Kontakt | Impressum | Sitemap | RSS | English


Werkzeugkasten für Lobbyarbeit


Bibliothekskonzept entwickeln

Mit einer überzeugenden Strategie und einer fundierten Bibliothekskonzeption können Sie Ihrem Träger noch besser deutlich machen, was die öffentliche Bibliothek von heute für die Kommune leistet. Welches sind die Zielgruppen? Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit? Und worin liegt dabei der Nutzen für die Gemeinde? Öffentliche Bibliotheken müssen ihr Potenzial als Problemlöser kommunaler Zukunftsaufgaben zielgenauer als bisher darstellen. Gefordert sind deshalb Bibliothekskonzepte, die auf fundierten Bedarfs- und Umfeldanalysen beruhen und sich an den Bedürfnissen in den jeweiligen Städten und Gemeinden orientieren. Sie vermitteln ein konkretes Dienstleistungsprofil für die Bürger und werden regelmäßig fortgeschrieben sowie an veränderte Bedingungen angepasst. (Quelle ekz)

Beispiele:

"Information, Bildung, Inspiration" Konzeption für die Stadtbibliothek Heilbronn (2013-2018)

Bibliothekskonzept für die Stadtbibliothek Heinrich Heine Gotha (2013-2018)

Bibliotheksentwicklungsplan der SuUB Bremen 2020

Bibliothekskonzept Stadtbibliothek Solingen 2015

Freundeskreis gründen

Wen kann ich als Mitglied ansprechen?

•    Kommunalpolitiker und ihre Angehörigen: Bürgermeister, Stadträte, Gemeinderäte, Ausschuss-Mitglieder, Fraktions-Mitglieder
•    Landtagsabgeordnete in ihrem Wahlkreis und ihre Angehörigen
•    Bundestagsabgeordnete in ihrem Wahlkreis (Kontakt über Wahlkreisbüro) und ihre Angehörigen
•    Europa-Abgeordnete
•    Schulleitung, Lehrerschaft
•    Hochschulleitung, Lehrerschaft
•    Kindertagesstätten
•    Leiter anderer Kultur- und Bildungseinrichtungen (Theater, Museum, Archiv, VHS, Kolping, Haus der Familie...)
•    Leitung Gesellschaftlicher Organisationen, wie DGB, IHK, Kirche
•    Leitung von Banken und Sparkassen
•    Menschen, die Bildung wichtig finden
•    Menschen, die sich engagieren könnten: Honoratioren („wichtige Leute“; Leute mit Einfluss; Rotary Club; Lions Club; VIPs) – auch z.B. emeritierte Professoren, pensionierte Richter, die wiederum andere Kreise erschließen können
•    Menschen, die sich engagieren möchten
•    Menschen, die Bücher / die Bibliothek lieben
•    Menschen, die konkretes Know How einbringen können: z.B. IT-Firmen, Steuerberater, Vermögensverwalter (im Hinblick auf Bürgerstiftungen für Bibliotheken); Fachleute aus dem Bereich Recht, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit
•    Prominente (lokal, regional, überregional)
•    Bibliothekskunden
•    Betriebe vor Ort (Wirtschaftsvertreter als Sponsoring oder Patronate); auch Buchhändler

Fazit:
Führungspersönlichkeiten für die „Fürsprecher“-Rolle, aber auch „operative Helfer“, die wirklich arbeiten können.

Hochkarätige Schirmherrschaft gewinnen!

Quellen:
"Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Freundeskreis" (pdf, 65 KB)
Vortrag von Monika Ziller (Bibliotheksleiterin Stadtbibliothek Heilbronn) auf dem Bibliothekskonress in Leipzig, Veranstaltung „Helfer in der Not“ (17. März 2010)

With a little help from my friends : Freundeskreise und Fördervereine für Bibliotheken / hrsg. von Petra Hauke und Rolf Busch. Mit Unterstützung des Deutschen Bibliotheksverbandes e. V. - Bad Honnef : Bock + Herchen, 2005. - 336 S. : Ill. - (Bibliothek und Gesellschaft) - (Beiträge zur bibliothekarischen Weiterbildung ; 19)


