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Wahlprüfsteine

zur Landtagswahl 2014

Spartenübergreifende Fragen des Kulturrats Thüringen

I. Kulturförderung

Angesichts sinkender Etats und des auslaufenden Solidarpakts steht die Thüringer Landesregierung vor der Aufgabe, die vielfältige Kulturlandschaft Thüringens zu erhalten und weiter zu gestalten. Besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf die kulturelle Teilhabe und mithin auf die Gewährleistung gleichwertiger Lebensverhältnisse in ländlichem und städtischem Raum (siehe Landesentwicklungsplan 2025) sowie die Finanzierung der kulturellen Basisarbeit.

  1. Wie wollen Sie im kulturellen Bereich gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land schaffen? In welcher Form werden Sie sich konkret für die nachhaltige Stärkung kultureller Zentren im ländlichen Raum einsetzen? Welche Rolle spielt für Ihre Arbeit dabei der Freistaat Thüringen und welche die kommunalen Gebietskörperschaften? Wie wollen Sie die Kommunen bei ihrem Engagement im kulturellen Bereich unterstützen?
  2. Wie stehen Sie dazu, dass Thüringen (wie im Entwurf des LEP LEP LEP 2025 vorgesehen) auf die Metropolregion Mitteldeutschland setzt? Welche Möglichkeiten sehen Sie für neue Wege, die der dezentralen, feingliedrigen Siedlungsstruktur Thüringens eher gerecht werden?
  3. Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Arbeit der freien Träger, die schon heute die Basisarbeit leisten, so zu unterstützen, dass diese nachhaltig und auf hohem Niveau fortgeführt werden kann?
  4. Wie stehen Sie zu der Forderung, die freie Kulturszene den institutionellen Kultureinrichtungen gleichzustellen und die bisherige projektgebundene Förderung in eine Budgetierung zu überführen?
  5. Wie stehen Sie zu der Forderung freier Träger, für die Gewährleistung der Planungssicherheit mehrjährige Förderzeiträume bei der Projektarbeit und im Projektmanagerprogramm des Freistaats Thüringen zu ermöglichen? Wie stehen Sie zu der Forderung nach einer Leistung und Qualifikation angemessenen Vergütung der Projektmanager?

II. Kulturelle Bildung

Der Begriff der kulturellen Bildung verbindet sich untrennbar mit dem des lebenslangen Lernens. Die Sicherung von kultureller Bildung und Teilhabe ist eine essentielle Aufgabe der Kultur-, Bildungs- und Landespolitik. Voraussetzungen dafür sind eine angemessene Infrastruktur sowie nachhaltige strukturelle, personelle und finanzielle Rahmenbedingungen. Damit kulturelle Bildung wirklich gelingen kann, ist eine generationenübergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung unabdingbar.

  1. Wie können Sie für die Träger und Einrichtungen der Kulturellen Bildung eine ausreichende Grundsicherung erreichen, damit für sie Planungssicherheit hinsichtlich Personal und Finanzen hergestellt werden kann? Wie kann solch eine Querschnittsaufgabe ressortübergreifend (Kultur-, Bildungs-, Jugend-, Sozialpolitik) organisiert werden?
  2. Im Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“, im Projekt „Kulturelle Bildung macht kompetent!“ sowie in zahlreichen weiteren kulturellen Praxisfeldern werden Kooperationen zwischen Kultureinrichtungen, freien kulturellen Trägern und Schulen bereits praktiziert. Wie können diese Kooperationen strukturell und finanziell abgesichert und verstetigt werden? Würden Sie verbindliche Kooperationsvereinbarungen zwischen Bildungs- und Kultureinrich-tungen unterstützen, um kulturelle Bildung und Teilhabe im städtischen wie im ländlichen Raum zu fördern?
  3. Lebenslanges Lernen benötigt gute Rahmenbedingungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Welche Strukturen wollen Sie im Freistaat aus- und aufbauen, um im kulturellen Bereich ein breites Spektrum anbieten zu können? Wie garantieren Sie eine hohe Wahrnehmung und Qualität der Qualifizierungen besonders im pädagogischen Kontext?
  4. Wie wollen Sie konkret den Zugang und die Nutzbarkeit von kulturellen Angeboten für Menschen mit Migrationshintergrund sowie für Menschen mit Behinderungen voranbringen und finanziell untersetzen?

