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Donnerstag 08.08.19

Bibliothek goes digital – Investitionsprogramm der Thüringer Landesregierung

Pressemitteilung des LV Thüringen

Bibliotheken sind seit jeher die erste Wahl für jeden, der verlässliches Wissen sucht. Als Experten für das Sammeln, Aufbewahren und Systematisieren von Informationen eröffnen sie Jedermann einen freien Zugang zu Medien. Sie sind feste Größen in der Bildungs- und Kulturlandschaft und unterstützen durch ihre Angebote der Leseförderung das lebensbegleitende Lernen von Jung bis Alt. Im Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge leisten wissenschaftliche und öffentliche Bibliotheken einen unverzichtbaren Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Um Öffentlichen Bibliotheken bei ihrer Aufgabenerfüllung zukunftsweisende Handlungsspielräume zu geben, hat der Landesverband Thüringen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. gemeinsam mit der Thüringer Landesregierung ein beispielhaftes Investitionsprogramm ab 2020 für Digitalisierungsvorhaben auf den Weg gebracht. Ziel der finanziellen Förderung des Landes ist, die Weiterentwicklung der Bibliotheken zu „hybriden“ Orten zu unterstützen. Besonders förderwürdig sind demnach Investitionen in digitale Grundausstattung, Angebote zur Schaffung von Aufenthaltsqualität sowie Projekte, die analoge und digitale Konzepte verbinden. Dafür stehen Fördermittel in Höhe von 600.000 Euro zur Verfügung, die über einen mittelfristigen Zeitraum von 3-5 Jahren verteilt werden.

„Dieses Ergebnis ist ein großartiger Erfolg und zeigt, welchen Stellenwert Bibliotheken jenseits der Digitalisierung von analogem Kulturgut oder der Bereitstellung von E-Books zukünftig in der Gesellschaft haben sollten“, zieht Milena Pfafferott, Vorsitzende des Landesverbands Bilanz der intensiven Gespräche mit Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei des Freistaats Thüringen. Denn längst nicht alle Informationen finden heute ihren Weg in das gedruckte Buch: im digitalen Zeitalter laufen Wissensprozesse stark verdichtet ab und gelangen vordergründig in komprimierter Form in die Weiten des Internets. Die Gefahr, sich angesichts rasant verändernder Datenfluten im Mediendschungel zu verirren, ist so hoch wie nie zuvor.

Sabine Brunner, Leiterin der Landesfachstelle für Öffentliche Bibliotheken in Thüringen, sieht konkrete Potenziale vor allem bei der Schaffung von neuen Bereichen zur Kommunikation oder dem informellen Lernen: „Die größeren Stadtbibliotheken in Thüringen gehen bereits mit gutem Beispiel voran, haben u.a. Gamingzonen oder Makerspaces eingerichtet, um damit neue Zielgruppen zu gewinnen und erfahrene Nutzer neugierig zu machen.“ So könnten kreative Gestaltungsmöglichkeiten erprobt werden und digitale Medien als Basis eines interaktiven, generationenübergreifenden Wissensaustauschs dienen.

Ab 2020 dürften sich weitere Bibliotheken an die Umsetzung digitaler Projekte machen: 200.000 Euro sollen bereits im kommenden Jahr ausgeschüttet werden. Die Mittel werden durch die Landesfachstelle für Öffentlichen Bibliotheken in Thüringen auf Basis der Richtlinie zur Förderung von Kultur und Kunst verwaltet, über die Vergabe entscheidet ein Projektbeirat.
https://www.bibliotheken-thueringen.de/foerdermittel.html