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Politiker einbeziehen

Mit Politikern sprechen

Kommunikation ist alles!

Informieren Sie sich im Voraus über ihren Gesprächspartner.
Zu welcher Partei gehört er und welche Ziele hat er sich selbst für seine Amtsperiode gesteckt. Vereinbaren Sie einen Termin, am besten wenn die Regierungsbehörde nicht tagt. Sie sollten vorher auch abklären, ob Sie eine kleine Delegation von Wählern mitbringen können. Das könnte Sie bei ihrem Anliegen unterstützen.

Unterrichten Sie ihr Gegenüber.
Zunächst einmal ist es wichtig, die gewählten Amtspersonen mit allen wichtigen Hintergrundinfos zu versorgen. Informieren Sie über Ihre Bibliothek und Ihre Arbeit, gehen Sie auf die Vorteile für die Bevölkerung ein. Erklären Sie der Person, dass eine Bibliothek kein Kostenfaktor ist und sich eine Investition lohnt. Fakten und Zahlen können ihre Argumentation hierbei untermauern, genauso wie aktuelle Beispiele aus ihrer Stadt oder Region.

Drücken Sie ihr Anliegen klar und deutlich aus.
 Z.B.:  „Wir sind heute hier, um Ihnen dringend zuzuraten, für die Gesetzesvorlage xxx zu stimmen. Wir halten die Verabschiedung für unabdingbar, wenn alle Kinder die technologischen Fertigkeiten erlernen sollen, die sie benötigen.“ Es ist hilfreich eine kleine Agenda vorzubereiten und zum Gespräch mitzunehmen. So stellen Sie sicher, dass ihnen keine Punkte entfallen und können gleichzeitig mit einer guten Argumentationsstruktur punkten.
Halten Sie ihre Präsentation kurz.
Weitere Punkte können sie zusätzlich in Reserve halten. Es lohnt sich auch Beispiele oder persönliche Erfahrungen vorzubringen, um ihren Standpunkt zu festigen.

Sie sollten sich auf Fragen ihres Gegenübers einstellen.
Hierbei hilft es, genau zuzuhören und vor dem Antworten kurz zu überlegen. Beantworten Sie die gestellte Frage, aber richten Sie Ihre Antwort entsprechend der Botschaft aus, die Sie übermitteln wollen. Lassen Sie sich auf keinen Fall entmutigen. Seien sie positiv, diplomatisch und für seine Sicht der Dinge verständnisvoll.

Laden Sie ihre Politiker in Ihre Bibliothek ein.
Eine gute Gelegenheit, um Service, Technologien, Veranstaltungen und Fortschritte vor Ort kennenzulernen. Zusätzlich können Sie die  Abgeordneten in den Verteiler ihres Newsletters aufnehmen, so bleiben sie immer auf dem neuesten Stand.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Suche nach Förderern.
Auch Personen mit scheinbar geringem Einfluss können für ihre Bibliothek von Vorteil sein. Deshalb ist es wichtig, offen zu bleiben und das Gespräch z.B. auch mit neu gewählten Amtsträgern zu suchen. Vielleicht gibt es in deren Umfeld eine Person, die mit Bibliotheksarbeit besonders verbunden ist. Sie können ihre Abgeordneten auch auf besonders innovative Entwicklungen in der Bibliothek ihres Wahlkreises aufmerksam machen. So bleibt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man sich für ihre Bibliothek im Bundes- oder Landtag einsetzt.

Suchen Sie sich Unterstützer.
Um den Einfluss ihrer Bibliothek zu erhöhen, lohnt es sich auch, andere davon zu überzeugen, ihre Botschaft zu unterstützen und weiterzuleiten. Dies können z.B. Medienvertreter, Hochschulleiter, Geldgeber oder Organisationen sein.
Zeigen Sie Wertschätzung.

Bedanken Sie sich bei ihrem Abgeordneten für die Unterstützung und scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten.


Politiker in die Bibliothek holen

Politikerinnen und Politiker haben Bibliotheken, ihr Angebot und Leistungsspektrum häufig nicht „auf dem Schirm“. Das ist keine Böswilligkeit, sondern hängt häufig auch mit der persönlichen Arbeits- und Lebenssituation zusammen: Es sind Menschen, die wenig Zeit haben. Wenn sie keine schulpflichtigen Kinder (mehr) haben, besuchen sie die Einrichtung Bibliothek eher nicht mehr. Wir wollen aber die Wahrnehmung der Bibliotheken bei Politikerinnen und Politikern erhöhen und sie als Partner und Fürsprecher gewinnen – das ist Lobbyarbeit.

