Kontakt | Impressum | Sitemap | RSS | English

Workshop am 17. Oktober 2014 in Reutlingen

Neue programmatische Leitlinien für die Arbeit der Bibliotheks-Freundeskreise: Ein Workshop in Reutlingen

Nach dem 1. Arbeitstreffen der NRW-Freundeskreise am 21. 06. 2014 in Dortmund (siehe dazu den Bericht in BuB 66/2014 10. S. 663 f.) fand am 17. 10. 2014 nun auch in Baden-Württemberg ein 1. Treffen der Freundeskreise statt, vornehmlich gedacht für Teilnehmer aus dem süddeutschen Raum. Gastgeber und Sponsor der Veranstaltung war die ekz, die für diesen von rund 30 Teilnehmern besuchten Workshop hervorragende Rahmenbedin­gungen bot. Die Konzeption und Moderation des Treffens lag in den bewährten Händen von Meinhard Motzko vom Praxisinstitut Bremen.

Der Veranstaltung voraus ging eine gründliche (mündliche wie schriftliche) Recherche der derzeit dringlichsten Probleme der Bibliotheks-Freundeskreise. Deren Ergebnisse waren zugleich die Grundlage für die Planung des Workshops, in dessen Mittelpunkt  die Erarbei­tung von Argumenten und Kernaussagen für die erfolgreiche Mitgliederwerbung, die Sponsoren- und Spendeneinwerbung und die politische  Lobbyarbeit stand. Voraussetzung hierfür sei, so Motzko, die kritische Bewertung der Stärken und Schwächen „ihrer“ Biblio­thek durch den Freundeskreis, und zwar auf der Grundlage eines aktuellen Aufgaben Kataloges deutscher Bibliotheken. Herr Motzko erläuterte dann das aktuelle Aufgabenprofil (nicht nur) Öffentlicher Bibliotheken:  den freien Zugang zu Informationen gewährleisten, Sprach- und Leseförderung betreiben und so zur Lesekompetenz beitragen, Medien- und Recherchekompetenz zu vermitteln und zur kulturellen Bildung beizutragen – und zwar in genau dieser Reihenfolge. Vor diesem Hintergrund müssen die Freundeskreise dann die Schwachstellen ihrer Bibliothek herausfinden und hier gezielt  Förderprojekte anstoßen und zusätzliche Finanzmittel einfließen lassen.

Freundeskreise, dieser Konsens schälte sich sehr früh schon in der lebhaften Diskussion heraus, sind eben nicht nur die Lobbyisten, sondern auch kritische Partner ihrer Biblio­thek, deren Aufgabe es sei, Modernisierungen zu fördern. Der Freundeskreis wird dadurch nicht nur zu einer Art „Innovationsmotor der Bibliothek“, er gewinnt dadurch auch selber an Prestige in der Kommune und verbessert so nachhaltig seine Position für die Mitglieder- und Sponsorenwerbung.

Natürlich diente auch der Reutlinger Workshop wieder einem Erfahrungsaustausch der anwesenden Freundeskreis-Vertreter, die zudem viele hilfreiche konkrete Informationen und praktische Tipps mit nach Hause nehmen konnten, z. B. über Zuwendungen an Freundes­kreise aus Stiftungen und Bußgeldern, über die Steuerbefreiung von Literatur-Veranstaltungen und die Vorteile der „Gemeinnützigkeit“ der Freundeskreise. Sie konnten sich überdies in den Räumen der ekz von den neuesten Ausstattungsstandards deutscher Bibliotheken ein Bild machen und konkrete Angebote der des BIB und der ekz zur Koopera­tion mit den Freundeskreisen mitnehmen, z. B. zur Mitgliederverwaltung, zur Mitglieder­werbung und –pflege und zur Spendeneinwerbung für Buchanschaffungen.

Und ganz zuletzt bekam die „Arbeitsgemeinschaft der Freundeskreise im dbv“ noch ein dickes Paket an Arbeitsaufträgen mit auf den Weg. Die Vorschläge aus dem Workshop reichten von einer strategischen Neuausrichtung der AG über die Wahl eines Ehrenpräsi­denten und gestaffelte Mitgliedsbeiträge bis hin zur Schaffung von eigenen Verantwort­lichkeiten und Zuständigkeiten für die Vorstandsmitglieder. Kurt Idrizoviz, der Vorsitzen­der der AG der Freundeskreise, sagte abschließend zu, alle Anregungen und Vorschläge zeitnah im Vorstand zu diskutieren und – soweit sinnvoll und leistbar – auch zeitnah um­zusetzen.

Dr. Ronald Schneider
(dbv-Koordinator für die Freundeskreise)

Bericht
pdf, 34 KB
Einladung
pdf, 50 KB
Programm
pdf, 14,3 KB