und Jugendbücher bereit, die über 18 Millionen Ausleihen verzeichnen. Dazu kommt ein breites Angebot an Non-Book-Medien wie Hörbücher, Filme, Brett- und Computerspiele, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Nachdem Baden-Württemberg bei den aktuellen Bildungsvergleichsstudien im Fach Deutsch bundesweit nur noch Durchschnittsniveau erreicht, empfiehlt der baden-württembergische Bibliotheksverband, die Bibliotheken in ihren Aktivitäten auf dem Feld der Leseförderung stärker zu unterstützen.

Er fordert eine Ausweitung der Aktivitäten durch gezielte Landesförderung für folgende Aktivitäten:

  1. Landesweite Weiterführung des Programms „Lesestart- drei Meilen für das Lesen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Stiftung Lesen (http://www.lesestart.de/ ).
    Leseförderung muss so früh wie möglich ansetzen. Daher ist dieses Programm, das Eltern auf die Notwendigkeit des Vorlesens aufmerksam macht und mit Buchgeschenken Anreize setzt, sehr wirkungsvoll. Die Programme für die Ein- sowie für die Dreijährigen sind bedauerlicherweise ausgelaufen. Das Land sollte diese Maßnahmen mit entsprechender finanzieller Unterstützung weiterführen.
  2. Ausweitung von Leseförderungsaktionen wie Ferienleseclubs und Frederick Tag: keine weiteren Kürzungen der finanziellen Mittel in diesem wichtigen Bereich, sondern gezielter finanzieller Ausbau der Fördermaßnahmen.
  3. Einrichtung je einer schulbibliothekarischen Arbeitsstelle bei den Fachstellen für das öffentliche Bibliothekswesen der Regierungspräsidien zur Förderung des fachgerechten Ausbaus von Schulbibliotheken.
  4. Schließung der Lücken in der Bibliotheksversorgung vor allem in strukturschwachen Regionen: 26% aller baden-württembergischen Kinder unter 13 Jahren haben einen eigenen Bibliotheksausweis. Es könnten noch deutlich mehr sein, wenn die Bibliotheksversorgung in vielen Landesteilen weniger lückenhaft wäre.

„Kinder, die gerne lesen, sind nicht nur leistungsfähiger in der Schule, sondern haben einen erweiterten Horizont und vielfältige Interessen. Jeder Euro, der in gute Bibliotheksangebote im Land investiert wird, zahlt sich mehrfach aus“ sagt Dr. Frank Mentrup, Vorsitzender des baden-württembergischen Bibliotheks-verbands und Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe. „Das Land muss die Kommunen stärker bei diesen Aufgaben unterstützen.“

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