Gute Lobbyarbeit für Ihre Bibliothek vor Ort setzt voraus, dass Sie persönliche Kontakte pflegen zu

  • Mitgliedern des Gemeinderats Ihrer Kommune bzw. zu dem Entscheidungsgremium Ihres Unterhaltsträgers
  • Politischen Vertretungen Ihres Unterhaltsträgers (Bürgermeister, Amtsleiter
  • Zu anderen VIPs in Ihrer Kommune oder dem Umfeld Ihres Unterhaltsträgers:
    • Bundestags-, Landtags-, Kreistags- und Europaabgeordnete
    • Lokalpresse und Rundfunk
    • Lokale Stiftungen (z.B. Bürgerstiftung)
    • Vertreter großer Unternehmen und Banken

Ein wichtiges Mittel der Lobbyarbeit sind Jahresberichte der Bibliothek, die z.B. im Gemeinderat oder einem zuständigen Ausschuss vorgestellt werden. Vielleicht ist es möglich, das Gremium dazu direkt in die Bibliothek einzuladen. Auf jeden Fall sollten Sie einen gut gestalteten Bericht vorlegen und, wenn Sie die Möglichkeit bekommen, diesen mit einem Vortrag mit vielen Bildern erläutern. So vermitteln Sie einen Eindruck sowohl aus dem „Alltagsleben“ in der Bibliothek als auch von den „Highlights“.

Nun ist es i.d.R. schwierig, „VIPs“ einfach so in die Bibliothek einzuladen. Dies wird einfacher, wenn Sie Besuchsanlässe bieten. Hier können Ihnen Kooperationen mit wichtigen Akteuren vor Ort helfen, denn damit erhalten Ihre Veranstaltungen möglicherweise für VIPs einen höheren Stellenwert.
Beispiele für mögliche Kooperationen:

  • Die Lokalpresse: Laden Sie den Chefredakteur oder Herausgeber zu einem Vortrag ein oder überlegen Sie sich ein gemeinsames Projekt. Zeitung und Bibliothek arbeiten für die gleiche Zielgruppe: Leserinnen und Leser.

Die Stadtbibliothek Heilbronn hat vor einigen Jahren eine Fotoausstellung gezeigt: zum Thema „Zeitung lesen in Europa“: "Wir haben hier bei der Lokalzeitung wegen einer Kooperation angefragt und sind auf großes Interesse gestoßen. Die Zeitung führte mehrere Begleitveranstaltungen durch und lud selbst dazu in die Bibliothek ein. Das Publikum unterschied sich deutlich von unseren sonstigen Veranstaltungen: Es kamen Bundes- und Landtagsabgeordnete, Gemeinderäte, ein Staatssekretär, Bankenvorstände , Manager… kurzum alle die, die sonst eher nicht den Weg in die Bibliothek finden."
http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/stadt/art1925,1223657

  • Banken und Sparkassen: Viele Lokalbanken führen Kulturveranstaltungen durch, auch Autorenlesungen. Bieten Sie sich dort als Kooperationspartner an. Möglicherweise wird das Autorenhonorar ganz oder teilweise übernommen. Einladen kann dann die Bank nach ihrem Verteiler, dadurch kommt anderes Publikum und vor allem auch VIPs.
  • Wirtschaftsunternehmen / Kammern: Prüfen Sie, ob Sie für eine Veranstaltung oder Ausstellung ein örtliches Wirtschaftsunternehmen, die IHK oder Handwerkskammer als Partner gewinnen können: eine Lesung / Vortrag zu einer wichtigen Neuerscheinung aus dem Bereich Wirtschaft, Technik, Naturwissenschaft. Bieten Sie die Bibliothek auch als Ausstellungsort an (Sie können gute Besucherzahlen garantieren!) und machen Sie eine tolle Eröffnungsveranstaltung. Ihr Partner wird möglicherweise einen Großteil der Kosten tragen und seine Gäste einladen.

Die Stadtbibliothek Heilbronn pflegt Kooperationen mit einer regionalen Großbäckerei. So wurde anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums von Kleists Schauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“ ein Kurzgeschichtenwettbewerb ausgeschrieben. Die Siegergeschichten wurden auf Bäckereitüten gedruckt. Es gab mehrere Veranstaltungen in Kooperation mit der Bäckerei (http://www.stimme.de/themen/dossierarchiv/kaethchen/sonstige-Kaethchen-in-Bestsellerauflage;art16374,1793199)

Eine weitere Möglichkeit für die Kontaktaufnahme mit Politikern und VIPs besteht darin, ihnen Möglichkeiten zum Auftritt zu bieten. Hier bieten sich vor allem Vorleseveranstaltungen an:

  • Geschichten-Vorlesen an einem besonderen Ort, zu besonderer Zeit oder aus speziellem Anlass (Bibliotheksjubiläum o.ä.) in der Gemeinde oder in der Bibliothek. Sie laden VIPs ein, aus ihrem Lieblingsbuch vorzulesen und stellen die Person vor, natürlich begleitet von guter Pressearbeit.
    http://www.bmbf.de/de/28791.php
  • Ein Kinderlesefest, bei dem der Oberbürgermeister und Gemeinderäte /  Abgeordnete vorlesen.
  • Der jährliche bundesweite Vorlesetag, eine Initiative der Stiftung Lesen, der Zeit und der Deutschen Bahn.

