dbv-Newsletter Nr. 1.2013 (26. März)

Editorial

Ab sofort informieren wir unsere Leserinnen und Leser noch umfassender und kompakter über nationale und internationale Meldungen. Daher erscheint der dbv-Newsletter ab dieser Ausgabe im neuen Gewand und enthält Meldungen aus dem dbv sowie der nationalen und internationalen Bibliothekswelt - wie immer aktuell und übersichtlich. 
Das Erscheinen der ersten Ausgabe dieses neuen dbv-Newsletters feiern wir mit virtuellen literarischen Kuchen http://flavorwire.com/374498/30-gorgeous-and-delicious-literary-cakes/view-all Die Redaktion wünscht guten Appetit und viele Anregungen und Ideen durch den Genuss des neuen Newsletter!


Inhaltsübersicht

1. dbv bei Expertengespräch im Ausschuss für Kultur und Medien
2. dbv fordert Zweitveröffentlichungsrecht für deutsche Wissenschaft
3. Coverbilder in Bibliothekskatalogen sind unverzichtbar
4. Beiträge dbv-Symposium zum Urheberrecht vom 25. Oktober 2012 veröffentlicht
5. Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken 2013 an Nikolaus Bernau
6. Kooperation von Volkshochschulen und Bibliotheken in Rheinland-Pfalz
7. IFLA: WSIS +10 – Konferenz
8. Myanmar: Eifl-Team trifft Nobelpreis-Trägerin
9. ‘I love Libraries’ auf Facebook
10. “Comics out loud!” am 24. April
11. Verhandlungen zu EU-Förderprogrammen 2014-2020 gehen weiter
12. Europäische „große Koalition“ für die Schaffung von Jobs im IKT-Bereich


1. dbv bei Expertengespräch im Ausschuss für Kultur und Medien
Die dbv-Geschäftsführerin Barbara Schleihagen wurde am 20. März 2013 zu einem öffentlichen Expertengespräch im Kulturausschuss des Deutschen Bundestags eingeladen. Experten aus den Bereichen Buch, Film und Musik beantworteten die Fragen der Abgeordneten zu den neuen Vertriebsmöglichkeiten bei digitalen Angeboten und den damit verbundenen Problemen. Mehrheitlicher Tenor war, dass das Internet für die Kultur- und Kreativwirtschaft neue und lohnende Vermarktungsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle bietet.
Die dbv-Geschäftsführerin bewertete in ihrem Beitrag die Auswirkungen der Entwicklung des elektronischen Buchmarktes für Öffentliche Bibliotheken. Da Bibliotheken Lizenzen vom Rechteinhaber benötigten, könnten Bibliotheken in der digitalen Medienwelt momentan ihre Medienauswahl nicht mehr frei nach eigenen professionellen Kriterien treffen. So verlören Bibliotheken die Kontrolle über ihren unabhängigen und ausgewogenen Bestandsaufbau und das Bestandsmanagement. Gemeinsam mit dem Schriftsteller Mario Giordano appellierte Barbara Schleihagen außerdem an den Ausschuss, sich für eine Ausdehnung der Buchpreisbindung auch für elektronische Bücher einzusetzen.
Weitere Informationen:
http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a22/index.jsp

2. dbv fordert Zweitveröffentlichungsrecht für deutsche Wissenschaft
In seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums vom 06.03.2013 begrüßt der dbv ausdrücklich, dass das BMJ eine Regelung für das Zweitverwertungsrecht in das Urheberrecht einführen will. Kritisiert wird jedoch, dass der Gesetzentwurf von einer „Embargofrist“ von einem ganzen Jahr ausgeht und dass das Zweitverwertungsrecht auf Aufsätze in „periodisch erscheinenden Sammlungen“ eingeschränkt werden soll. Auch fordert der dbv das Recht, den Aufsatz in der veröffentlichten Form elektronisch zur Verfügung zu stellen. Mit großer Zustimmung hat der dbv die vorgeschlagenen Regelungen zur Digitalisierung der sog. verwaisten und vergriffenen Werke aufgenommen.
Weitere Informationen:
http://www.bibliotheksverband.de/dbv/positionen.html