Mit anderen Einrichtungen / Vereinen etc. vernetzen

Insbesondere Öffentliche Bibliotheken und Volkshochschulen sind bedeutende außerschulische Lernorte und bieten ein breites Spektrum an Informations- und Bildungsangeboten. Sie dienen damit der lebensbegleitenden individuellen und gesamtgesellschaftlichen Bildung. Diesen Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge zu sichern, ist eine wichtige sozial-und bildungspolitische Aufgabe. Zum beiderseitigen Vorteil und zur besseren Effizienz, aber vor allem zum Vorteil der jeweiligen Nutzergruppen wird empfohlen, dass beide Einrichtungen eng zusammenarbeiten und ihre Bildungsangebote aufeinander abstimmen und miteinander verschränken. Gerade im Bereich „Sprachenvermittlung“ für die Zielgruppe Migranten, Flüchtlinge, Menschen mit Leseschwäche und Analphabeten existieren bereits zahlreiche Kooperationen. Ziele der engeren Kooperation können die Verbesserung der räumlichen Situation, die Schaffung von Synergieeffekten, höhere Sichtbarkeit durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit oder die Schaffung größerer Kultur- und Bildungseinrichtungen sein. Dabei ist darauf zu achten, dass bei der Zusammenlegung dieser Bereiche beide Einrichtungen als gleichberechtigte Partner zusammenarbeiten. 

Kooperationsvereinbarungen mit Schulen und Kindergärten

Kooperationsvereinbarungen über die Zusammenarbeit von Bibliotheken und Volkshochschulen

Über die kommunalen Diskussionsthemen / Gemeinderat / Ausschuss laufend informiert sein

Voraussetzung für die gezielte und erfolgreiche Einflussnahme auf Entscheidungen ist es, die relevanten Institutionen und die darin agierenden Personen genau zu kennen. Dies sind vor allem die Träger der Bibliothek (also die Kommune oder die Hochschule), darüber hinaus aber auch andere Einrichtungen, deren Entscheidungen die Bibliothek betreffen, also z.B. der Landtag oder das zuständige Kultusministerium. Für wissenschaftliche Bibliotheken gehören z.B. dazu: die Kultusministerkonferenz, die Hochschulrektorenkonferenz, die DFG oder das BMBF. Für Öffentliche Bibliotheken können der Kreisrat, eine Stiftung, ein Sponsor o.ä. relevant sein.

Über die relevanten Institutionen sollte man z.B. Folgendes in Erfahrung bringen:

Welche Themen, Diskussionen und Entwicklungen sind gerade aktuell?

Worüber wird in der Kommune oder Hochschule derzeit diskutiert? Welches sind die heißen Themen? Welche politischen Ziele hat sich der Träger auf die Fahnen (bzw. ins Programm) geschrieben?:

- In der Kommune können dies z.B. sein:

  • Bildungsförderung
  • Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen
  • Stadtentwicklung
  • Familienfreundlichkeit
  • Integration von Minderheiten
  • Nachhaltigkeit / Umweltbewusstsein 

- In der Hochschule können dies z.B. sein:

  • Hochschulautonomie
  • Digitalisierung
  • Digital Humanities
  • Bestandserhaltung
  • Internationalisierung
  • Umstellung der Studiengänge
  • Exzellenzinitiative

Direkt damit verbunden ist die Frage, wie die Bibliothek zu diesen Zielen und Themen beitragen kann. Dies ist auf den unterschiedlichsten Ebenen möglich:

Z.B. zum Ziel  "Familienfreundliche Stadt":

  • durch gezielte Medien- und Veranstaltungsangebote für Eltern und Kinder
  • durch Kinderbetreuung während einer Erwachsenenveranstaltung
  • durch überdachte Kinderwagenabstellplätze
  • durch Angebot von Teilzeitarbeitsplätzen

Z.B. zum Ziel "Internationalisierung der Hochschule":

  • durch das Angebot von Bibliotheksschulungen in englischer Sprache
  • durch den Ausbau der fremdsprachlichen Bestände
  • durch Betreuung von ausländischen Praktikanten und Fachkollegen
  • durch die Mitarbeit in internationalen Gremien.