Eine besonders gute Möglichkeit, VIPs und Politiker anzusprechen, bieten Freundeskreise oder Fördervereine.

  • Der Freundeskreis der Stadtbibliothek Heilbronn gibt jährlich einen Neujahrsempfang mit Kulturprogramm. Eingeladen werden dazu alle, die für den Verein oder die Stadtbibliothek ehrenamtlich tätig waren, aber z.B. auch alle, die an Aktionen der Bibliothek mitgewirkt haben, und natürlich alle VIPs der Stadt.

Mehr dazu:
"Erfolgreiche Lobbyarbeit im kommunalen Umfeld"
(pdf, 5,53 MB, Präsentation von Monika Ziller, Leiterin der Stadtbibliothek Heilbronn)


Kontaktpflege

Um ihre Kontakte zu politischen Vertretern zu pflegen, bieten sich vielfältige Möglichkeiten an:

Persönliche Besuche
Dies ist das wirkungsvollste Kommunikationsmittel und hat wesentlichen Einfluss auf die Beziehung zueinander. Wenn Sie einen Besuch planen, sollte er außerhalb der regulären Tagungszeiten der entsprechenden Regierungsbehörden stattfinden. Einen noch besseren Eindruck macht eine Einladung in ihre Bibliothek. Es bietet sich vor Ort auch an, das Verwaltungspersonal einmal persönlich kennenzulernen, um sich mit der Zeit ein breites Netzwerk aufzubauen.
Bei einem persönlichen Gespräch ist es wichtig immer im Hintergrund zu behalten, was ihre Bibliothek für die Gemeinschaft leistet und wie ihre Ziele aussehen. Aber auch ihr Gegenüber sollte nicht zu kurz kommen. Durch Interesse an dessen Arbeit können Sie im Anschluss auch verdeutlichen, was Sie von der Person erwarten.

Telefonanrufe
Über das Telefon können Sie den Kontakt mit dem Personal aufrechterhalten und so auf dem neuesten Stand bleiben oder selber informieren. Telefongespräche mit dem Abgeordneten sollten jedoch beschränkt werden, hier Zeit zu gewinnen ist oft schwieriger als im Schriftverkehr.

Briefe
Briefe sind der Sprit, der jedes Gesetzgebungsvehikel antreibt. Briefe sind am wirkungsvollsten in Verbindung mit anderweitigem persönlichem Kontakt. Als Briefeschreiber sind Sie immer Repräsentant einiger Wähler. Sie sollten hierin ihren konkreten Standpunkt formulieren und evtl. auf schon vorliegende Schriftstücke verweisen.

E-Mails
E-Mails sind ein schneller und einfacher Kommunikationsweg zu Politikern. Sie können hierüber über Neuigkeiten in ihrer Bibliothek informieren und ihre Ansichten artikulieren. Achten Sie auch hier darauf, dass Sie ihren Abgeordneten nicht unnötig bombardieren, weniger ist an dieser Stelle oftmals mehr.

Medien
Mit einer Nachricht in den Medien können Sie Aufmerksamkeit erregen. Sie können auch einen eigenen Pressespiegel zusammenstellen und ihren Abgeordneten in den Verteiler aufnehmen.
Erwähnen Sie Abgeordnete in Presseartikeln nie in negativer Weise. Bleiben Sie diplomatisch und allgemein. Hat sich ein politischer Vertreter für ihre Bibliothek eingesetzt, versäumen Sie nicht, dies zu erwähnen und sich für die Zusammenarbeit zu bedanken.

Involvieren Sie politische Vertreter und Amtspersonen in Geschehnisse und Ereignisse der Bibliothek. Dies kann z.B. in Form einer Preisverleihung für besonderes Engagement, im Rahmen eines Fototermins, eine Einweihung, der Teilnahme an einer Veranstaltung oder einer Führung in ihrer Bibliothek sein. So bleiben Sie garantiert im Gespräch und fallen positiv auf.

Nehmen Sie sich die Zeit zum Aufbau einer Beziehung, die auf Vertrauen, Achtung und positiven Gefühlen beruht. Die meisten Abgeordneten begrüßen Gelegenheiten, mit Menschen, die sie vertreten, zusammenzutreffen und sie kennen zu lernen.


