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Mittwoch 26.10.16

Tag der Bibliotheken in Baden-Württemberg 2016: Wichtiger Schritt für die Bibliotheksentwicklung in Baden-Württemberg eingeleitet

Pressemitteilung des LV Baden-Württemberg

(Heilbronn, 25.10.2016) Am 24. Oktober 2016, dem bundesweiten Tag der Bibliotheken, luden Ulm und Neu-Ulm, der Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband sowie der Berufsverband BIB Baden-Württemberg gemeinsam zur zentralen Veranstaltung in die Donaumetropole ein. Am Abend fand ein öffentliches Podiumsgespräch unter dem Titel „Wo geht die Reise hin? Bürger und Bibliotheken fragen – Politiker antworten“ statt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren die Landtagsabgeordneten Jürgen Filius (Bündnis 90/Die Grünen), Martin Rivoir (SPD), Raimund Haser (CDU) und Nico Weinmann (FDP/DVP) sowie Gudrun Heute-Bluhm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg und Monika Ziller, Vorstandsmitglied und Geschäftsführerin des dbv-Landesverbandes Baden-Württemberg.

„Wir sind heute konkret ein Stück weitergekommen“, fasste Dr. Frank Mentrup, der Vorsitzende des dbv-Landesverbandes Baden-Württemberg und Oberbürgermeister von Karlsruhe, das Ergebnis des Podiumsgesprächs zusammen. Der Vorschlag des Bibliotheksverbands, das baden-württembergische Bibliothekswesen von einem externen Fachmann analysieren zu lassen, um dann auf dieser Grundlage das Gespräch mit den politisch Verantwortlichen weiterzuführen, wurde von den Abgeordneten einstimmig begrüßt.

Im Laufe des Podiumsgesprächs, moderiert von Dr. Wolfgang Niess, SWR, wurden die aktuellen Herausforderungen von Bibliotheken benannt und die vielen Aufgaben von Bibliotheken im Bereich der Bildungsgerechtigkeit, der Integration und des freien Zugangs zu Information verdeutlicht.  Auch strukturelle Faktoren, die Finanzierung sowie eine Evaluation des Gesetzes zur Förderung  der Weiterbildung und des Bibliothekswesens aus den 1980er Jahren wurden beleuchtet.

In seiner Begrüßung verdeutlichte der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch, dass Bibliotheken Tradition und Zukunft haben. So sei die Stadtbibliothek Ulm ein Beispiel dafür, dass man als eine der ältesten Stadtbibliotheken in Deutschland nach 500 Jahren auch für das 21. Jahrhundert gut aufgestellt sei. "Der Neubau der Zentralbibliothek im Jahr 2004 als gläsernes Haus des Wissens war ein Meilenstein - heute nutzen jährlich 600.000 Besucherinnen und Besucher den Treffpunkt Stadtbibliothek".

„So sollte es eigentlich überall sein.“ wünschte sich Dr. Frank Mentrup: „Wir wollen, dass alle Menschen in Baden-Württemberg Zugang zu Bibliotheken haben und alle Gemeinden in die Lage versetzt werden, eine Bibliothek als Bildungs- und Kultureinrichtung und als Treffpunkt anzubieten.“ Er verweist auf die Zahlen: Es gibt 1102 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg, davon unterhalten 553 Kommunen insgesamt 796 Standorte öffentlicher Bibliotheken. Diese erreichen ca. 80 % der Bevölkerung. Jedoch nicht nur die Versorgung mit Bibliotheken sollte diskutiert werden, sondern auch die Möglichkeiten der spartenübergreifenden Zusammenarbeit und Vernetzung von öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken.

Musikalisch beeindruckend und pointiert umrahmt wurde die Veranstaltung vom Rap- und Beatboxduo Toba Borke und Pheel. 

Schon den ganzen Tag konnten sich Fachleute aus Süddeutschland mit der Zukunft von Bibliotheken beschäftigen, indem sie sich auf eine „Zeitreise“ begaben. In einem Oldtimerbus ging es zu sechs öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken auf beiden Seiten der Donau. Zurückversetzt in die Zeit des Rokoko fühlten sich die Reisenden im überwältigenden Bibliothekssaal des Klosters Wiblingen vor den Toren der alten Reichsstadt Ulm. Weitere Stationen der Zeitreise waren die Bibliothek der Hochschule Neu-Ulm, in der das wissenschaftliche Arbeiten im 21. Jahrhundert im Mittelpunkt stand, die Bibliothek der Hochschule Ulm, die Online-Ressourcen wie eBook-Plattformen und Literaturdatenbanken präsentierte sowie die Bibliothek der Universität Ulm mit ihren neuen Lernräumen und die Stadtbücherei Neu-Ulm, die nach 30 Jahren an ihrem jetzigen Standort einen Neubau erwägt. Die letzte Station der Zeitreise war die Stadtbibliothek Ulm mit ihrer modernen Glaspyramide.

Der „Tag der Bibliotheken“ findet bundesweit seit 1995 statt. Er wurde vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ins Leben gerufen. Seitdem machen Bibliotheken jährlich am 24. Oktober mit besonderen Aktivitäten und Veranstaltungen auf ihre vielfältigen Leistungen als unverzichtbare Bildungs- und Kultureinrichtungen aufmerksam.

In Baden-Württemberg findet der Aktionstag seit dem Jahr 2004 regelmäßig statt . Er lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bibliotheken im Land und macht auf ihr umfangreiches Angebot aufmerksam. Die Aktivitäten des dbv-Landesverbandes zum Tag der Bibliotheken in Baden-Württemberg werden seit vielen Jahren großzügig unterstützt von der Staatlichen Toto-Lotto GmbH und dem Sparkassenverband Baden-Württemberg.