Co­ro­na­vi­rus

Coronabasperrung in der Stadtbibliothek Pforzheim
dbv/Nadja Wohlleben

Anlässlich der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Bibliotheken in Deutschland hat der Deutsche Bibliotheksverband Informationen zusammengestellt, Materialien entwickelt und sich zur aktuellen Lage positioniert. Wenn Sie Fragen oder Anregungen zum Thema haben, können Sie sich gerne unter dbv@bibliotheksverband.de an uns wenden.

Infektionsschutzgesetz

Um den weiteren Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland zu vermeiden, wurde im Bund-Länder-Beschluss vom 10. August 2021 festgelegt, dass die Länder, im Sinne der 3G-Regel (Zutritt nur für geimpfte, genesene oder getestete Personen) durch entsprechende Verordnungen oder Verfügungen spätestens ab dem 23. August 2021 für alle Personen die weder vollständig Geimpfte noch Genesene sind, Testpflichten vorsehen. Tests sollen damit u.a. Voraussetzung sein für die Teilnahme an Veranstaltungen und Festen (z.B. Informations-, Kultur- oder Sportveranstaltungen) in Innenräumen.

Verordnungen der Bundesländer

Bibliotheken bleiben im Bund-Länder-Beschluss unerwähnt. Über die geltenden Regelungen für Bibliotheken und die Umsetzung der 3G-Regelung entscheiden die Bundesländer. Im Folgenden haben wir die vorliegenden Corona-Verordnungen der Bundesländer zusammengetragen. Bei Fragen zur praktischen Ausgestaltung der jeweiligen Verordnung bitten wir Sie, die Landesverbände im dbv oder die Bibliotheksfachstellen zu kontaktieren.

Empfehlungen für Hygienemaßnahmen

Der dbv hat im April 2020 eine Liste mit Hygienemaßnahmen zusammengestellt und im September 2021 aktualisiert, die als Anregung verstanden, individuell überprüft und in einem lokalen Konzept bzw. Hygieneplan bedarfsgerecht von den Bibliotheken festgelegt werden können. Auf der Seite www.infektionsschutz.de sind zudem weitere nützliche Informationen zusammengestellt.

Digitale und analoge Bibliotheksangebote

Trotz der pandemiebedingten Teilschließungen standen zahlreiche digitale Angebote der Öffentlichen Bibliotheken für Bibliothekskunden zur Verfügung. Einige Bibliotheken boten für die Bewohner*innen ihrer entsprechenden Region an, sich per Email als Bibliotheksnutzer*in neu anzumelden, um die zahlreichen digitalen Angebote wie E-Books, E-Magazine,  E-Journals, E-Audios, E-Learning-Formate, Film- und Musikstreaming sowie die Online-Datenbanken der Bibliothek nutzen zu können. Registrierte Mitglieder von Universitätsbibliotheken konnten nach wie vor per Fernzugriff das umfangreiche Angebot an Online-Ressourcen nutzen.

Lieferdienste, Abholservices, Scan-Dienste

Eine Reihe von Bibliotheken ermöglichen nach wie vor auf verschiedene Weise Ausleihdienste (Lieferdienste oder Medien-Abholservices). Auch bieten einige Bibliotheken Scan-Dienste zur Belieferung von Nutzer*innen mit Buchkapiteln oder Zeitschriftenartikeln. Dies sind Angebote, über die vor Ort entschieden werden muss, damit sie je nach den lokalen Gegebenheiten so ausgestaltet sind, dass die Maßnahmen und Vorgaben zur Reduzierung und Vermeidung weiterer Infektionen eingehalten werden können.

Spotlight Corona und Vernetzungsaktion #wirbibliotheken

Auf dem Bibliotheksportal haben wir einen Themenschwerpunkt zur Lage der Bibliotheken in Zeiten des Corona-Virus zusammengestellt und stellen zahlreiche digitale Bibliotheksformate vor.

Die Stadtbibliothek München und der dbv haben dazu aufgerufen, sich an der Vernetzungsaktion #wirbibliotheken zu beteiligen. Der Blog der Stadtbibliothek München bildet die Fragen, Herausforderungen und Veränderungen von Bibliotheken in Zeiten der Corona-Pandemie ab und möchte den Austausch darüber unterstützen. 

Rechtliche Fragen zu Digitalen Angeboten

Viele Bibliotheken bieten ihre Veranstaltungen wie Bilderbuchkino oder Vorlesestunden nun verstärkt online an. Aber was müssen Bibliotheken beachten, wenn sie ein Bilderbuchkino oder das Vorlesen aus aktuellen Büchern über die Website ihrer Bibliothek oder YouTube anbieten möchten? Bibliotheken sollten im Vorfeld ihrer Online-Veranstaltungen den Rechteinhaber um Genehmigung bitten. Rechteinhaber ist oft der Verlag, kann aber auch/und der/die Autor*in sein. Das kann ganz schnell per Email gehen. Die Öffentlichen Bibliotheken sollten dabei zum einen auf die Corona-Krise verweisen, zum anderen auf den Vergütungsanspruch sowie den Marketing-Effekt für den/die Rechteinhaber*in. 

Sind die Verlage einverstanden, dann muss der Bibliothek vom Rechteinhaber folgende Rechte eingeräumt werden:

  • Vorlesung ins Netz stellen: Das Recht der Öffentlichen Zugänglichmachung (§ 19a UrhG)
  • Vorlesung live übertragen: Das Senderecht (§20 UrhG). Livestreamings sollten in der Regel bei den jeweiligen Landesmedienanstalten gemeldet werden. Nähere Informationen dazu gibt es hier.

Beim Einblenden von einzelnen Bildern in einem Buch ist zu beachten, dass der Verlag möglicherweise nicht der Rechteinhaber ist, sondern ein Künstler*in. In diesem Falle muss zusätzlich bei der VG Bild Kunst oder bei dem/der Künstler*in gefragt werden.

Sollten Bibliotheken ihre Online-Aktivitäten auf eine Plattform wie Youtube hochladen wollen, dann muss dies bei der Einräumung des Rechts zur Unterlizenzierung mit Nennung der jeweiligen Plattform (z.B. YouTube) und des Links zu deren Lizenzbestimmungen angegeben werden. Darüber hinaus braucht es den Hinweis, dass sich diese Lizenzbestimmungen ändern können.

Wenn Bibliotheken professionellen Vorleser*innen engagieren, dann müssen sie das Künstlersozialversicherungsgesetz – KSVG beachten und hier insbesondere §§ 23-26. Lesungen in Bibliotheken können unter Öffentlichkeitsarbeit fallen, § 24 Abs.1 Nr.7.

Wissenschaftliche Forschungen

In EconBiz wurde eine Seite mit Informationen rund um Corona erstellt, die sowohl wirtschaftswissenschaftliche Publikationen zum Thema als auch eine Liste aktuell wegen der Krise frei verfügbarer Publikationen umfasst.

Unsere Stellungnahmen zum Thema

Materialien zum Thema