Mit den Medien arbeiten

Pressemitteilung

Neben einem aktuellen Presseverteiler ist eine gute Pressemitteilung (PM) das A und O der Pressearbeit. In der PM teilt die Bibliothek (oder der Freundeskreis der Bibliothek) der lokalen Presse relevante Informationen mit. Die Pressemitteilung kann in den Medien wörtlich wiedergegeben werden, oder sie dient als Basis für redaktionelle Beiträge, die über die Informationen der Bibliothek hinausgehen.

Damit eine Pressemitteilung möglichst große Resonanz erzielt, sollten einige Regeln  beachtet werden. Eine Zusammenstellung der Grundlagen und nützliche Tipps für die Praxis finden Sie auf den Seiten zur Öffentlichkeitsarbeit auf dem Bibliotheksportal:

http://www.bibliotheksportal.de/themen/oeffentlichkeitsarbeit.html

Hinweise für Pressemitteilungen

Was gehört in eine Pressemitteilung?

  • Kurze, knappe Überschrift: Kern der Nachricht oder Forderung
  • Teaser: Appetizer auf den folgenden Text
  • Erster Absatz: die wichtigsten Fakten bzw. zentrale Aussage der Pressemitteilung: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum?
  • Abbinder am Ende der Pressemitteilung: Kurze Beschreibung des Unternehmens bzw. der Institution
  • Kontakt: Ansprechpartner für den Journalisten (Name, Funktion, Adresse, Telefon- und Faxnummer, E-Mail-Adresse)

Was ist beim Schreiben einer Pressemitteilung zu beachten?

In einer Pressemitteilung sollte immer nur ein Thema behandelt werden. Schreiben Sie einfach und in kurzen Sätzen, vermeiden Sie Metaphern und überflüssige Phrasen! Fachausdrücke haben in einer Pressemitteilung nichts zu suchen. Falls die Verwendung von Fachausdrücken unvermeidbar ist, sollten sie unbedingt erläutert werden. Die Pressemitteilung ist kein Brief! Deshalb: keine direkte Ansprache des Lesers! Meiden Sie Hauptwörter auf -heit, -keit, -ung und sperrige Passiv-Konstruktionen. Verwenden Sie stattdessen Verben. Auch Füllwörter wie "überhaupt" und "eigentlich" sind überflüssig. Insgesamt gilt: Sachverhalte sollten anschaulich und vorstellbar präsentiert werden. Dabei ist es wichtig, faktenorientiert und sachlich zu schreiben. Fakten und Zahlen müssen aktuell, korrekt und vollständig sein! Zahlen bis zwölf werden ausgeschrieben! Bei Veranstaltungsdaten sollte der Wochentag genannt werden und der Monat ausgeschrieben sein. Uhrzeiten werden generell mit Punkt geschrieben (15.30 Uhr oder 16 Uhr). Zitate (von Prominenten) lockern den Text auf und wecken Interesse beim Leser. Denken Sie daran, den Vor- und Zunamen sowie eventuell die Funktion und den Titel zu nennen.

Bildmaterial als Ergänzung zur Pressemitteilung

  • Ggf. Fotos, Grafiken (z.B. aufbereitetes Zahlenmaterial) usw. 
  • Fotos in elektronischer Form, jpg-Format, mindestens 300 dpi
  • mehrere Fotos (Hoch- und Querformat) anbieten
  • nicht zu viele Details, eher Menschen als Räume 
  • Bildunterschrift: wer, wo, was, Name des Fotografen
  • Hinweis: Abdruck honorarfrei gestattet
  • Rechte am Bild - die Fotografierten müssen ihr Einverständnis zum Abdruck geben (Ausnahme: Personen des öffentlichen Lebens)
  • Kurztext (als Nachricht) zum Foto, eventuell wird nur das Foto mit dem Kurztext abgedruckt

Weitere Informationen:
http://www.bibliotheksportal.de/themen/oeffentlichkeitsarbeit.html
http://www.bibliotheksverband.de/dbv/presse.html


Presseinterviews

Bereiten Sie sich gut auf das bevorstehende Interview vor. Seien Sie sich im Klaren darüber, wen sie repräsentieren und welche Themen Sie ansprechen möchten. Informieren sie sich im Vorfeld auch über das Publikum und die Möglichkeiten, die Sie damit nutzen möchten.

Formulieren Sie ihr Anliegen klar und deutlich und wiederholen Sie Ihre Kernaussage während des Gesprächs/Interviews mehrmals.

Bereiten Sie sich auf Fragen vor. Sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass auch unangenehme Fragen auf sie zukommen können. In diesem Fall heißt es, dass Sie auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken müssen. Bleiben Sie stattdessen freundlich und selbstbewusst und versuchen Sie fokussiert zu bleiben.