III. Ehrenamt

Die reiche Kulturlandschaft Thüringens hat sich in einer besonderen Verknüpfung von haupt- und nebenberuflicher, ehrenamtlicher und freiwilliger Arbeit feldspezifisch entwickelt. Viele Menschen engagieren sich bereits ehrenamtlich. Damit dieses Engagement bei einer Verstetigung der Aufgaben und Ausweitung der Angebote nicht nur erhalten bleibt, sondern sich sogar noch mehrt, braucht zivilgesellschaftliches Handeln gute Rahmenbedingungen.

  1. Wie wollen Sie erreichen, dass der Arbeitsmarkt für Festangestellte und Honorarkräfte nicht dauerhaft der Sparmentalität einer Projektkultur unterworfen bleibt und unfreiwilliges Ehrenamt hervorbringt?
  2. Wie positionieren Sie sich zur Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit im Freistaat Thüringen und in welcher Form soll diese Anerkennung erfolgen?
  3. Sind Sie der Auffassung, dass der Freistaat Thüringen speziell jungen Menschen ausreichende Möglichkeiten und attraktive Rahmenbedingungen für ein zivilgesellschaftliches Engagement bietet? Welche Anreize können hier geschaffen werden?

Fragen der kulturellen Fachverbände

BDK – Fachverband für Kunstpädagogik, Landesverband Thüringen

  1. Welche Übergangsregelungen sollte das Land für den Erhalt der Bildungsqualität an Thüringer Schulen in Anbetracht der Alterspyramide und der zunehmenden fachfremden Unterrichtsvertretung auch im Fach Kunsterziehung schaffen?
  2. Welchen Stellenwert nimmt für Sie – in Umsetzung des Kulturkonzepts Thüringen – die ästhetische Bildung an Schulen ein?
  3. Welche finanziellen Mittel sollten Ihrer Ansicht nach für die ästhetische Grundbildung aller Schülerinnen und Schüler bereit gestellt werden, um die Innovationskraft im Land durch Beförderung von kreativem Denken und Handeln zu stärken?

Deutscher Bibliotheksverband e.V., Landesverband Thüringen

  1. Das Thüringer Bibliotheksrechtsgesetz definiert in einer zentralen Aussage Bibliotheken aller Sparten als „Bildungseinrichtungen“ (§ 3) und damit als „Partner für lebenslanges Lernen“. In der Praxis jedoch sind insbesondere die Öffentlichen Bibliotheken, trotz deren oft großen Anstrengungen, von Seiten der Kommune, der Erwachsenenbildung, der Schulen, der Kindergärten und Horte sowie der Eltern-, Erzieher- und Pädagogenschaft zum Teil nur marginal in die Bildungsinfrastruktur mit eingebunden. Wie sollte Ihrer Ansicht nach, trotz der in aller Regel kommunalen Trägerschaft, seitens des Landes die Rolle der Öffentlichen Bibliotheken innerhalb der Bildungslandschaft weiter gestärkt werden?
  2. In den Städten des Freistaats, insbesondere aber im ländlichen Raum, wird es für viele Menschen immer schwieriger, in einem angemessenen Zeitraum eine Bibliothek aufsuchen zu können. Schon in der jüngsten Vergangenheit mussten viele Stadtteilbibliotheken und Bibliotheken in kleineren Kommunen geschlossen werden. Die infrastrukturellen Bildungsvernetzungen in Thü-ringen werden sich voraussichtlich weiter ausdünnen. Wie wollen Sie dem entgegen wirken?
  3. Bisher können nur 15 Öffentliche Bibliotheken die immer populärer werdende Dienstleistung „ThueBIB BIB BIB net“ anbieten. Wie stehen Sie zu einer Erhöhung der Projektförderung, um die Lizensierung elektronischer Me-dien flächendeckend zu ermöglichen? Und falls ja, wie wollen Sie dies bewerkstelligen?

