dbv-Newsletter International Ausgabe Nr. 93

2013 / 01

Editorial

Mit der ersten Ausgabe des dbv-Newsletter international 2013 begrüßen wir Sie herzlich im Europäischen Jahr der Bürgerinnen und Bürger! Das 20-jährige Jubiläum der 1993 eingeführten Unionsbürgerschaft ist der Anlass, in diesem Jahr den Fokus auf die Errungenschaften in Europa für die Bürgerinnen und Bürger zu legen wie die freie Wahl des Wohn- und Arbeitsortes, die Möglichkeit zu Unternehmungsgründungen, Kandidatur und Wahl bei Europa- und Kommunalwahlen, das Einbringen von Petitionen. http://europa.eu/citizens-2013/de/home 
Im Laufe des Jahres 2013 sollen die Menschen mehr über ihre Rechte informiert werden. Zudem soll mit den Bürgern diskutiert werden, welche Reformen erforderlich sind, um Verbesserungen im Alltag zu bewirken.
Unser Vorsatz für das neue Jahr ist es, Verbesserungen dieses Newsletters zu bewirken – dazu laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren und wir hoffen, Ihnen in den nächsten Ausgaben weitere Informationen zu unseren Plänen zu liefern – bleiben Sie dran!
Wir freuen uns auf ein weiteres gemeinsames Jahr!  
Sie können den Newsletter gern an Interessierte weiterleiten. Wir freuen uns über Ihre Anregungen oder Kommentare: Hella Klauser und Miriam Schriefers

1. IFLA: Termine und Fristen für Nominierungen und Vorträge

Die Vorbereitungen zu dem IFLA-Weltkongress 2013, der vom 17.- 23. August 2013 unter dem Motto ‚Future Libraries: Infinite Possibilities‘  in Singapur stattfinden wird, laufen auf vollen Touren. Fast alle Fachgruppen haben in ihren ‚call for papers‘ zu den verschiedensten Fachthemen zu Vorträgen aufgerufen. Poster-Präsentationen können noch bis zum 01.Februar 2013 eingereicht werden; die Fristen vieler Call for Papers enden Ende Januar oder im Februar.  Die Online-Registrierung ist freigeschaltet. Wer sich für eine Mitarbeit in einem Ständigen Ausschuss der IFLA-Sektionen für die Amtszeit 2013 – 2017 interessiert, kann sich noch bis zum 06. Februar 2013 bewerben. Informationen zu dem Nominierungsprozess sind online zu finden:
http://www.ifla-deutschland.de/de/ifla_in_deutschland/gremienvertreter/aufruf_kandidatur.html
Weltkongress 2013: http://conference.ifla.org/ifla79

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2. UNESCO: Weltstadt des Buches 2015 gesucht

Am 23. April eines jeden Jahres, am Welttag des Buches und des Urheberrechts, wird von der UNESCO eine Weltstadt des Buches gekürt. Städte, die Verlage, Bücher, Aktionen zur Lesefähigkeit und Informationsvermittlung besonders unterstützen, können sich bewerben und werden von einer Jury, die neben Vertretern des internationalen Verlegerverbandes (IPA) und des internationalen Buchhändlerverbandes auch die IFLA als internationalen Bibliotheksverband berücksichtigt, ausgewählt. Während Eriwan (Armenien) die Weltstadt des Buches 2012 war, wird ab April 2013 Bangkok (Thailand) übernehmen, gefolgt von Port Harcourt in Nigeria 2014. Seit Beginn der Auszeichnung der Weltstadt des Buches mit Madrid 2001 wurde noch keine Stadt in Deutschland zur Weltstadt des Buches gekürt!
Bewerbungsunterlagen und Informationen:
http://www.ifla.org/news/call-for-applications-world-book-capital-2015

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3. CAN: Neuer Bibliotheksverband für Wissenschaftliche Bibliothekare