Fassen Sie ihre Antworten kurz. Die Zeitpläne der meisten Pressevertreter sind straff organisiert. Vermeiden Sie jedoch Antworten, die nur aus einem Wort bestehen (z.B. Ja oder Nein). Nutzen Sie stattdessen jede Möglichkeit, um ihren Standpunkt zu verdeutlichen und somit ihr Ziel zu erreichen.

Geben Sie keine falschen Informationen weiter. Bleiben Sie stattdessen höflich und betonen Sie, dass Sie sich gerne darüber informieren werden.
Achten Sie auf ihre Körpersprache: Ein freundliches Lächeln und die ein oder andere Geste haben eine unglaublich positive Wirkung auf ihr Publikum und unterstützen ihre Aussagen.

Fragen Sie bei Fragen gerne noch einmal nach. So kann auch das Themengebiet eingegrenzt, bzw. spezialisiert werden und Sie können gezielter antworten.
Überlegen Sie sich ihre Antworten gut. Hierbei ist es auch vollkommen in Ordnung, eine kurze Pause einzulegen oder später wieder auf die Frage zurückzukommen, solange Sie dies ihrem Gegenüber verdeutlichen.

Üben Sie zunächst zu Hause oder vor ihren Kollegen, wenn Sie aufgeregt sind. Dort können Sie auch mögliche Antworten und Fragen im Kopf schon einmal durchgehen. Dann fühlen Sie sich im Interview sicherer.

Lassen Sie sich nicht in die Irre führen und seien Sie vorsichtig mit der eigenen Meinung. Bleiben Sie freundlich und stellen Sie den Standpunkt ihrer Bibliothek dar.


 

 

Bibliothekskunden in die Lobbyarbeit einbeziehen

An manchen Punkten kann es sinnvoll sein, mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen die Besucher und Leser der Bibliothek in die Lobbyarbeit einzubinden und ihr damit Nachdruck und Gewicht zu verleihen.

Dabei sind nicht nur Fragen nach der Botschaft, den Zielgruppen und dem richtigen Vorgehen zu bedenken: für viele der Instrumente gibt es auch rechtliche und organisatorische Vorgaben, die berücksichtigt werden müssen. Aktivitäten in sozialen Netzwerken (z.B. eine Facebook-Gruppe) sind in dieser Hinsicht am einfachsten umzusetzen.

Folgende Fragen spielen bei der Entscheidung, ob und wie eine Aktion mit Bibliothekskunden durchgeführt werden soll, eine Rolle:

  • Was ist die Kernbotschaft (vgl. Abschnitt Kommunikation)
  • Wen soll die Aktion erreichen? Entscheidungsträger, die Presse, andere Bürger?
  • Wer organisiert die Aktion? Richtet sich eine Aktion gezielt an einen Bibliotheksträger, ist die Bibliotheksleitung aufgrund ihres Arbeitsverhältnisses mit dem Träger nur sehr bedingt einzubeziehen. Die Organisation muss also außerhalb der Bibliothek erfolgen, z.B. durch einen Freundeskreis, eine Elterninitiative, usw.
  • Welches ist die richtige Aktionsform für die Unterstützer? Wie viel Einsatzbereitschaft ist zu erwarten? Reicht die Aktivität für eine Demonstration, oder wäre eine Postkartenaktion angemessener?
  • Wie viele  Menschen werden bereit sein, das Anliegen zu unterstützen? (Beispiel: 100 Teilnehmer an einer Demonstration sind eindrucksvoll, 100 Unterschriften bei einer Unterschriftensammlung eher nicht) 
  • Wird die Botschaft der Aktion an der richtigen Stelle gehört werden? (z.B.: geht die Demo am Rathaus / am Bibliotheksgebäude vorbei? Welche Adresse soll für die Postkartenaktion verwendet werden?)

Hier einige Beispiele und Hinweise für Aktionen, die die Bibliothekskunden einbeziehen.


