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Freitag 26.06.20

Landesverband der Bibliotheken nimmt Stellung zu den Auswirkungen der Corona-Krise

Pressemitteilung des Landesverbandes Baden-Württemberg

Bibliotheken ermöglichen als Orte der Wissensvermittlung, des Wissens­erwerbs, der Lese-, Informations- und Medienkompetenz generationen­übergreifend gesellschaftliche Teilhabe und Diskurs. Sie gehören zu den am stärksten genutzten Kultur-und Bildungseinrichtungen im Land Baden-Württemberg, die Lern- und soziale Erfahrungsräume für alle Menschen öffnen.  

Die Bibliotheken Baden-Württembergs haben auch während der pandemie­bedingten Einschränkungen den Betrieb nicht eingestellt. Teilweise wurde das digitale Angebot aufgestockt und es wurde nach kreativen Lösungen gesucht, die Menschen weiter zu begleiten und zu unterstützen. Seit Ende April ist für die Bibliotheken nun unter strengen, wechselnden Auflagen eine Öffnung in Baden-Württemberg wieder möglich. 

Dem Landesverband Baden-Württemberg im dbv ist bewusst, dass viele Bibliotheken mit Einnahmeausfällen und den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen haben. Aus diesem Grunde unterstützt der Verband ausdrück­lich, dass sich die Bibliotheken mit diesen Belangen explizit an ihre Träger wenden.   

Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung „Corona – Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“, entlastet die Kommunen unmittelbar und sollte sich damit auch auf die Bibliotheken in kommunaler Trägerschaft auswirken. Gleiches gilt für die zwischen dem Land Baden-Württemberg und den Kommunen vereinbarten Corona-Soforthilfen. 

Der Landesverband fordert darüber hinaus vom Land Baden-Württemberg eine Berücksichtigung der Bibliotheken bei speziellen Corona-Hilfs­pro­grammen für den Kultur- und Bildungsbereich sowie für die Digitalisierung. 

Digitale und physische Angebote parallel finanzieren zu können, wird angesichts der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen für die Bibliotheken zunehmend schwieriger. Gleichzeitig sind Erwachsenenbildung, Kultur und kulturelle Bildung noch auf längere Sicht nicht in der Lage, den früheren Angebotsumfang wiederaufzunehmen. Für die Bürgerinnen und Bürger wird deshalb die Sicherung von Qualität und Aktualität der Bibliotheksangebote künftig noch wichtiger sein. 

Die Kommunen bzw. Unterhaltsträger sind die direkten Ansprechpartner sowohl grundsätzlich als auch während der momentan geltenden Corona-Verordnungen für Baden-Württemberg bezüglich Öffnungsmaßnahmen und Serviceangebote in den Bibliotheken. Empfehlungen und Richtlinien, die für alle Bibliothekssparten in ganz Baden-Württemberg Anwendung finden, können vonseiten des Landesverbands nicht gegeben werden.  

Da eine klare ministerielle Zuständigkeit für Öffentliche Bibliotheken fehlt, erstellt das Land keine spezifischen Corona-Verordnungen. Das führt zu lokal sehr unterschiedlichen Regelungen. 

Für Themen und Programme, die die Bibliotheken bundesweit betreffen, wurde auf der Website des dbv Bundesverbands eine eigene Rubrik ‚Coronavirus‘ eingerichtet. 

Am 09.06.2020 hat der dbv Bundesverband darüber hinaus eine Stellung­nahme zum Konjunkturpaket der Bundesregierung mit dem Titel „Investitionen in Digitalisierung und Innovationen von Bibliotheken tragen zu einem nachhaltigen Weg aus der Krise bei“ veröffentlicht. Der Landes­verband als Teil des Bundesverbands stellt sich ausnahmslos hinter diese Stellungnahme und kann diese nur bekräftigen. 

Der Landesverband unterstützt nach Kräften und mit den Mitteln seiner überwiegend ehrenamtlichen Strukturen seine Mitglieder und setzt sich sowohl in dieser Situation als auch in Zukunft für die Bibliotheken des Landes Baden-Württemberg ein. Zu diesem Zweck ist unter anderem ein Bibliotheks­entwicklungsplan für Baden-Württemberg auf dem Weg, der alle Bibliotheks­sparten einschließt und Mitte 2021 direkt an die Landesregierung kommuniziert und adressiert werden wird.  

Der Landesverband wird weiterhin Informationen zu aktuellen Entwicklungen und Änderungen bündeln und hofft mit allen Kolleginnen und Kollegen zusammen, dass sich so bald wie möglich nicht nur ein Schritt in Richtung Normalbetrieb in den Bibliotheken einstellt, sondern auch, dass die Gefahr durch COVID-19 gesellschaftlich und wirtschaftlich eingedämmt werden kann. 

Der Landesverband bedankt sich für Ihre Solidarität. 


 

Der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv): 

Der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) setzt sich seit über 50 Jahren für Bibliotheken im Bundesland Baden-Württemberg ein. Er vertritt mehr als 240 Mitglieder mit rund 400 Bibliotheken. Sein Anliegen ist es, die Wirkung von Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken. Vorsitzender des Verbandes ist der Karlsruher Oberbürgermeister, Dr. Frank Mentrup.

Pressekontakt: 

Andrea Krieg

Geschäftsführerin des Landesverbandes Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband (dbv) e.V.
c/o Stadtbibliothek Karlsruhe, Ständehausstraße 2, 76133 Karlsruhe, 
Telefon 0721/133-4200 und 0721/9099 700-0
E-Mail: geschaeftsstelle@bw.bibliotheksverband.de
bw.bibliotheksverband.de