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Montag 21.09.15

Bibliotheken heißen Flüchtlinge und Asylsuchende willkommen

Erklärung des Deutschen Bibliotheksverbandes

Der Beirat des Deutschen Bibliotheksverbandes hat auf seiner Jahrestagung am 17. und 18. September 2015 in Dortmund Wege zur Erweiterung bereits bestehender Bibliotheksangebote für Flüchtlinge und Asylsuchende erörtert und gibt dazu folgende Erklärung ab:

Der freie Zugang zu allgemeiner und beruflicher Bildung, zu Information und Kultur ist ein grundlegendes Recht aller Menschen, das vom Grundgesetz und den Landesverfassungen geschützt wird. Bibliotheken sind öffentliche Orte, deren Aufgabe es ist, diesen Zugang zu ermöglichen. Sie bieten Medien und Information zur Aus- und Weiterbildung, Unterhaltung und Freizeitgestaltung für alle Bevölkerungsgruppen an. Sie fördern die Informations- und Medienkompetenz ihrer Nutzerinnen und Nutzer. Sie haben eine wichtige Funktion als Orte der Begegnung und der Integration, sowie als Lernorte. Bibliotheken sind eine zentrale Institution der Stadtkultur und ein wichtiger Faktor für die kulturelle Bildung.

In diesem Jahr werden bis zu einer Million Flüchtlinge in Deutschland erwartet. Diese Menschen, die nach Deutschland kommen, um Schutz und Hilfe zu suchen und sich ein neues Leben aufzubauen, gilt es willkommen zu heißen und sie bei ihrer Integration zu unterstützen. Ein vielfältiges und passgenaues Kultur- und Bildungsangebot kann hierzu maßgeblich beitragen.

Bibliotheken übernehmen mithin eine bedeutende gesellschaftliche Funktion auch bei der Bewältigung der Herausforderung, die Flüchtlinge und Asylsuchenden bei uns aufzunehmen, zu betreuen und zu integrieren. Bibliotheken werden sich künftig noch stärker aktiv in die lokale Willkommenskultur einbringen und Kontakte zu den hier neu angekommenen Menschen und den engagierten Akteuren auf – und ausbauen. Sie werden transparente, verständliche und situationsrelevante Angebote bereithalten und sich noch besser als Orte des Aufenthalts etablieren.

Bereits heute gibt es viele gute Beispiele von entsprechenden Bibliotheksangeboten. Sie reichen von der Bereitstellung von Medienboxen in den Flüchtlingsunterkünften über mehrsprachige Medienangebote und Gesprächsgruppen zur Unterstützung des Spracherwerbes bis zu Aktivitäten der Leseförderung. Diese Angebote flächendeckend auszubauen, dafür spricht sich der Beirat des Deutschen Bibliotheksverbandes ausdrücklich aus.

Dazu bedarf es der Unterstützung auf allen politischen und administrativen Ebenen, auf Bundesebene, auf Länderebene und den einzelnen Städten, Gemeinden und Hochschulen. Die Teilhabe an den Angeboten und Veranstaltungen der Bibliotheken soll so barrierefrei wie möglich gestaltet sein. Nur so kann es gelingen, geflüchtete Menschen bei uns gut aufzunehmen und ein bereicherndes Miteinander zu ermöglichen.

Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv)
Im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) sind ca. 2.100 Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen Deutschlands zusammengeschlossen. Der gemeinnützige Verein dient seit 65 Jahren der Förderung des Bibliothekswesens und der Kooperation aller Bibliotheken. Sein Anliegen ist es, die Wirkung der Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken. Zu den Aufgaben des dbv gehören auch die Förderung des Buches und des Lesens als unentbehrliche Grundlage für Wissenschaft und Information sowie die Förderung des Einsatzes zeitgemäßer Informationstechnologien.

Kontakt: Deutscher Bibliotheksverband e.V.
Maiken Hagemeister, Pressesprecherin und Leitung Kommunikation, Tel.: 030/644 98 99 25
E-Mail: hagemeister@bibliotheksverband.de, http://www.bibliotheksverband.de, http://www.bibliotheksportal.de