Unterschriftenaktion

1. Vorbereitung einer Petition

  • Vor der Durchführung einer Petition müssen Sie sich entscheiden in welcher Form Sie die Aktion durchführen möchten. Sie können dies auf die klassische Weise tun, indem Sie Unterschriften auf Papier sammeln oder online eine Petition starten. Auch eine Kombination aus beiden Kanälen ist möglich, so kann man eine noch breitere Öffentlichkeit ansprechen.
  • Ihre Petition sollte einen klar erkennbaren Titel haben (z.B.: „Abgeordneter XY: Helfen Sie bei der Umsetzung von …“ oder „Bibliotheken brauchen …“), der ihre Forderung verdeutlicht. Stellen sie in einem kurzen Text zu Beginn ihre Interessensgruppe kurz vor und benennen Sie unbedingt die Person, bzw. Behörde, an die Sie ihre Petition richten wollen. Sie können sich auch direkt an die Petitionsausschüsse der Landtage oder des Deutschen Bundestags richten.
  • Im Folgenden werden dann die Gründe für ihre Forderung genannt, genauso wie Vorteile und Chancen, die sich daraus ergeben. Bleiben Sie dabei stets sachlich. Am Ende sollten Sie noch einmal ihre Forderung stellen (z.B.: „Die Unterzeichneten fordern …“)
  • Sollten Sie sich für die klassische Variante entscheiden, sollten Sie zu ihrer Forderung und Begründung auch eine nummerierte Tabelle vorbereiten, in der sich die Unterstützer mit Name, Anschrift, Datum und Unterschrift eintragen können.

2. Durchführung

  • Überlegen Sie sich vor dem Start, an welchen Orten Sie viele Unterschriften sammeln können. In ihrer Bibliothek, in der Stadt oder auch in Schulen können Sie direkt auf Menschen zugehen und Sie auf die Unterschriftenaktion aufmerksam machen. Sie können auch Listen für einen begrenzten Zeitraum in verschiedenen Ämtern und Institutionen auslegen und anschließend wieder einsammeln. Dies sollte allerdings vorher abgesprochen werden. Sollte ihre Petition einen größeren Umfang haben, können Sie sich auch überlegen in der Stadt einen kleinen Stand aufzubauen, an dem Sie über ihre Forderungen informieren und Vorbeilaufende zum Mitmachen ermuntern, aber auch hier ist es wichtig, zuvor eine Erlaubnis einzuholen.
  • Mit einer Online-Petition ist allgemein weniger Aufwand verbunden. Hierbei lohnt es sich über E-Mail auf die Aktion aufmerksam zu machen. Webseiten, Blogs und Social Media-Plattformen wie Facebook oder Twitter eignen sich hervorragend um Aufmerksamkeit zu erregen, den Aufruf unter Nutzern zu verbreiten und eine öffentliche Diskussion anzuregen. Hier können Sie auch auf weiteres Infomaterial aufmerksam machen und Links oder Banner zum Teilen zur Verfügung stellen.
  • Online können Sie ihre Petition z.B. über die Petitionsausschüsse ihres Landtages einreichen. Dort gibt es oft schon Formulare und weitere hilfreiche Tipps. Auch der Deutsche Bundestag hat einen Petitionsausschuss: (http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse18/a02/). Hier kann man öffentliche Petitionen einreichen, die vier Wochen lang über ein Diskussionsforum auf der Homepage des deutschen Bundestages diskutiert und unterzeichnet werden können. Allerdings müssen hierbei die Richtlinien genau beachtet werden: http://www.bundestag.de/blob/381294/f6a28223ca8129e1fcc2556ba00dc0ba/richtlinie-fuer-die-behandlung-von-oeffentlichen-petitionen--oep--data.pdf
  • Weitere Möglichkeiten bieten u.a. auch die Plattformen Open Petition Deutschland (https://www.openpetition.de) oder Change.org (https://www.change.org).
  • Es ist wichtig in der Petition darauf aufmerksam zu machen, warum ein Handeln notwendig ist. Gerne können Sie Fakten nennen, um ihre Argumentation zu unterstützen. Motivieren Sie die Menschen zu unterzeichnen. Schaffen Sie einen Anreiz, der deutlich macht, wie man mit einer Unterschrift eine Lösung herbeiführen könnte.

3. Auswertung und Übergabe

  • Nachdem ihre Unterschriftenaktion abgeschlossen ist, sollten Sie zur Archivierung unbedingt eine Kopie anfertigen. Im Anschluss sollten die Ergebnisse an eine einflussreiche Person (im besten Fall die Person, an die Sie die Petition gerichtet haben) überreicht werden. Bitten Sie diese Person um eine Stellungnahme.
  • Die größte Wirkung erzielt eine persönliche Übergabe. Laden Sie Pressevertreter und Unterstützer ihrer Aktion ein, um die Aktion medienwirksam festzuhalten.

4. In Kontakt bleiben

  • Verfolgen Sie die Ergebnisse und die Auswirkungen ihrer Petition weiter. Wenn Sie mit den Entscheidungsträgern in Kontakt bleiben, ist es wahrscheinlich, dass ihr Anliegen nicht unbearbeitet bleibt. Informieren Sie auch ihre Unterstützer über mögliche Fortschritte oder weitere Aktionen zum Thema.