CAPAL (Canadian Association of Professional Academic Librarians) heißt der neue Verband in Kanada, der wissenschaftliche Bibliothekare mit  Master-Abschluss vereinen soll, die im Hochschulbereich arbeiten. Die Gründung des Verbandes wurde nach einem Symposium mit dem Titel ‚Academic Librarianship: a crisis or opportunity‘ bereits im November 2011 vereinbart, bei dem deutlich wurde, dass eine starke und pro-aktive Vereinigung gewünscht wird, um die Interessen der wissenschaftlichen Bibliothekare in Kanada zu unterstützen. Ein Leitbild, Richtlinien und die Grundsätze des  Verbandes wurden  bereits erarbeitet. Auch eine Website mit Mitgliederinformationen wurde erstellt. Einen Studentenausschuss soll es ebenfalls geben, um die Verbindung zu dem Berufsnachwuchs sicherzustellen. Die erste Mitgliederversammlung ist für Ende Januar 2013 in Toronto geplant. http://canacadlib.wordpress.com/

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4. USA: Digitale Bibliothek von Amerika startet im April

Erste Überlegungen, eine digitale amerikanische Bibliothek (DPLA) zu starten, kamen bei einer Sitzung im Oktober 2010 auf. Am 18./19. April 2013 soll nun in der Boston Public Library, Amerikas erster öffentlich finanzierter Stadtbibliothek, deren Eingangstür die Worte ‘Free for all’ zieren, die DPLA gelauncht werden. Viele Mitstreiter aus Bibliotheken, Archiven, Museen, IT-Firmen, privaten Stiftungen, öffentlichen Einrichtungen u.a. haben in den gut zwei Jahren an der Verwirklichung der Idee einer digitalen Bibliothek gearbeitet. In ihrem ersten Schritt wird die DPLA digitale Quellen zusammenführen, die bereits existieren, und sie so leichter auffindbar und nutzbar machen. Die DPLA plant, bereits vorhandene Infrastrukturen zu nutzen, um ein System von staatlichen Servicestellen aufzubauen. Finanziert wird die DPLA aus verschiedensten Quellen, öffentlichen Förderungen ebenso wie Stiftungsgeldern und privaten Mitteln.
http://dp.la/ http://www.thedigitalshift.com/2012/11/digital-libraries/building-a-digital-public-library-of-america/

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5. USA: Buchhandlungsmodell und erste Bibliothek ohne Bücher geplant

Die New York Times berichtet, dass öffentliche Bibliotheken von den Schließungen der  Buchhandlungen in den USA profitieren. Sie würden nicht nur ihre Räumlichkeiten immer stärker wie Buchhandlungen aussehen lassen mit Lesecafé und Bestseller-Stapeln, sondern auch ihre Nutzer ‚Kunden‘ nennen. Die Bibliothekare würden auf der Suche nach einer Neudefinition ihrer Aufgaben auf Kundenorientierung setzen und das ‚Buchhandlungsmodell‘ versuchen.
Während auch in diesen Bibliotheken noch stark auf das Buch gesetzt wird, ist in San Antonio, Texas,  für den Herbst 2013 die Eröffnung der ersten digitalen Bibliothek geplant, die auf Bücher im Papierformat komplett verzichten wird. Die ‚Biblio Tech‘,soll als Prototyp 150 e-readers, 50 PC-Arbeitsplätze, 25 laptops und 25 Tablets für die lokalen Nutzer bereithalten. Sie können e-books ausleihen, vor Ort lesen und arbeiten oder Material auf dem eigenen e-Reader herunterladen. Das Design der Bibliothek ist bewusst dem Aussehen eines Apple-Stores angepasst.
Die Kommentare zu dieser Ankündigung auf einem Blog reichen von der Frage, warum dann überhaupt noch ein realer Ort nötig sei bis hin zu dem Kommentar ‚just a big-box kitsch‘.
http://www.dezeen.com/2013/01/21/bookless-library-based-on-apple-store-planned-in-texas/#idc-container-parent

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6. USA: für eine nationale Strategie zur Bewahrung von online-Wissenschaft

