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Dienstag 12.09.17

Noch 12 Tage bis zur Bundestagswahl: Parteien antworten auf die Wahlprüfsteine des Deutschen Bibliotheksverbands

Pressemitteilung

12.09.2017   

Augsburg/Berlin. Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) begrüßt, dass alle Parteien die wichtige Rolle von Bibliotheken als Kultur- und Bildungseinrichtungen anerkennen und die Notwendigkeit einer zukunftsgerechten Weiterentwicklung der Bibliotheken u.a. vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung, des demografischen Wandels, der Migration und der Notwendigkeit des nachhaltigen Handelns sehen. Grundsätzlich befürworten die Parteien die Aufnahme von Bibliotheken als zentrale Infrastruktureinrichtungen in nationale Strategien für Digitalisierung, Bildung, Integration und Nachhaltigkeit.

Die Bundesvorsitzende Barbara Lison erklärt auf der heute in der Stadtbücherei Augsburg stattfindenden Beiratssitzung mit 50 Spitzenvertretern des Verbandes: „Für die künftige Rolle der Bibliotheken ist eine nationale Strategie dringend erforderlich, denn das Fehlen einer bundesweit koordinierten Innovations- und Entwicklungspolitik für Bibliotheken ist problematisch. Die Aussagen der Parteien sind hier an einigen Stellen allerdings enttäuschend, eine Beteiligung des Bundes wird z.B. von CDU/CSU und FDP ganz abgelehnt. Nur durch eine verlässliche Mitwirkung und einen gesetzlichen Rahmen des Bundes auch bei der digitalen Ausstattung, dem Verleih von E-Books sowie der Ermöglichung der Sonntagsöffnung, können die Bibliotheken auch in Zukunft leistungsstark weiterarbeiten“.

Der dbv hat seine Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl an die Spitzen der im Bundestag vertretenen Parteien und weiterer Parteien verschickt, die voraussichtlich in den nächsten Bundestag einziehen. Der dbv hat die Parteien befragt, was sie in der Regierungsverantwortung oder als parlamentarische Opposition für die Förderung kultur- wissenschafts- und bildungspolitischer Belange der Bibliotheken tun wollen. Die bibliothekspolitischen Positionen der Parteien dokumentiert der dbv auf seiner Website.

 „Wer forscht, braucht hochmoderne, gut ausgebaute und nachhaltige Informationsinfrastrukturen. Es bedarf dringend  der verlässlichen Finanzierung zum weiteren Ausbau und Koordination dieser Informationsinfrastrukturen, konkrete Maßnahmen werden von den Parteien aber nur zum Teil benannt. Bibliotheken müssten von ihnen mehr als Bestandteil von Wissenschaftseinrichtungen und als wichtige Akteure der Transformation des wissenschaftlichen Publikationsmarktes (Open Access) wahrgenommen werden. Die Antworten der Parteien, wie sie hier unterstützend wirken können, sind nicht sehr aussagekräftig. Einigkeit besteht lediglich bei der Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes als wichtige gesamtstaatliche Aufgabe, die weiterhin gefördert werden soll“, so die Vize-Bundesvorsitzende und Direktorin der ULB Münster, Beate Tröger.

Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv)
Im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) sind ca. 2.100 Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen Deutschlands zusammengeschlossen. Der gemeinnützige Verein dient seit mehr als 65 Jahren der Förderung des Bibliothekswesens und der Kooperation aller Bibliotheken. Sein Anliegen ist es, die Wirkung der Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken. Zu den Aufgaben des dbv gehören auch die Förderung des Buches und des Lesens als unentbehrliche Grundlage für Wissenschaft und Information sowie die Förderung des Einsatzes zeitgemäßer Informationstechnologien.

Kontakt: 
Deutscher Bibliotheksverband e.V.
Maiken Hagemeister
Pressesprecherin und Leitung Kommunikation
Tel.: 0 30/644 98 99 25
E-Mail: hagemeister@bibliotheksverband.de
http://www.bibliotheksverband.de
http://www.bibliotheksportal.de