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Freitag 22.04.16

Bibliotheken fordern Modernisierung des Urheberrechtsgesetzes Prüfauftrag zum Verleih von E-Books in Öffentlichen Bibliotheken ist dringend erforderlich

Pressemitteilung

Berlin 22.04.2016 Anlässlich des Welttags des Buches und Urheberrechtes fordert der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) von der EU-Kommission und dem deutschen Gesetzgeber die Modernisierung des Urheberrechts. Der Verband schließt sich damit einem offenen Brief von 27 europäischen Institutionen, Verbänden und Unternehmen aus dem digitalen Sektor an, in dem die Gesetzgeber aufgefordert werden, ein Urheberrechtsgesetz zu kreieren, das „Unternehmen  erlaubt, innerhalb der EU Geschäfte zu tätigen, Individuen freien Zugang sowie die Möglichkeit zur Nutzung von Kulturgütern gibt, Forschern ermöglicht, über Ländergrenzen hinweg  mit Zugang zu den neuesten Technologien zu kooperieren, und Kreativschaffenden die Möglichkeit bietet, von ihrer Arbeit zu leben und so zu Europas reichem kulturellen Erbe beizutragen." http://www.eblida.org/news/reforming-copyright-law.html

Der Verband aller deutscher Bibliotheken bekräftigt damit seine bisherige Forderung nach der rechtlichen Gleichstellung von E-Books und gedruckten Büchern, um den Kernauftrag der Bibliotheken, allen Bürgerinnen und Bürgern Bildung und Information zu fairen, einfachen und kostengünstigen Bedingungen zu ermöglichen, indem jedes E-Book aus den Bibliotheken entleihbar sein müsste. Derzeit entscheiden ausschließlich die Verlage, ob sie Öffentlichen Bibliotheken über Lizenzen die Verleihmöglichkeit für ihre E-Books gewähren oder nicht. Auf diese rechtliche Gleichbehandlung von E-Books und gedruckten Büchern warten die Bibliotheken schon lange. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag von 2013 angekündigt zu prüfen, ob den Öffentlichen Bibliotheken das Recht eingeräumt werden sollte, elektronische Bücher zu lizenzieren. Diese Prüfung steht noch immer aus.

Ebenfalls offen ist die vom Bibliotheksverband geforderte und im selben Koalitionsvertrag formulierte Einführung einer allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsschranke, die der Wissenschaft  die notwendige Literatur- und Informationsversorgung ohne Hindernisse -  auch über Ländergrenzen hinweg - ermöglichen würde.

„Um ihren öffentlichen Auftrag zukunftsgerecht umzusetzen, benötigen Bibliotheken das Recht, E-Books zu verleihen,  und ein wissenschaftsfreundlicheres Urheberrecht“ sagt Verbandsvorsitzende Barbara Lison.

Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv)
Im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) sind ca. 2.100 Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen Deutschlands zusammengeschlossen. Der gemeinnützige Verein dient seit mehr als 65 Jahren der Förderung des Bibliothekswesens und der Kooperation aller Bibliotheken. Sein Anliegen ist es, die Wirkung der Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken. Zu den Aufgaben des dbv gehören auch die Förderung des Buches und des Lesens als unentbehrliche Grundlage für Wissenschaft und Information sowie die Förderung des Einsatzes zeitgemäßer Informationstechnologien.

Kontakt:  Deutscher Bibliotheksverband e.V.
Maiken Hagemeister, Pressesprecherin und Leitung Kommunikation, Tel.: 0 30/644 98 99 25
E-Mail: hagemeister@bibliotheksverband.de, www.bibliotheksverband.de, www.bibliotheksportal.de