Gute Beispiele aus der Praxis

Right to E-Read

Eine Petition an die Europäische Kommission (initiiert von EBLIDA (www.eblida.org) Right to E-Read fordert eine Änderung des Urheberrechts, um E-Books zu fairen Konditionen in Bibliotheken anbieten zu können, eine angemessene Vergütung für Autoren gewährleisten zu können und einen ungehinderten Zugang zu digitalen Werken zu schaffen. Die Petition hat viele Unterstützer gefunden. Dazu beigetragen hat eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit und die Kooperation mit anderen Vereinen und Institutionen.

Auch der Deutsche Bibliotheksverband hat sich in diesem Zusammenhang engagiert (Weitere Infos dazu hier: http://www.bibliotheksverband.de/dbv/kampagnen/e-medien-in-der-bibliothek.html)

 


Postkartenaktion

Im Bibliotheksbereich gibt es einige Beispiele für Postkartenaktionen:

Postkartenaktion des dbv-Landesverbands Bayern gegen Kürzung der Landeszuschüsse für Bibliotheken 2005
http://www.bibliotheksverband.de/landesverbaende/bayern/aktivitaeten.html
http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/Landesverbaende/Bayern/LV-Bayern_Jahresbericht2005.pdf

Postkartenaktion "Bücher in Not" der Bibliothek der Brüder Grimm
https://idw-online.de/en/news1923

Zur Organisation gehören u.a. folgende Aufgaben:

  • Adressat und Zeitplan bestimmen: An wen richtet sich die Aktion genau? Welche Adresse steht auf der Karte? Bis wann müssen die Karten dort eingehen? Gibt es eine Deadline?.
  • Karte gestalten (Die Kernbotschaft in Text und Bild, am besten vom Grafiker), ViSdP-Hinweis nicht vergessen.
  • Karten drucken lassen, Druck- und Vertriebskosten planen.
  • Ein Informationsblatt gestalten, das Hintergründe erklärt und weitere Informationen enthält.
  • Vertriebswege: wie soll die Karte an potentielle Absender verteilt werden? (Auslegen in der Bibliothek, Verteilen auf Veranstaltungen, Versand über verfügbare Adresslisten 
  • Downloadmöglichkeit von Website erzeugen, Texte zur Verfügung stellen
  • Wie sollen die Teilnehmer die Karte absenden (Sammlung in der Bibliothek / auf einer Veranstaltung / selbstständig per Post?).
  • Wie kommen gesammelte Karten zum Adressaten (Übergabe =  eigenständige Aktion?

Demonstration

Beim Organisieren einer Demonstration sind sowohl inhaltliche als auch organisatorische Aspekte zu beachten. Eine Einführung gibt der "AK Vorrat", ein Bündnis gegen die Vorratsdatenspeicherung:

http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Organisation_einer_Demonstration

Einige Hinweise zur Durchführung einer Demonstration:

  • Jede Demonstration muss rechtzeitig angemeldet werden  und darf nur nach erteilter Genehmigung durchgeführt werden. In größeren Städten erfolgt die Anmeldung beim Ordnungsamt (In Berlin: beim Polizeipräsidenten in Berlin, LKA), in kleineren weiß das Bürgeramt, an wen man sich zu wenden hat. 
  • Es gelten die Bestimmungen des Versammlungsgesetzes.
  • Es ist zu unterscheiden zwischen einer a) öffentlichen Veranstaltung und einer b)politischen Demonstration:

Zu a) hier sind Genehmigungsgebühren zu zahlen und eine Versicherung für die Veranstaltung ist abzuschließen (wie Sportveranstaltungen in der Stadt); genaue Voraussetzungen für eine Genehmigung erteilt die Stadtverwaltung.

Zu b) eine politische Demonstration steht unter dem Schutz der Polizei, muss ein Motto oder Slogan als ‚politische Aussage‘ angeben (zB.: Mehr Bildung durch Bibliotheken) und bedarf keines eigenen Versicherungsabschlusses. Der Veranstalter muss kenntlich sein.

