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Mittwoch 18.07.12

Pressemitteilung zu BIX und Rechnungshofbericht

Pressemitteilung des LV Thüringen

Interessen Thüringer Bibliotheksnutzer weiter stärken
Der Bibliotheksindex BIX 2012 und der Jahresbericht des Thüringer Rechnungshofs haben in den zurückliegenden Tagen die Thüringer wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken auf ganz unterschiedliche Weise in den Blick genommen.

BIX – Alle 97 hauptamtlich geleiteten öffentlichen Bibliotheken sind dabei
Erstmals beteiligten sich am BIX, der ein bundesweites und freiwilliges Vergleichsinstrument für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken ist, alle 97 hauptamtlich geleiteten öffentlichen Bibliotheken in Thüringen. Das ist ein bemerkenswerter Erfolg, denn der BIX erlaubt es in diesem Jahr erstmalig jeder Bibliothek, sich mit allen Bibliotheken, die sich an der Deutschen Bibliotheksstatistik (DBS) und nicht nur denen, die sich am BIX beteiligen, zu messen. Die Bibliotheken werden nicht mehr wie bislang in eine Rangliste eingeordnet, sondern in vier so genannte Leistungsgruppen eingeteilt, die Bibliotheksangebote, deren Nutzung, deren Effizienz und die Entwicklungspotentiale beleuchten. Auf einen Blick ist ersichtlich, ob die Bibliothek im oberen, mittleren oder unteren Drittel aller vergleichbaren Bibliotheken in Deutschland steht.

Die kurzen, prägnanten und aussagekräftigen Beschreibungen der Leistungsfähigkeit Thüringer Bibliotheken im BIX mittels Kennzahlen sind eine gute Grundlage für jede Bibliothek, mit ihrem Unterhaltsträger, mit der Öffentlichkeit und mit der Politik im Gespräch zu bleiben. Deshalb empfiehlt der Landesvorstand des DBV auch den wissenschaftlichen Bibliotheken, von denen sich in diesem Jahr nur die Hochschulbibliothek der Bauhausuniversität Weimar beteiligt hat, am BIX teilzunehmen. Der BIX ist ein wichtiges Instrument, um den für die Thüringer öffentlichen Bibliotheken dringend erforderlichen zukunftsorientierten Bibliotheksentwicklungsplan auf den Weg zu bringen. Dieser Plan muss Standards setzen für die zahlreichen kleinen und großen öffentlichen Bibliotheken in den Städten, Gemeinden und Landkreisen.

Der soeben neu gewählte Vorstand des DBV unter Leitung der Vorstandsvorsitzenden Dr. Kathrin Paasch will sich nicht nur für die Erarbeitung von Strategien und Konzepten zur Weiterentwicklung der öffentlichen Bibliotheken und deren Fördermöglichkeiten stark machen. Er will darüber hinaus den Dialog mit allen Partnern auf politischer und kultureller Ebene vertiefen und nicht zuletzt an der Vernetzung der Bibliotheken mit anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen vor Ort und im Land aktiv mitwirken.

Kritik an Hochschulbibliotheken im Rechnungshofbericht nicht nachvollziehbar
Unverständlich und nicht nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang der Jahresbericht des Thüringer Rechnungshofs, dessen stark zentralisierender Ansatz unter einer rechtlich zu verselbständigenden Landesbibliothek in Jena im Widerspruch zu den bestehenden effektiven dezentralen und kooperativen Bibliotheksstrukturen der Thüringer Hochschullandschaft steht. Abgesehen von den Kosten einer solch gravierenden Umstrukturierung, wird das behauptete langfristige Einsparpotential vom Rechnungshof nicht aufgezeigt. Der Landesverband Thüringen im DBV sieht in der vom Rechnungshof vorgeschlagenen Zentralisierung eine ernsthafte Gefahr für die funktionierende, lebendige, wissenschafts- und bürgerorientierte Bibliothekslandschaft in Thüringen.

Die Hochschulbibliotheken sind zentrale Dienstleistungseinrichtungen, die vor Ort auf die individuellen Bedürfnisse von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingehen und sie mit wissenschaftlicher Information und zur Entwicklung von Informationskompetenz versorgen. Hochschulbibliotheken sind das Rückgrat von Studium, Lehre und Forschung. Gerade hat der Wissenschaftsrat in mehreren Empfehlungen die Rolle der Hochschulbibliotheken gestärkt. Der Landesverband will deshalb den vom Thüringer Kultusministerium angestoßenen Dialogprozess kritisch und konstruktiv begleiten und an der Ausarbeitung von strukturbildenden Maßnahmen sowie an der Ausgestaltung von Kooperationen zwischen den wissenschaftlichen sowie zwischen den Bibliotheken im Freistaat aktiv mitwirken.
Gerade für die Erarbeitung von bibliotheksübergreifenden Zielvorstellungen ist der Landesverband prädestiniert, sind hier doch 110 Thüringer Bibliotheken aus allen Sparten organisiert.

  

Der Jahresbericht des Thüringer Rechnungshofes im Internet:
http://www.thueringen.de/imperia/md/content/rechnungshof/veroeffentlichungen/sonstige/jahresbericht_2012_internet.pdf

 

Der BIX im Internet:
http://www.bix-bibliotheksindex.de/