Deutscher Bühnenverein, Landesverband Thüringen

  1. Zur Erhaltung der Thüringer Theater- und Orchesterlandschaft wurden in der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode – initiiert durch das TMBWK – wichtige signalgebende Entscheidungen herbeigeführt. Die ausverhandelten Verträge zwischen den Theater- und Orchesterträgern laufen bis 2016. Wie wollen Sie auch künftig Planungssicherheit für diese Kulturbetriebe schaffen?
  2. Auf Grund der Tarifabschlüsse für den öffentlichen Dienst, die in der Folge auch für die Theater und Orchester nachwirken, ist mit nicht unerheblichen Personalkostensteigerungen zu rechnen bei absehbar sinkenden Landeshaushalten. Wie stellen Sie sich eine auskömmliche Theater- und Orchesterfinanzierung nach 2016 vor?
  3. Theater und Orchester bieten in ihrer hochkomplexen lokal und regional vernetzten Angebotsvielfalt multidimensionale Wirkungspotenziale und haben insofern für eine zukunftsfähige demokratische Gesellschaft eine unverzichtbare Labor- und Experimentalfunktion im Rahmen der Entwicklung sozialer Dispositionen und Kompetenzen sowohl hinsichtlich
    • Unterhaltung und Entspannung mit hoher emotionaler Anmutung und breit gefächerter Bildungsvermittlung,
    • Erprobung und Kultivierung von sozialen Beziehungsgefügen (gerade auch in konflikthaltigen gruppenspezifischen wie problematischen Milieus), bis hin zur
    • ständigen Reproduktion und Neugenerierung real- wie visionsintendiertem Kreativpotenzial.
    Dieses Vermögen auch in seiner Breite und Verfügbarkeit zu erhalten, setzt unter den unübersehbaren Folgen des demografischen Wandels sowohl starken politischen Willen wie auch auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Verantwortungsbewusstsein voraus. Sind sie bereit, die derzeitige Standortstruktur und das vorhandene Spartenspektrum fortzuschreiben und finanziell abzusichern? Falls Veränderungen aus Ihrer Sicht unumgänglich erscheinen – wie sollten diese bei Wahrung hoher Qualität ermittelt und festgelegt werden?

Heimatbund Thüringen e.V.

  1. Wie wollen Sie eine Ressort übergreifende Befassung mit Themen der Kultur- und Heimatpflege sowie der Entwicklung ländlicher Regionen sicherstellen? Wie stellen Sie sich in dieser Hinsicht insbesondere die zukünftige Zusammenarbeit zwischen TMBWK, TMLFUN LFUN , TMSFG und TMBLV konkret vor?
  2. Wie stellen Sie sich die weitere Entwicklung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäo-logie vor? Welche Möglichkeiten sehen Sie zur Unterstützung der haupt- und ehrenamtlichen Flurnamenforschung in Thüringen?
  3. Welche Bedeutung messen Sie dem Netz ehrenamtlicher Kreisheimatpfleger bei, und wie wollen Sie dieses in Zukunft unterstützen?

Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen e.V.

  1. Welche Bedeutung und Stellenwert misst Ihre Partei der Soziokultur und der freien Kulturszene in Thüringen bei?
  2. Soziokultur ist ungeachtet ihrer Förderung durch den Freistaat primär eine kommunale Aufgabe. Sollte Soziokultur in Thüringen ähnlich angemessen gefördert werden wie die etablierten Kultursparten? Welche Maßnahmen und Instrumente zur Stärkung und Entwicklung will Ihre Partei in Zukunft bereitstellen?
  3. In der von Deutschland ratifizierten UNESCO UNESCO UNESCO UNESCO UNESCO -Konvention „Kulturelle Vielfalt“ wird die kulturelle Grundversorgung und Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger betont und den Ländern und Kommunen die Umsetzung und Sorge dafür als „pflichtige Aufgabe“ übertragen. Unterstützt Ihre Partei die Forderung, zur Erhaltung und Stärkung der kulturellen Vielfalt in Thüringen das Instrument der mehrjährigen Förderung freier Träger sowohl als Konzeptförderung wie auch in der Personalförderung wie z.B. beim Projektmanagerprogramm auszubauen? Wenn ja, wie, in welchem Umfang und nach welchen Kriterien stellen Sie sich eine Umsetzung in der kommenden Legislaturperiode vor?