3. Coverbilder in Bibliothekskatalogen sind unverzichtbar
Der dbv hat sich dafür eingesetzt, dass die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH (MVB) künftig allen Bibliotheken die kostenlose Nutzung ihrer Datenbank mit Buchcovern zur Anreicherung der Bibliothekskataloge gestattet. Die MVB ist die Wirtschaftstochter des Börsenvereins des deutschen Buchhandels und unter anderem Betreiberin der beiden Verkaufsplattformen Libreka! und buchhandel.de. Eine vergleichbar umfangreiche Datenbank mit aktuellen Coverbildern hat bisher nur Amazon geboten. Die öffentlich geäußerte Kritik, Bibliotheken wollten einseitig Amazon fördern, ist aus Sicht des dbv abwegig.
Weitere Informationen:
http://www.bibliotheksverband.de/dbv/presse.html

4. Beiträge dbv-Symposium zum Urheberrecht vom 25. Oktober 2012 veröffentlicht
Die Beiträge der Repräsentanten großer Wissenschaftsorganisationen und –verlage im Rahmen des dbv-Fachsymposiums „Urheberrecht für die Wissensgesellschaft – Herausforderungen in der digitalen Welt“ vom 25. Oktober 2012 sind nun in der Zeitschrift „Bibliothek - Forschung und Praxis" erschienen.
Weitere Informationen:
http://www.b2i.de/themenportale/bibliothekforschungundpraxis/preprint-artikel

5. Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken 2013 an Nikolaus Bernau
Der mit 5.000 Euro dotierte Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken (Helmut-Sontag-Preis) ging in diesem Jahr an Nikolaus Bernau, Kulturredakteur der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau, für seine kontinuierliche, engagierte und kenntnisreiche Berichterstattung rund um Themen der Bibliotheken. Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) und die WBG (Wissenschaftliche Buchgesell­schaft) verliehen den Publizistenpreis am 11. März 2013 im Rahmen der Eröffnungsfeier des 5. Biblio­theks­­kon­gresses in Leipzig.
Weitere Informationen:
http://www.bibliotheksverband.de/dbv/auszeichnungen/publizistenpreis/preistraeger/2013.html

6. Kooperation von Volkshochschulen und Bibliotheken in Rheinland-Pfalz
Am 4. März 2013 fand in der VHS Bingen ein 2. „Round-Table-Gespräch“ mit Vertretern aus Volkshochschulen und Bibliotheken mit dem Thema „Gemeinsam Zukunft gestalten – Optionen und Konzepte der Kooperation“ statt. Eingeladen hatten der Landesverband Rheinland-Pfalz im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) und der Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz e.V. Die Veranstaltung in Bingen setzte das 1. „Round-Table-Gespräch“ vom Februar 2011 fort, bei dem Volkshochschulen und Bibliotheken erstmals über weitergehende Kooperationsmöglichkeiten diskutierten. Die Landesverbände von VHS und Bibliotheken wollen den 2011 begonnenen Dialog miteinander und mit ihren jeweils rund 75 Mitgliedseinrichtungen in einem zweijährlichen Turnus fortsetzen.
Weitere Informationen:
http://www.bibliotheksverband.de/landesverbaende/rheinland-pfalz/presse.html

7. IFLA: WSIS +10 – Konferenz
Am 27.Februar endete die Konferenz WSIS +10 in Paris, die die vergangenen zehn Jahre nach dem Weltinformationsgipfel (WSIS) 2003 in Tunis rückblickend und weiterführend diskutierte. Der internationale Bibliotheksverband IFLA brachte in zwei Workshops die Anliegen der Bibliotheken in die Diskussionen ein. Als Erfolg sind zwei kleine, aber für die Bibliotheks- und Informationsarbeit grundlegende Wörtchen in die Abschlusserklärung eingeflossen: public access, der öffentliche Zugang wurde explizit als Zielvorgabe genannt. Die Erklärung ist ein weiterer Schritt des Prozesses, der 2014 zu einer Evaluation führen soll und 2015 von der UN-Vollversammlung in einem Abschlussbericht anerkannt werden soll.
Weitere Informationen:
http://www.ifla.org/news/closing-of-the-wsis10-review-meeting

8. Myanmar: Eifl-Team trifft Nobelpreis-Trägerin
Bevor sie auf Einladung des dbv einen Vortrag auf dem Leipziger Kongress zur Rolle öffentlicher Bibliotheken bei der Umsetzung der Milleniums-Entwicklungsziele hielt, war Monika Elbert, Mitarbeiterin bei eifl (Electronic Information for Libraries), Mitglied in der eifl-Delegation, die Myanmar besuchte. Die Delegation traf auch mit Friedensnobelpreis-Trägerin und Mitglied des Parlaments Frau Aung San Suu Kyi zusammen, um die Rolle der Bibliotheken zu diskutieren, die diese für die Entwicklung der Gesellschaft insbesondere im ländlichen Raum von Myanmar übernehmen können. 
Weitere Informationen:
http://www.beyondaccess.net/2013/02/21/it-will-be-up-to-the-librarian-aung-san-suu-kyi-meets-the-beyond-access-team-in-myanmar/

