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Politiker einbeziehen

Mit Politikern sprechen

Kommunikation ist alles!

Informieren Sie sich im Voraus über ihren Gesprächspartner.
Zu welcher Partei gehört er und welche Ziele hat er sich selbst für seine Amtsperiode gesteckt. Vereinbaren Sie einen Termin, am besten wenn die Regierungsbehörde nicht tagt. Sie sollten vorher auch abklären, ob Sie eine kleine Delegation von Wählern mitbringen können. Das könnte Sie bei ihrem Anliegen unterstützen.

Unterrichten Sie ihr Gegenüber.
Zunächst einmal ist es wichtig, die gewählten Amtspersonen mit allen wichtigen Hintergrundinfos zu versorgen. Informieren Sie über Ihre Bibliothek und Ihre Arbeit, gehen Sie auf die Vorteile für die Bevölkerung ein. Erklären Sie der Person, dass eine Bibliothek kein Kostenfaktor ist und sich eine Investition lohnt. Fakten und Zahlen können ihre Argumentation hierbei untermauern, genauso wie aktuelle Beispiele aus ihrer Stadt oder Region.

Drücken Sie ihr Anliegen klar und deutlich aus.
 Z.B.:  „Wir sind heute hier, um Ihnen dringend zuzuraten, für die Gesetzesvorlage xxx zu stimmen. Wir halten die Verabschiedung für unabdingbar, wenn alle Kinder die technologischen Fertigkeiten erlernen sollen, die sie benötigen.“ Es ist hilfreich eine kleine Agenda vorzubereiten und zum Gespräch mitzunehmen. So stellen Sie sicher, dass ihnen keine Punkte entfallen und können gleichzeitig mit einer guten Argumentationsstruktur punkten.
Halten Sie ihre Präsentation kurz.
Weitere Punkte können sie zusätzlich in Reserve halten. Es lohnt sich auch Beispiele oder persönliche Erfahrungen vorzubringen, um ihren Standpunkt zu festigen.

Sie sollten sich auf Fragen ihres Gegenübers einstellen.
Hierbei hilft es, genau zuzuhören und vor dem Antworten kurz zu überlegen. Beantworten Sie die gestellte Frage, aber richten Sie Ihre Antwort entsprechend der Botschaft aus, die Sie übermitteln wollen. Lassen Sie sich auf keinen Fall entmutigen. Seien sie positiv, diplomatisch und für seine Sicht der Dinge verständnisvoll.

Laden Sie ihre Politiker in Ihre Bibliothek ein.
Eine gute Gelegenheit, um Service, Technologien, Veranstaltungen und Fortschritte vor Ort kennenzulernen. Zusätzlich können Sie die  Abgeordneten in den Verteiler ihres Newsletters aufnehmen, so bleiben sie immer auf dem neuesten Stand.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Suche nach Förderern.
Auch Personen mit scheinbar geringem Einfluss können für ihre Bibliothek von Vorteil sein. Deshalb ist es wichtig, offen zu bleiben und das Gespräch z.B. auch mit neu gewählten Amtsträgern zu suchen. Vielleicht gibt es in deren Umfeld eine Person, die mit Bibliotheksarbeit besonders verbunden ist. Sie können ihre Abgeordneten auch auf besonders innovative Entwicklungen in der Bibliothek ihres Wahlkreises aufmerksam machen. So bleibt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man sich für ihre Bibliothek im Bundes- oder Landtag einsetzt.

Suchen Sie sich Unterstützer.
Um den Einfluss ihrer Bibliothek zu erhöhen, lohnt es sich auch, andere davon zu überzeugen, ihre Botschaft zu unterstützen und weiterzuleiten. Dies können z.B. Medienvertreter, Hochschulleiter, Geldgeber oder Organisationen sein.
Zeigen Sie Wertschätzung.

Bedanken Sie sich bei ihrem Abgeordneten für die Unterstützung und scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten.


Politiker in die Bibliothek holen

Politikerinnen und Politiker haben Bibliotheken, ihr Angebot und Leistungsspektrum häufig nicht „auf dem Schirm“. Das ist keine Böswilligkeit, sondern hängt häufig auch mit der persönlichen Arbeits- und Lebenssituation zusammen: Es sind Menschen, die wenig Zeit haben. Wenn sie keine schulpflichtigen Kinder (mehr) haben, besuchen sie die Einrichtung Bibliothek eher nicht mehr. Wir wollen aber die Wahrnehmung der Bibliotheken bei Politikerinnen und Politikern erhöhen und sie als Partner und Fürsprecher gewinnen – das ist Lobbyarbeit.