Landesmusikrat Thüringen e.V.

 

I. Musikalische Bildung

Bildungsfragen sind Schlüsselfragen künftiger gesellschaftlicher Entwicklungen. Darin eigebettet ist die musikalische Bildung als Teil kultureller Bildung.

  1. Wie wollen Sie angesichts des sich abzeichnenden Mangels an qualifiziertem Fachpersonals künftig die musikalische Grundversorgung im Musikunterricht an den allgemein bildenden Schulen absichern? Was wollen Sie unternehmen, um junge Musiklehrer für die Arbeit an Thüringer Schulen zu gewinnen?
  2. Wie wollen Sie künftig im außerunterrichtlichen Bereich eine langfristige verlässliche Bildungsarbeit der Thüringer Musikschulen garantieren? Werden Sie sich für eine Erhöhung der Festeinstellungen in den Lehrerkollegien einsetzen und damit Qualität und Nachhaltigkeit musikpädagogischer Maßnahmen fördern? Wie wollen Sie den Zugang zur musikalischen Bildung in Thüringen sozial gerecht gestalten?

 

II. Laienmusik

Die aktive Musikausübung in der Laienmusik vom Kindes- und Jugendalter bis hin zu den Senioren ist das Fundament der gesamten Musikkultur in Thüringen, ohne die auch die professionellen Musikangebote nicht lebensfähig wären.

  1. Wie wollen Sie die Rahmenbedingungen für die Laienmusik in Thüringen verbessern? Wie stehen Sie zu einer Einführung einer Übungsleiterpauschale für die Leiter der zahlreichen Musikensembles, wie das in vielen anderen Bundesländern seit Jahren erfolgreich praktiziert wird?

Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V.

Kunst und Kultur sind Motoren gesellschaftlicher Entwicklungen, das macht kulturelle Bildung so bedeutsam. Verlässliche und erfolgreiche Infrastrukturen kultureller Bildung – Einrichtungen, Orte und Angebote – sind das Rückgrat der kulturellen Bildung. Damit kulturelle Bildung als Querschnittsaufgabe zwischen Kultur und Bildung gelingen kann, bedarf es nachhaltiger struktureller, personeller und finanzieller Rahmenbedingungen, um die verschiedensten Akteure in ihrem Engagement zu unterstützen und zu stärken.

  1. Ein Landesentwicklungskonzept für kulturelle Bildung ist Voraussetzung für Transparenz und Verteilungsgerechtigkeit. Es ermöglicht eine langfristige Planung und eine strategische Herangehensweise. Befürworten Sie ein Landesentwicklungskonzept für kulturelle Bildung? Wo liegen Ihrer Meinung nach die Schwerpunkte der kulturellen Bildungspolitik in Thüringen?
  2. Der Ausbau der kulturellen Bildung bietet gute Entwicklungsmöglichkeiten für kommunale und regionale Bildungslandschaften. Mit welchen Maßnahmen kann der Freistaat die kulturelle Bildung innerhalb dieser Bildungslandschaften befördern und verankern und eine sozialräumliche Ausgewogenheit dieser Angebote unterstützen?
  3. Sehen Sie in der verbindlichen Festlegung von Finanzteilen für die kulturelle Bildung bei den Angeboten der großen, staatlich finanzierten öffentlichen Kultureinrichtungen ein mögliches Instrument, die demokratische Teilhabe der Gesamtbevölkerung zu stärken?
  4. Die Vielfalt der Träger und Angebote kultureller Bildung ist ein besonderes Markenzeichen Thüringens. Gleichzeitig fehlt es bisher an einem zentralen Marktplatz für diese Angebote, damit Einzelpersonen, aber auch formale Bildungsinstitutionen mühelos geeignete Kooperationspartner finden können. Würden Sie sich für die Etablierung eines online und offline verfügbaren Kulturportals für kulturelle Bildungsangebote einsetzen, das diesen Überblick gewährleistet? Würden Sie sich auch für die Entwicklung von Qualitätsstandards für kulturelle Bildungsangebote einsetzen?
  5. Auf EU -, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene gibt es eine unübersehbare Fülle von Förderprogrammen für kulturelle Bildungsprojekte. Um eine breite Beteiligung Thüringer Einrichtungen aus Jugend, Schule, Sozialraum und Kultur an diesen Förderprogrammen zu sichern, bedarf es einer zentralen Beratungs- und Servicestelle. Befürworten Sie die Einrichtung einer unabhängigen Service- und Beratungsstelle für Förderprogramme bei der LK J Thüringen?

