minibib-das Kölner Bücherbüdchen im Park
Projektbeschreibung
Die Idee eines Kölner Bücherbüdchens im Park entstand im Förderverein Stadtbibliothek Köln e.V.
Das Bücherbüdchen verkörpert ideal das Konzept einer niederschwelligen Leseförderung. Ausgestattet mit gut erhaltenen, aktuellen Buchgeschenken wird es von Ehrenamtlichen betreut. Als bester Standort wurde der Stadtgarten als besonders bürgernaher Park gewählt.
Für die Architektur des Büdchens wurde ein Studentenwettbewerb an der „Fachhochschule Siegen, Fachbereich Architektur und Städtbau“ ausgelobt. Entscheidendes Kritierium war, dass sich das Büdchen ästhetisch in die Atmosphäre eines Parks integrieren, aber auch als urbane Variante tauglich ist.
Im Innenraum mussten 1.000 Bücher Platz finden und genügend Raum für Kommunikation, Veranstaltungen, Lesen sein.
Letztlich überzeugte die Jury ein transparenter lichtgrüner Kubus aus Fichtenholz und Glasflächen.
Durch eine kontinuierliche Pressearbeit wurde die Öffentlichkeit über die einzelnen Entstehungsphasen der minibib informiert. Für eine zusätzliche Emotionalisierung der Kölner Bevölkerung sorgte ein großer Namenswettbewerb für das Büdchen.
Ende Juni 2009 konnte die „minibib“ mit einem Team von 12 Ehrenamtlichen eröffnet werden.
Der Buchbestand konzentriert sich vor allem auf schöne Literatur, Kinder- und Jugendbücher. Die Auswahl aus den Buchgeschenken trifft das Lektorat der Stadtbibliothek und gewährleistet damit ein qualitatives Angebot.
Alle Interessierten können sich unkompliziert ein Buch mitnehmen - ohne Ausweis oder Hinterlegung von persönlichen Daten. Die Bücher sollen aber innerhalb von 14 Tagen wieder zurückgegeben werden, damit sich der Bestand nicht in kürzester Zeit minimiert. Bewusst wird auf die Solidarität und Ehrlichkeit der Leser vertraut - ein Kompromiss, der bis heute trägt.
Nach nahezu einem Jahr Praxis steht fest, dass sich die Niederschwelligkeit des Angebots bewährt. Viele Menschen, die eigeninitiativ keine Öffentliche Bibliothek besuchen würden, wagen den leichten Schritt ins Büdchen – häufig folgt danach der Gang in die Bibliothek. So fungiert die minibib auch als Sympathieträger und Entrée für die Stadtbibliothek.
Besonders gern wird die minibib von Kindern genutzt. Veranstaltungen wie Vorlesen oder kreatives Basteln sind ein regelmäßiges Angebot. Seit neuestem gibt es die Reihe “minilektüre“ – niederschwellige Literaturförderung in Kooperation mit der VHS.
Die Besucher schätzen die Offenheit der großflächig verglasten minibib und gleichzeitig ihre räumliche Intimität. Die Verknüpfung von Natur und Literatur, die Gespräche mit ganz unterschiedlichen Menschen motivieren alle - auch die ehrenamtlichen Betreuer.
Das Konzept der minibib wurde bei der „Plan 09 – Forum aktueller Architektur in Köln“ mit großer Resonanz belohnt. Sie wird auch zunehmend als Kunstobjekt im Park wahrgenommen. Geplant sind weitere Kooperationen, z B. mit den örtlichen Jugendkunstschulen und der Kunsthochschule für Medien.
Die minibib hat täglich, auch samstags und sonntags, geöffnet.