9. ‘I love Libraries’ auf Facebook
Mehr als 47.000 ‚Gefällt mir‘ – Zustimmungen verzeichnet die Facebook-Seite ‚I love Libraries‘ zur Zeit. Unter dem Titel ‘I love Libraries’ ist auf Facebook eine Fülle von Links zu finden zu Geschichten, Bildern und Zitaten zu Bibliotheken in den USA und weltweit. Auch die Möglichkeit zu Austausch und Kontakt soll über diese Plattform unterstützt werden.
Weitere Informationen: 
https://www.facebook.com/ILoveLibraries 

10. “Comics out loud!” am 24. April
Um die Bedeutung von Comics zur Förderung von Lesefähigkeit zu unterstützen, ist der 24. April zum Aktionstag “Comics Out Loud!” bestimmt worden. Lesen mit Bildern wendet sich an Bibliotheksmitarbeiter, Lehrer und Erzieher, um den Einsatz von Comic-Büchern stärker im beruflichen Alltag zu verankern. Zum Download werden farbige Poster und Materialien mit Vorschlägen für den Einsatz in der Vermittlung angeboten.
Weitere Informationen:
https://www.z2systems.com/np/clients/rwp434/event.jsp?event=3

11. Verhandlungen zu EU-Förderprogrammen 2014-2020 gehen weiter
Die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes lehnten am 13. März 2013 die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates zum Mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 (MFR) vom Februar 2013 ab. Der MFR ist entscheidend für die inhaltliche und finanzielle Ausgestaltung der neuen EU-Förderprogramme ab 2014. Obwohl das Parlament die Obergrenze von 960 Mrd. Euro für die finanzielle Ausstattung der Förderprogramme akzeptiert, betonen die Abgeordneten, dass es wichtig sei, Investitionen in Innovation, Forschung, Entwicklung, Infrastruktur und Jugend erheblich zu erhöhen.
Die Verhandlungen zum MFR werden also fortgesetzt. Parallel dazu laufen die Beratungen zu den rechtlichen Grundlagen für die EU-Programme und -Maßnahmen für den Zeitraum 2014-2020 weiter, bei denen der Europäische Rat und das Parlament gleichberechtigt entscheiden. Mit konkreten Informationen bezüglich der künftigen EU-Förderprogramme ist in der 2. Jahreshälfte zu rechnen. Gemeinsames Ziel von Kommission und Parlament ist es jedoch, die Beantragung von Fördermitteln zu vereinfachen und den Verwaltungsaufwand dem Umfang der Förderung anzupassen. Demnach sollen kleine Förderbeträge auch einfacheren Regeln unterliegen.
Weitere Informationen:
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=TA&reference=20130313&secondRef=TOC&language=de

12. Europäische „große Koalition“ für die Schaffung von Jobs im IKT-Bereich
Im Rahmen einer Konferenz Anfang März 2013 in Brüssel wurde eine „Große Koalition“ aus EU-Kommission und zahlreichen Unternehmen gestartet, um gemeinsam gegen den drohenden Fachkräftemangel im Informations- und Kommunikationsbereich (IKT) vorzugehen. Trotz der generell hohen Arbeitslosigkeit werden voraussichtlich bis 2015 in der EU bis zu 900.000 Stellen mit IKT-Bereich unbesetzt bleiben.
Handlungsfelder sind:
- nachfrageorientierte Aus- und Weiterbildung;
- gezielte Mobilitätsförderung von Fachkräften, bspw. durch Sprachkurse, in Regionen, wo ein besonderer Bedarf an IKT-Fachkräften herrscht;
- Schaffung eines europaweiten Referenzrahmens für die Zertifizierung von IKT-Fähigkeiten („e-competences“);
- Modernisierung der IKT-Bildung in der Schule durch gezielte Lehrerausbildung, um Schülerinnen und Schülern frühzeitig digitale Kompetenzen vermitteln zu können.
Die EU-Kommission stellt dafür Mittel aus den EU-Förderprogrammen wie eSkills, dem Programm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) oder den Beschäftigungs- und Bildungsprogrammen zur Verfügung.
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/11209_de.htm


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Miriam Schriefers, EU- und Drittmittelberatung, Kompetenznetzwerk für Bibliotheken
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