Lesestark! Dresden blättert die Welt auf.
Projektbeschreibung
Lesen als Kulturtechnik und Teil einer umfassenden Medienkompetenz gehört zu den Schlüsselqualifikationen unserer Gesellschaft. Die viel diskutierte Zunahme von Defiziten bei Lesefähigkeiten und -fertigkeiten erfordert nachhaltiges, auf Kontinuität ange-legtes Handeln. Hier setzt das Projekt Lesestark! als Gemeinschaftsprojekt mit zahlreichen Partnern an, zeigt Möglichkeiten von Kooperationen auf und möchte Anstoß zur Überwindung des Denkens und Handelns in institutionellen Kategorien und Einzelzu-ständigkeiten geben.
Ziellstellung ist es, nachhaltige Impulse für eine von Beginn an erfolgreiche literarische Sozialisation von Kindern im Übergang zur Schule zu geben. Durch kreative Formen der Lese- und Sprachförderung in einem neuartigen System mit hoher Betreuungsdichte sollen besonders Kinder aus buch- und lesefernen Schichten bzw. aus sozial benachteiligten Familien gefördert werden.
Derzeit nehmen 73 Kindergärten und 23 Grundschulen am Projekt teil. Das sind 1600 Vorschul- und 1200 Grundschulkinder.
Im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen neue Konzepte, mit deren Hilfe ein freiwilliges, aktionsbetontes, positiv erlebtes und damit erfolgreiches Lernen möglich wird. Die Basis dafür sind die gut ausgebauten Dresdner Stadtteilbibliotheken als kulturelle Orte, wo Kinder Literatur in vielfältiger Weise erleben können.
Eine notwendige Auswahl der derzeit 10 beteiligten Stadtteile orientierte sich am Anteil der Sozialhilfe-empfänger im Einzugsbereich der Bibliotheken. Da Leseförderung in dieser Dimension ohne ehrenamtliches Engagement nicht leistbar ist, bilden literarisch interessierte Menschen aller Altersgruppen das Herzstück der Vorleseaktivitäten rund um das Bilderbuch. Um ihnen die dafür notwendigen fachspezifischen Kenntnisse zur selbstständigen und ideenreichen Umsetzung geeigneter Konzepte an die Hand zu geben, finden monatliche Fort- und Weiterbildungen, Workshops und Kurse statt. Sie beinhalten Fragen zur Praxis des Vorlesens, Informationen zur Buchauswahl sowie methodische Anregungen zur Leseförderung.
Dass kulturelle Bildung immer auch soziale Bildung einschließt, ist eine Erfahrung, der das Projekt mit verschiedenen Möglichkeiten des intergenerativen Austauschs Rechnung trägt. Eine mittlerweile sehr erfolgreiche Form stellen hierbei Lesepatencafes dar. Aber auch Informations- und Weiterbildungsver-anstaltungen mit denen am Projekt beteiligten Erzieherinnen bzw. Lehrerinnen sowie Elternabende in den Einrichtungen zeigen die Bedeutung eines Interagierens und Austauschens aller am Projekt beteiligten Personen.
In der Außenwirkung zielt das Projekt auf die Weiterentwicklung des positiven Images von Bibliotheken als Kultur- und Bildungseinrichtungen, die von Kindern mit Freude und persönlichem Gewinn besucht werden. Sie sollen als Lernorte und Orte der Lese- und Sprachförderung noch mehr ins Bewusstsein von Eltern, Pädagogen, Multiplikatoren sowie der Öffentlichkeit treten. In diesem Zusammenhang steht auch die aktive Presse-und Öffentlichkeitsarbeit des Projektes.
Angestrebte bzw. zum Teil verwirklichte Kooperationen zu anderen künstlerischen Sparten wie dem Theater (Theater Junge Generation Dresden), Musikvereinen (Musenkinder e.V.) und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zielen vor Ort auf den Aufbau eines Netzwerkes, in dessen Zentrum für Heranwachsende die Erfahrung der Inszenierung, Dramatisierung bzw. Bebilderung literarischer Texte steht. Auf diese Weise wird eine ganzheitliche Erfahrbarkeit der Künste angestrebt, die Bestandteil kultureller Bildung nachfolgender Generationen sein sollte.
Das Projekt wird begleitet von einer wissenschaftlichen Evaluation, in deren Zentrum die Untersuchung der sich entwickelnden Lesekompetenz der am Projekt beteiligten Kinder steht.