Science at risk (Wissenschaft in Gefahr) lautet der Titel eines Berichts, der eine nationale Strategie einfordert für den Langzeit-Erhalt von elektronisch publizierten Forschungsergebnissen. Der Bericht aus dem ‚National Digital Information Infrastructure and Preservation Program’ konzentriert sich darauf, bedeutende wissenschaftliche Online-Inhalte im Open Web zu identifizieren und sie zu bewahren. Die Studie beinhaltet Themen wie science blogging, open notebook science, citizen science und Ideen, wie der Langzeit-Zugang zu diesen Inhalten gewährleistet werden kann.
http://digitalpreservation.gov/meetings/documents/othermeetings/science-at-risk-NDIIPP-report-nov-2012.pdf

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7. F: Projektaufruf „Frankreich und NRW im Dialog“

Das 50-jährige Jubiläum der Unterzeichnung des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages in Paris am 22. Januar 2013 ist der  Anlass, dass Deutschland und Frankreich ihre guten kulturellen Beziehungen durch gemeinsame Kulturprogramme intensivieren wollen. 
In NRW wird dazu zu einem Wettbewerb unter dem Motto „Frankreich und Nordrhein-Westfalen im Dialog“ aufgerufen. Auch Bibliotheken aus NRW sind eingeladen, sich mit einem Partner aus Frankreich an einem gemeinsamen Projekt zu beteiligen. Die Landesregierung NRW stellt für diesen Projektaufruf insgesamt 80.000 Euro zur Verfügung.
Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme läuft bis zum 28. Februar 2013. Fragen zum Projektaufruf beantwortet Dr. Walter Hüls, walter.huels@stk.nrw.de
http://www.mbem.nrw.de/pressemitteilungen/landesregierung-foerdert-projekte-zum-thema-frankreich-und-nordrhein-westfalen-im-dialog-13912/
Jubiläumsseite 50 Jahre Elysee-Vertragsunterzeichnung: http://www.elysee50.de

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8. F: Mehrwertsteuersätze sehr unterschiedlich bei Büchern

Während E-Books in Deutschland mit 19 % Mehrwertsteuer belegt sind im Gegensatz zu dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz  von 7 % für gedruckte Bücher, erhebt Frankreich auf gedruckte wie digitale Bücher einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz von 5,5 %. Zwischen Deutschland und Frankreich existiert also ein Unterschied bei der Umsatzbesteuerung von digitalen Büchern von 13,5 %. Der Deutsche Kulturrat, Spitzenverband der Bundeskulturverbände, fordert die Bundesregierung zur Einführung der ermäßigten Mehrwertsteuer (MwSt) bei E-Books nach französischem Vorbild auf.    
http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=2459&rubrik=2 

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9. Australien: Was ist eine Öffentliche Bibliothek?

In einer Kurzumfrage, die wenige Minuten benötigt, wird nach Begriffen, Wörtern, Gefühlen, Konzepten gefragt, die einem spontan einfallen, wenn man an die  ‚Öffentliche Bibliothek‘ denkt. Kollegen aus der Sektion Öffentliche Bibliotheken des internationalen Bibliotheksverbandes IFLA haben die Umfrage gestartet und zur Mitwirkung aufgerufen, um bei ihrer Marketing- und Werbeaktion für ÖBs voranzukommen.
Der Fragebogen ist hier zu finden: http://www.surveymonkey.com/s/CG2RVGV

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10. EU: Digitale Prioritäten für 2013-2014

Die EU-Kommission hat sieben Prioritäten für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft verabschiedet. Ziele sind die Erhöhung der Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT); die Verbesserung der IKT-Kompetenzen der Arbeitskräfte; Innovationen im öffentlichen Sektor sowie die Reformierung der Rahmenbedingungen für die Internetwirtschaft. Die Digitale Agenda für Europa ist fester Bestandteil der Strategie „Europa 2020“ zur Förderung der digitalen Wirtschaft und Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen mit Hilfe von IKT. Eines der Ziele ist es, auch benachteiligte Personengruppen zur regelmäßigen Internetnutzung zu motivieren.
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-12-1389_de.htm

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11. EU: Kommission geht 2013 die Reform des Urheberrechts an