Museumsverband Thüringen e.V.

  1. Der wissenschaftliche Nachwuchs in den Thüringer Museen ist durch die Altersstruktur der Führungskräfte und die Nichtnachbesetzung wissenschaftlichen Personals in den kommenden Jahren stark gefährdet. Wie setzt sich Ihre Partei für die Lösung diese Problems – z.B. durch die Auflage eines Landesprogramms für Volontäre – ein?
  2. Museen sind in Thüringen der größte außerschulische Bildungsanbieter. Trotzdem sind viele Museen durch das Fehlen von Museumspädagogen nicht ausreichend in der Lage, ihrem Vermittlungsauftrag nachzukommen. Im Kulturkonzept des Freistaates ist dieses Problem nicht thematisiert. Wie wird sich Ihre Partei zu einem Landesprogramm zur Förderung der museumspädagogischen Bildungsvermittlung stellen?
  3. Die Thüringer Museen und ihre Sammlungen haben einen enormen Restaurierungsbedarf. Wie wird sich Ihre Partei für die Beseitigung des Restaurierungsstaus vor allem auch in mittleren und kleineren Museen einsetzen?

Thüringer Literaturrat e.V.

  1. Wie stehen Sie zu dem Ziel, Literaturorte, Literaturhäuser, literarische Gedenk- und Erinnerungsorte, Bibliotheken und Museen kontinuierlich als literarisch-kulturelle Begegnungsorte auszubauen? Welche Konsequenzen ergeben sich für Sie daraus?
  2. Welche Rolle kommen Land und Kommunen bei der Förderung kultureller Basistechniken zu? Wie stehen Sie zu einer deutlichen Erweiterung von schulischen und außerschulischen Lese- und Schreibförderprogrammen? Wie stehen Sie zu der Überlegung, in adäquatem Maß Kulturarbeiter für diese Arbeit zu einzusetzen und zu honorieren?
  3. Wie stehen Sie zu der Überlegung, den literarischen Austausch zwischen Thüringen und anderen Bundesländern durch geeignete Veranstaltungsformate zu intensivieren und wären Sie bereit, die Stärkung des kulturellen Dialoges zu unterstützen?

VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V., Landesverband Thüringen

Bisher gibt es in Thüringen keine Stelle, an der Künstlernachlässe gesammelt und erfasst werden. Damit gehen vermehrt regional bedeutende Kunstwerke verloren. Gerade in ihnen zeigt sich aber, wie bei kaum einer anderen Medienart, ein sozialhistorischer Bezug, an dem sich Landesgeschichte plastisch dokumentieren lässt. Im Gegensatz zum zum musealen Ansatz steht hier der Zusammenhalt von Schrift- und Kunstgutüberlieferung im Vordergrund. Ein Beispiel ist der Nachlass des Weimarer Malers Alfred Ahner (1890-1973), in dessen bildnerischen und schriftlichen Werk sich die Geschehnisse der Weimarer Republik und der NS NS -Zeit verdeutlichen. Nachdem sich in Thüringen keine geeignete Stelle finden ließ, ging sein schriftlicher Nachlass an die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden, das bildnerische Werk konnte erst nach Jahren im Museum des Freilichtmuseums Hohenfelden untergebracht werden.

  1. Wie stehen Sie zu der Forderung, in Thüringen eine zentrale Stelle einzurichten, an der Nachlässe Thüringer Künstler aufbewahrt und aufgearbeitet werden können.

Verband Bildender Künstler Thüringen e.v.