Gute Lobbyarbeit für Ihre Bibliothek vor Ort setzt voraus, dass Sie persönliche Kontakte pflegen zu

  • Mitgliedern des Gemeinderats Ihrer Kommune bzw. zu dem Entscheidungsgremium Ihres Unterhaltsträgers
  • Politischen Vertretungen Ihres Unterhaltsträgers (Bürgermeister, Amtsleiter
  • Zu anderen VIPs in Ihrer Kommune oder dem Umfeld Ihres Unterhaltsträgers:
    • Bundestags-, Landtags-, Kreistags- und Europaabgeordnete
    • Lokalpresse und Rundfunk
    • Lokale Stiftungen (z.B. Bürgerstiftung)
    • Vertreter großer Unternehmen und Banken

Ein wichtiges Mittel der Lobbyarbeit sind Jahresberichte der Bibliothek, die z.B. im Gemeinderat oder einem zuständigen Ausschuss vorgestellt werden. Vielleicht ist es möglich, das Gremium dazu direkt in die Bibliothek einzuladen. Auf jeden Fall sollten Sie einen gut gestalteten Bericht vorlegen und, wenn Sie die Möglichkeit bekommen, diesen mit einem Vortrag mit vielen Bildern erläutern. So vermitteln Sie einen Eindruck sowohl aus dem „Alltagsleben“ in der Bibliothek als auch von den „Highlights“.

Nun ist es i.d.R. schwierig, „VIPs“ einfach so in die Bibliothek einzuladen. Dies wird einfacher, wenn Sie Besuchsanlässe bieten. Hier können Ihnen Kooperationen mit wichtigen Akteuren vor Ort helfen, denn damit erhalten Ihre Veranstaltungen möglicherweise für VIPs einen höheren Stellenwert.
Beispiele für mögliche Kooperationen:

  • Die Lokalpresse: Laden Sie den Chefredakteur oder Herausgeber zu einem Vortrag ein oder überlegen Sie sich ein gemeinsames Projekt. Zeitung und Bibliothek arbeiten für die gleiche Zielgruppe: Leserinnen und Leser.

Die Stadtbibliothek Heilbronn hat vor einigen Jahren eine Fotoausstellung gezeigt: zum Thema „Zeitung lesen in Europa“: "Wir haben hier bei der Lokalzeitung wegen einer Kooperation angefragt und sind auf großes Interesse gestoßen. Die Zeitung führte mehrere Begleitveranstaltungen durch und lud selbst dazu in die Bibliothek ein. Das Publikum unterschied sich deutlich von unseren sonstigen Veranstaltungen: Es kamen Bundes- und Landtagsabgeordnete, Gemeinderäte, ein Staatssekretär, Bankenvorstände , Manager… kurzum alle die, die sonst eher nicht den Weg in die Bibliothek finden."
http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/stadt/art1925,1223657

  • Banken und Sparkassen: Viele Lokalbanken führen Kulturveranstaltungen durch, auch Autorenlesungen. Bieten Sie sich dort als Kooperationspartner an. Möglicherweise wird das Autorenhonorar ganz oder teilweise übernommen. Einladen kann dann die Bank nach ihrem Verteiler, dadurch kommt anderes Publikum und vor allem auch VIPs.
  • Wirtschaftsunternehmen / Kammern: Prüfen Sie, ob Sie für eine Veranstaltung oder Ausstellung ein örtliches Wirtschaftsunternehmen, die IHK oder Handwerkskammer als Partner gewinnen können: eine Lesung / Vortrag zu einer wichtigen Neuerscheinung aus dem Bereich Wirtschaft, Technik, Naturwissenschaft. Bieten Sie die Bibliothek auch als Ausstellungsort an (Sie können gute Besucherzahlen garantieren!) und machen Sie eine tolle Eröffnungsveranstaltung. Ihr Partner wird möglicherweise einen Großteil der Kosten tragen und seine Gäste einladen.

Die Stadtbibliothek Heilbronn pflegt Kooperationen mit einer regionalen Großbäckerei. So wurde anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums von Kleists Schauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“ ein Kurzgeschichtenwettbewerb ausgeschrieben. Die Siegergeschichten wurden auf Bäckereitüten gedruckt. Es gab mehrere Veranstaltungen in Kooperation mit der Bäckerei (http://www.stimme.de/themen/dossierarchiv/kaethchen/sonstige-Kaethchen-in-Bestsellerauflage;art16374,1793199)

Eine weitere Möglichkeit für die Kontaktaufnahme mit Politikern und VIPs besteht darin, ihnen Möglichkeiten zum Auftritt zu bieten. Hier bieten sich vor allem Vorleseveranstaltungen an:

  • Geschichten-Vorlesen an einem besonderen Ort, zu besonderer Zeit oder aus speziellem Anlass (Bibliotheksjubiläum o.ä.) in der Gemeinde oder in der Bibliothek. Sie laden VIPs ein, aus ihrem Lieblingsbuch vorzulesen und stellen die Person vor, natürlich begleitet von guter Pressearbeit.
    http://www.bmbf.de/de/28791.php
  • Ein Kinderlesefest, bei dem der Oberbürgermeister und Gemeinderäte /  Abgeordnete vorlesen.
  • Der jährliche bundesweite Vorlesetag, eine Initiative der Stiftung Lesen, der Zeit und der Deutschen Bahn.