Bei einem Treffen am 5. Dezember 2012 in Brüssel haben sich die EU-Kommissare Barnier (Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen), Kroes (Kommissarin für die Digitale Agenda) und Vassiliou (Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit, Jugend) geeinigt, die überfällige Überarbeitung des nicht mehr auf die aktuelle Situation passenden Urheberrechts anzugehen. Während 2013 der Austausch mit den verschiedenen Interessenvertretern im Vordergrund stehen soll, soll der Abschlussbericht für die nötigen rechtlichen Änderungen 2014 vorliegen. Der internationale Bibliotheksverband IFLA begleitet diesen Prozess, um die Anliegen der Bibliotheken und Bibliotheksnutzer einzubringen. So wurde im Vorfeld des Dezembertreffens ein Schreiben der Gruppe Copyright for Creativity (C4C), bei der die IFLA ebenfalls mitwirkt, eingereicht.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Kommission-geht-umfangreiche-Copyright-Reform-an-1763073.html

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12. EU: Partnerschaftsprojekte im Schulbereich: COMENIUS Regio 2013

Antragsformulare für eine EU-Förderung von bilateralen Partnerschaftsprojekten im Schulbereich, an denen sich auch Bibliotheken beteiligen können, stehen jetzt zur Verfügung.  Die Stadtbibliothek Heilbronn beispielsweise führt aktuell eine solche Partnerschaft durch. Anträge für Projektförderungen innerhalb von COMENIUS-Regio müssen bis zum 21. Februar 2013 an den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) gerichtet werden. 
http://www.kmk-pad.org/programme/comenius-regio.html

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13. EU: Aufruf in Tempus IV für Hochschulen

Die Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) hat den 6. Aufruf in Tempus IV mit einem Budget von vorläufig 129,8 Mio. Euro veröffentlicht. Anträge können bis zum 26.03.2013 eingereicht werden.
Tempus-Projekte dienen der Reform und Modernisierung der Hochschulen und Hochschulsysteme in den 27 Partnerländern der EU, in der südlichen und östlichen Nachbarregion, Zentralasien und auf dem westlichen Balkan. Gefördert werden Konsortien von Hochschuleinrichtungen der EU-Mitgliedstaaten und der Tempus-Partnerländer mit bis zu 1,5 Mio. Euro pro Projekt.
Durch das deutlich erhöhte Budget bestehen jetzt sehr gute Chancen für Hochschulvertreter, einen erfolgreichen Antrag zu stellen. Projekte mit Hochschulinstitutionen, die in Tempus IV bislang noch keine Förderung erhalten haben, werden vorrangig behandelt.
http://eu.daad.de/eu/tempus/05236.html

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14. Termin 12.März 2013 in Köln: ›Europa für Bürgerinnen und Bürger‹

Mit dem Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger« fördert die EU kommunale Partnerschaften, Begegnungen zwischen Bürgern,  den fachlichen Austausch zwischen Kommunen und Debatten zu europäischen Themen. Die Leiterin der Kontaktstelle Deutschland »Europa für Bürgerinnen und Bürger« (KS EfBB), Christine Wingert, stellt in einem Vortrag am 12. März 2013 in Köln die Möglichkeiten der Finanzierung von Projekten vor und gibt Tipps zur Konzeption förderfähiger EU-Projekte. Angesprochen sind Mitarbeitende aus Bibliotheken, Archiven, Bildungseinrichtungen, Kommunen, Vereinen, Verbänden und Museen.
http://kontaktstelle-efbb.de/index.php?id=20#c241

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Impressum

Dieser Newsletter ist ein kostenloser Service des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (KNB) / Internationale Kooperation im Deutschen Bibliotheksverband e.V.
Ziele der internationalen Kooperation des Kompetenznetzwerks sind, Innovationen im Bibliothekswesen durch internationalen Wissenstransfer zu fördern und die Interessensvertretung der Bibliotheken im globalen Kontext zu unterstützen.

Deutscher Bibliotheksverband e.V.
Kompetenznetzwerk für Bibliotheken - Internationale Kooperation
Hella Klauser und Miriam Schriefers
Fritschestr. 27 - 28
10585 Berlin
klauser@bibliotheksverband.de
schriefers@bibliotheksverband.de
http://knb.bibliotheksverband.de/

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