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Freitag 21.10.16

Tag der Bibliotheken in Baden-Württemberg 2016: Baden-Württemberg braucht Bibliotheksentwicklung und einen Bibliotheksentwicklungsplan

Pressemitteilung des LV Baden-Württemberg

 

„Baden-Württemberg kann derzeit im Ländervergleich auf eine in vielen Regionen gut entwickelte Bibliothekslandschaft blicken, gleichwohl sind große Ungleichheiten vor allem bei den kommunalen öffentlichen Bibliotheken nicht zu übersehen“, erklärt Dr. Frank Mentrup, Vorsitzender des dbv Baden-Württemberg und Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe im Vorfeld des „Tages der Bibliotheken in Baden-Württemberg“ am 24. Oktober.

Bibliotheken sind als meist besuchte Bildungs- und Kultureinrichtungen wichtige Partner zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen in der Bildung, bei medialen und technologischen Entwicklungen, im Bereich des  demografischen und sozialen Wandels sowie bei der Integration von Einwanderern. Um diese Potentiale der Bibliotheken im Land noch besser für die Bürgerinnen und Bürger zu erschließen, sieht  der Deutsche Bibliotheksverband dringenden Handlungsbedarf für einen strategischen Entwicklungsprozess. Eine landesweite, spartenübergreifend abgestimmte Entwicklungsstrategie für das Bibliothekswesen existiert derzeit in Baden-Württemberg nicht.

Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken stellen sich flexibel auf die Bedürfnisse der Gesellschaft ein. Ein gutes Beispiel hierfür sind ihre mittlerweile umfangreichen Angebote für Geflüchtete: Von Medien zum Erlernen der deutschen Sprache, E-Learning-Angeboten, Bibliothekseinführungen, Sprachencafés, Vorlesestunden in den Öffentlichen Bibliotheken bis hin zu den Wissenschaftlichen Bibliotheken, die geflüchteten Akademikern oder Studierenden den freien Zugang zu wissenschaftlichen Ressourcen ermöglichen. Demgegenüber haben jedoch gerade die kommunalen Bibliotheken bisher kaum von den höheren Finanzzuweisungen an die Kommunen profitiert, vereinzelt gab es Unterstützung aus Stiftungsmitteln oder Förderprogrammen. Der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband fordert daher, Bibliotheken in nationalen, landesweiten oder kommunalen Integrationsplänen zu verankern. Monika Ziller, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied des dbv Baden-Württemberg berichtet von einer signifikanten Nutzung von Bibliotheken durch Geflüchtete. Als Direktorin der Stadtbibliothek Heilbronn kann sie das mit konkreten Zahlen belegen: „Seit dem 1.7.2015 hat die Stadtbibliothek in Heilbronn ca. 1100 Flüchtlingen Bibliotheksausweise ausgestellt, Kinder und Jugendliche kommen noch dazu.“ So wie ihre Bibliothek haben sich viele Bibliotheken in Baden-Württemberg sehr schnell auf die neuen Bibliotheksnutzer eingestellt und unkompliziert auf deren Bedürfnisse reagiert und damit zur gelingenden Integration von Geflüchteten beigetragen.

Am Montag, den 24. Oktober 2016, dem „Tag der Bibliotheken in Baden-Württemberg“ richten der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband, der Berufsverband BIB Baden-Württemberg sowie die Stadtbibliothek Ulm gemeinsam den Aktionstag unter der Überschrift „Zukunft: Wo geht die Reise hin?“ und richten den Blick vor allem auf die Weiterentwicklung und die Leistungsfähigkeit von Bibliotheken, aber auch auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für erfolgreiche Bibliotheksarbeit. In diesem Jahr findet der Tag in der Wissensstadt Ulm statt, deren Stadtbibliothek auf 500-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Tagsüber sind Besichtigungen verschiedener Ulmer und Neu-Ulmer Bibliotheken geplant, um 17 Uhr findet in der Stadtbibliothek Ulm zum Abschluss des „Tages der Bibliotheken in Baden-Württemberg“ eine Podiumsdiskussion statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Den Fragen der Bürger stellen sich die Mitglieder des Landtages Jürgen Filius (Bündnis 90/Die Grünen), Martin Rivoir (SPD), Raimund Haser (CDU) und Nico Weinmann (FDP/DVP). Weiterhin sind auf dem Podium vertreten der dbv-Landesverband mit Monika Ziller sowie Gudrun Heute-Bluhm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg.

Der „Tag der Bibliotheken“ wird bundesweit seit 1995 am 24. Oktober begangen. Er wurde vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ins Leben gerufen. Alljährlich wird damit die Aufmerksamkeit auf die rund 10.000 Bibliotheken in Deutschland gelenkt, die gerade im digitalen Zeitalter als offene und für die gesamte Bevölkerung frei zugängliche Orte der Bildung und Kultur wichtig sind. Der Deutsche Bibliotheksverband verleiht am Tag der Bibliotheken den Preis „Bibliothek des Jahres“, der einzige nationale Bibliothekspreis in Deutschland.

In Baden-Württemberg findet der Aktionstag seit 2004 regelmäßig statt und ist in vielen Bibliotheken Anlass, mit zahlreichen Veranstaltungen auf ihr umfangreiches Angebot und ihre Leistungsfähigkeit aufmerksam zu machen. Die Aktivitäten des dbv-Landesverbandes zum „Tag der Bibliotheken in Baden-Württemberg“ werden seit vielen Jahren von der Staatlichen Totto-Lotto GmbH und dem Sparkassenverband Baden-Württemberg großzügig unterstützt.

Mehr Informationen unter www.tag-der-bibliotheken-bw.de und www.bw.bibliotheksverband.de

 

Der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) setzt sich seit über 50 Jahren für Bibliotheken im Bundesland Baden-Württemberg ein. Er vertritt über 200 Einrichtungen. Sein Anliegen ist es, die Wirkung von Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken.

Ansprechpartnerin für Rückfragen:

Monika Ziller
Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband e.V., Geschäftsführerin
Direktorin der Stadtbibliothek Heilbronn
Berliner Platz 12, 74072 Heilbronn, Telefon 07131/56-3363

geschaeftsstelle@bw.bibliotheksverband.de