  • Voraussetzung für die Beantragung ist, dass ein Leiter gemeldet wird, der für die ordnungsgerechte Durchführung der Demonstration verantwortlich ist. Der Leiter ist der Ansprechpartner für die Polizei.
  • Der Leiter bestellt eine der erwarteten Anzahl der Demonstranten entsprechende Anzahl von Ordnern. Diese müssen als solche erkennbar sein (Armbinde, T-Shirt oder ähnliches) und fungieren auch als Ansprechpartner. Sie müssen vom Organisator der Demonstration eingewiesen werden.
  • Bei einem politischen Demonstrationszug, also einer Demonstration, die nicht an einem festen Ort bleibt, sondern sich bewegt (durch die Stadt beispielsweise), muss die Route ebenfalls im Antrag festgelegt und genehmigt sein; spontane Abweichungen sind nicht erlaubt. Eventuelle ‚Bannmeilen‘ sind bei der Routenplanung zu berücksichtigen. Die Route sollte natürlich so erfolgen, dass auch Publikum erreicht und Aufmerksamkeit erregt werden. Handzettel, die an die Passanten mit dem Slogan und weiteren Informationen über den Hintergrund der Gründe für die Demonstration verteilt werden, sind vorteilhaft.
  • Bei genehmigten Demonstrationszügen, sogenannten ‚Aufzügen‘, gilt das Versammlungsrecht, nicht die Straßenverkehrsordnung. Die Polizei begleitet den Aufzug und garantiert bei Straßenkreuzungen ungehindertes Vorankommen durch Sperrung etc. Der Polizeischutz kann, falls erforderlich, auf Umleitungen ausweichen. Die Ordner achten darauf, dass der Zug geschlossen bleibt, also keine zu großen Lücken aufweist
  • Bei Aufzügen mit dem Fahrrad gilt das gleiche, Fahrradwege sollen in diesem Fall nicht benutzt werden.
  • Es ist ratsam, den wartenden Autofahrern, wenn sie von der Polizei wegen des Demonstrationszugs gestoppt werden, erläuternde Handzettel zu reichen.
  • Die Tonlage kann zwar variieren, die Aussage sollte auf jeden Fall jedoch bleiben (nicht zu viel, nicht verwässern)
  • Treffpunkt: der Ausgangspunkt der Demonstration muss verkehrsgünstig liegen und muss groß genug sein, dass die sich allmählich versammelnden Demonstranten den Verkehr oder das Umfeld nicht behindern.
  • Zu planen ist das Erreichen des Ziels: wo soll der Zug enden, soll es eine Abschlussrede, eine Pressekonferenz oder andere Aktion zum Ende geben? Soll sich der Zug einfach auflösen?
  • Mit neuen Medien, wie „ live streaming“, kann man die Demonstration noch ‚erweitern‘ und später als Lobbymaterial weiternutzen

Bürgerbegehren

Die Regularien für Bürgerbegehren sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Einen Überblick über das Verfahren und den Ablauf gibt der "Wegweiser Bürgergesellschaft":

http://www.buergergesellschaft.de/praxishilfen/buergerbegehren-und-buergerentscheid/103460/ 


Unterstützungsgruppe in sozialen Netzwerken

Soziale Netzwerke sind mittlerweile für wissenschaftliche und Öffentliche Bibliotheken gleichermaßen von großem Interesse. Die vielfältigen Möglichkeiten bieten größere Plattformen, um seine Nutzer und Besucher zu informieren und in die Arbeit Ihrer Bibliothek mit einzubeziehen. Um sich einen Unterstützerkreis im Internet aufzubauen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

• Suchen Sie sich eine geeignete Online-Plattform zur Kommunikation aus, z.B. Facebook, Twitter oder einen Blog
• Erarbeiten Sie eine Social Media-Strategie: Wen wollen Sie ansprechen? Was wollen Sie mit Besuchern der Seite teilen? In welchem Format soll das Ganze bereitgestellt werden (z.B. regelmäßige Kurzartikel zu bestimmten Themen, Fotos …)?
Beispiel: Die Social Media-Strategie der Staatsbibliothek zu Berlin
http://staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/portraet/social-media-strategie/
• Verfassen Sie regelmäßig Beiträge, um die Nutzer auf dem Laufenden zu halten oder auch mal zu überraschen
• Treten Sie mit Besuchern ihrer Plattform in einen Dialog. Auch online lassen sich relevante Themen erörtern und diskutieren. Sie können ihren Standpunkt darlegen und nach dem Meinungen anderer fragen und so ihr Netzwerk vergrößern. Bleiben Sie bei Kritik ruhig und überlegen Sie sich zusammen mit Ihrem Social Media Team, wie Sie reagieren möchten.
• Für viele Social Media-Kanäle gibt es hilfreiche Tools, mit denen man z.B. Besucherzahlen und Kommentare auswerten kann

Weiterführende Links:

„Veränderungsmanagement bei der Implementation einer Social-Media-Strategie“ (das bibliothekswissen, Markus Trapp, 10.03.2015, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH)

„Die Bibliothek ist immer und überall – Internetangebote der Stadtbibliothek Erlangen“ (Marlene Neumann in: Forum Digitale Bibliothek – Bibliotheksforum Bayern 07/2013)

„Social Media Kommunikation und wissenschaftliche Bibliotheken – Ein Angelausflug  mit der ETH-Bibliothek“ (Maximiliane Okonnek in: b.i.t. online 16 (2013) Nr.4)