Auf diese Weise kann die Bibliothek
a) bei vielen Gelegenheiten darauf hinweisen, wie sie zur Lösung der Probleme des Trägers beiträgt - und damit ihre eigene Stellung festigen und
b) eigene Vorhaben und Projekte auf die politischen Ziele des Trägers ausrichten und dadurch die Chancen auf Realisierung erhöhen.

Darüber hinaus gibt es auch andere brisante Sachthemen, die beim Träger oder den Nutzerinnen und Nutzern politisch relevant sein können, z.B.:

  • der Bau einer Umgehungsstraße
  • Vandalismus in öffentlichen Anlagen
  • die Schließung eines Klinikums
  • die Zusammenlegung von Fachbereichen

Manche dieser Diskussionen beherrschen kurz- oder langfristig eine Stadt oder Hochschule. Die Bibliotheksleitung sollte sie kennen und wissen, wie die politischen Fronten und Lager verlaufen. Sie kann dann entscheiden, ob es nötig und sinnvoll ist, sich zu positionieren.

Wie verlaufen die Organisations- Hierarchie- und Entscheidungsstrukturen:

  • Welche Abteilung, Organisationseinheit, welches Gremium ist für die Bibliothek zuständig?
  • Wer arbeitet diesen Gremien in der Verwaltung zu?
  • In welcher Reihenfolge durchläuft eine Entscheidung welche Gremien/Stationen?
  • Wie hängen die Gremien voneinander ab?
  • Welches Gremium ist einflussreicher (kann eines die Entscheidung des anderen "kassieren" oder ignorieren)?
  • Wann finden die Sitzungen dieser Gremien statt?
  • In welcher Sitzung muss das Anliegen der Bibliothek auf die Tagesordnung bzw. in welcher Sitzung wird über die Bibliothek beraten?
  • Welche Deadlines sind zu beachten, wenn ein Thema auf die Tagesordnung kommen soll, z.B. für die Anmeldung von TOPs oder für die Unterlagen zur Vorbereitung?
  • Kann die Bibliothek selbst einen TOP anmelden oder muss das jemand für sie tun?
  • Ist die Bibliotheksleitung in diesen Gremien selbst sprechberechtigt oder muss sie ihr Anliegen über eine/n Vertreter/in vorbringen lassen?
  • Wer ist das?
  • Wie steht er/sie zu Bibliotheken?
  • Wann sind Wahlen? Wann werden Ausschüsse neu besetzt?

Welche Personen spielen eine Rolle?

(vgl. Abschnitt "Mapping und Monitoring" im Vortrag von Karin Schlegelberger: "Erfolgsfaktoren für die Lobbyarbeit in Bibliotheken", Reutlingen, ekz-Impulse, Februar 2011)

  • Wer sitzt in den Gremien / an den relevanten Stellen?
  • Welche Parteien sind vertreten, wer sind deren Vertreter?
  • Gibt es Anknüpfungspunkte zu Unterstützern der Bibliothek oder zum Freundeskreis?
  • Wie stehen die relevanten Personen zu Bibliotheken, zu Kultur, zu Bildung? Wie haben sie sich über Bibliotheken, Bildung, Kultur usw. schon einmal geäußert?
  • Was haben sie früher gemacht, was ist ihr Beruf?
  • Haben sie einen fachlichen Schwerpunkt, eine Neigung oder sonstigen Hintergrund, an dem ein Bibliotheksthema anknüpfen kann (z.B.: Frühere Tätigkeit als Lehrer à Schulbibliothek, Frühere Zugehörigkeit zum Wirtschaftsausschuss à Technologieaffinität usw.)
  • Welche fachlichen und politischen Anliegen haben sie? (Profilierung, Neutralität, usw.)
  • Persönliche Informationen: Geburtstage, Kinder, Wohnort, usw.

Wie sind die informellen Strukturen?

  • Wer feiert wann was?
  • Wie ist die Arbeitsatmosphäre?

Nach oben