  1. Die anfängliche Förderung des Bereichs „Kunst und Bauen“ durch den Freistaat ist kontinuierlich zurückgegangen, seit 2006 ruht sie. Sind Sie bereit, dieses Engagement zu erneuern und dauerhaft bei Baumaßnahmen des Freistaates 2% der Ausgaben des Hoch-, Tief- und Landschaftsbaues für Kunst im öffentlichen Raum zu verankern und im Rahmen transparenter, fachlich legitimierter Wettbewerbsverfahren zu vergeben?
  2. Wie beurteilen Sie die Haushaltslage für die Kulturförderung – speziell eine Erhöhung der Mittel zur Einrichtung eines Ankaufpools für zeitgenössische Bildende Kunst und der Einführung gesonderter Ankaufetats in den Landesmuseen für den Erwerb von Werken lebender Künstler? Welche weiteren Konzepte für die Erhaltung von Nachlässen zeitgenössischer Künstler unseres Freistaats streben Sie an?
  3. „Der Künstler schmückt Räume - dies ist Ehre genug.“ Wie in anderen Kunstsparten längst üblich, fordern die Bildenden Künstler Honorare für ihre Arbeit. Wie beurteilen Sie die Forderung der Künstlerinnen und Künstler nach Einführung von Ausstellungshonoraren bei öffentlichen Ausstellungen, um so einen Teil des existenzsichernden Einkommens der Künstler festzuschreiben? Wie stehen Sie in diesem Zusammenhang zum Erhalt und der Erhöhung der Förderung kommunaler Galerien und Etablierung weiterer öffentlicher Ausstellungsmöglichkeiten?
  4. Der Verband veranstaltet alle zwei Jahre die artthuer – Thüringer Kunstmesse. Diese Biennale zeitgenössischer Bildender Kunst hat sich erfolgreich als größte Kunstmesse Mitteldeutschlands etabliert und mit ihrem Konzept als Produzentenmesse bewährt und erfreut sie sich zunehmender Beliebtheit bei Ausstellern und Besuchern gleichermaßen. Wie wollen Sie den Fortbestand dieser artthuer – Thüringer Kunstmesse durch geeignete finanzielle Maßnahmen sichern?

Unterzeichner

BDK e.V. Fachverband für Kunstpädagogik, Landesverband Thüringen
Jun. Prof. Dr. Andrea Dreyer (Vorsitzende)
Sybill Hecht (Vertreterin der Vorsitzenden)

Deutscher Bibliotheksverband e.V., Landesverband Thüringen
Dr. Eberhard Kusber (Vorsitzender)
Gerhard Vogt (Vertreter des Vorsitzenden)

Deutscher Bühnenverein, Landesverband Thüringen
Guy Montavon (Vorsitzender)
Dr. Ekkehard Müller (Geschäftsführer)

Heimatbund Thüringen e.V.
Dr. Burkhard Kolbmüller (Vorsitzender)
Barbara Umann (Geschäftsführerin)

LAG Soziokultur Thüringen e.V.
Alexander Lochthofen (Vorsitzender)
Bettina Rößger (Geschäftsführerin)

Landesmusikrat Thüringen e.V.
Prof. Dr. Eckart Lange (Präsident, Präsident des Kulturrats Thüringen)
Constanze Dahlet (Geschäftsführerin)

Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V.
Dr. Jürg Kasper (Vorsitzender)
Marion Minkus (Geschäftsführerin)

Museumsverband Thüringen e.V.
Günter S chuchardt (Vorsitzender)
Dr. Lutz Unbehaun (1. Vizepräsident, Vizepräsident des Kulturrats Thüringen)
Holger Nowak (Geschäftsführer)

Thüringer Literaturrat e.V.
Prof. Dr. Marie-Elisabeth Lüdde (Vorsitzende, Vizepräsidentin des Kulturrats Thüringen)
Christoph Schmitz-Scholemann (Vorsitzender)
Dr. Jens Kirsten (Geschäftsführer)

VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V., Landesverband Thüringen
Dr. Jens Riederer (amtierender Vorsitzender)
Dr. Christiane Wolf (amtierende Stellvertreterin)

Verband Bildender Künstler Thüringen e.V.
Prof. Klaus Nerlich (Sprecher)
Michaela Hirche (Geschäftsführerin)