Eine besonders gute Möglichkeit, VIPs und Politiker anzusprechen, bieten Freundeskreise oder Fördervereine.

  • Der Freundeskreis der Stadtbibliothek Heilbronn gibt jährlich einen Neujahrsempfang mit Kulturprogramm. Eingeladen werden dazu alle, die für den Verein oder die Stadtbibliothek ehrenamtlich tätig waren, aber z.B. auch alle, die an Aktionen der Bibliothek mitgewirkt haben, und natürlich alle VIPs der Stadt.

Mehr dazu:
"Erfolgreiche Lobbyarbeit im kommunalen Umfeld"
(pdf, 5,53 MB, Präsentation von Monika Ziller, Leiterin der Stadtbibliothek Heilbronn)


Kontaktpflege

Um ihre Kontakte zu politischen Vertretern zu pflegen, bieten sich vielfältige Möglichkeiten an:

Persönliche Besuche
Dies ist das wirkungsvollste Kommunikationsmittel und hat wesentlichen Einfluss auf die Beziehung zueinander. Wenn Sie einen Besuch planen, sollte er außerhalb der regulären Tagungszeiten der entsprechenden Regierungsbehörden stattfinden. Einen noch besseren Eindruck macht eine Einladung in ihre Bibliothek. Es bietet sich vor Ort auch an, das Verwaltungspersonal einmal persönlich kennenzulernen, um sich mit der Zeit ein breites Netzwerk aufzubauen.
Bei einem persönlichen Gespräch ist es wichtig immer im Hintergrund zu behalten, was ihre Bibliothek für die Gemeinschaft leistet und wie ihre Ziele aussehen. Aber auch ihr Gegenüber sollte nicht zu kurz kommen. Durch Interesse an dessen Arbeit können Sie im Anschluss auch verdeutlichen, was Sie von der Person erwarten.

Telefonanrufe
Über das Telefon können Sie den Kontakt mit dem Personal aufrechterhalten und so auf dem neuesten Stand bleiben oder selber informieren. Telefongespräche mit dem Abgeordneten sollten jedoch beschränkt werden, hier Zeit zu gewinnen ist oft schwieriger als im Schriftverkehr.

Briefe
Briefe sind der Sprit, der jedes Gesetzgebungsvehikel antreibt. Briefe sind am wirkungsvollsten in Verbindung mit anderweitigem persönlichem Kontakt. Als Briefeschreiber sind Sie immer Repräsentant einiger Wähler. Sie sollten hierin ihren konkreten Standpunkt formulieren und evtl. auf schon vorliegende Schriftstücke verweisen.

E-Mails
E-Mails sind ein schneller und einfacher Kommunikationsweg zu Politikern. Sie können hierüber über Neuigkeiten in ihrer Bibliothek informieren und ihre Ansichten artikulieren. Achten Sie auch hier darauf, dass Sie ihren Abgeordneten nicht unnötig bombardieren, weniger ist an dieser Stelle oftmals mehr.

Medien
Mit einer Nachricht in den Medien können Sie Aufmerksamkeit erregen. Sie können auch einen eigenen Pressespiegel zusammenstellen und ihren Abgeordneten in den Verteiler aufnehmen.
Erwähnen Sie Abgeordnete in Presseartikeln nie in negativer Weise. Bleiben Sie diplomatisch und allgemein. Hat sich ein politischer Vertreter für ihre Bibliothek eingesetzt, versäumen Sie nicht, dies zu erwähnen und sich für die Zusammenarbeit zu bedanken.

Involvieren Sie politische Vertreter und Amtspersonen in Geschehnisse und Ereignisse der Bibliothek. Dies kann z.B. in Form einer Preisverleihung für besonderes Engagement, im Rahmen eines Fototermins, eine Einweihung, der Teilnahme an einer Veranstaltung oder einer Führung in ihrer Bibliothek sein. So bleiben Sie garantiert im Gespräch und fallen positiv auf.

Nehmen Sie sich die Zeit zum Aufbau einer Beziehung, die auf Vertrauen, Achtung und positiven Gefühlen beruht. Die meisten Abgeordneten begrüßen Gelegenheiten, mit Menschen, die sie vertreten, zusammenzutreffen und sie kennen zu lernen.