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Donnerstag 09.10.14

E-Books in Öffentlichen Bibliotheken sind nicht kostenlos

Pressemitteilung des dbv

Berlin - In den auf der Frankfurter Buchmesse geführten Diskussionen über die unterschiedlichen E-Book-Angebote wurde am gestrigen Mittwoch eher beiläufig auf das angeblich "kostenlose" Angebot der Öffentlichen Bibliotheken auf diesem Gebiet hingewiesen. Der Deutsche Bibliotheksverband weist darauf hin, dass in den Öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken im vergangenen Jahr insgesamt 416 Mio. Euro für den Medienerwerb ausgegeben wurden. „Angesichts dieser Zahlen“, so der Verbandsvorsitzende Frank Simon-Ritz, „kann man nicht davon sprechen, dass das Medienangebot der Bibliotheken 'kostenlos' ist. Richtig ist, dass die Nutzung des Medienangebots der Bibliotheken durch Bürgerinnen und Bürger entweder entgeltfrei ist oder gegen eine pauschale Jahresgebühr erfolgt. Damit ist - und das ist schon sehr lange so - das gesamte Medienangebot der Bibliothek zugänglich. Und das gilt auch für das E-Book-Angebot.“

Zu der im Rahmen der gleichen Diskussionen erhobenen Forderung, im Hinblick auf das E-Book-Angebot der Öffentlichen Bibliotheken eine nutzungsabhängige Vergütung zu etablieren, merkt der dbv an, dass insbesondere die nicht erfolgende Vergütung für Autorinnen und Autoren für alle Beteiligten zunehmend zum Ärgernis wird. Simon-Ritz schlägt dem Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels eine gemeinsame Initiative vor, um die sog. Bibliothekstantieme, die bislang schon für die Entleihungen von gedruckten Büchern in Öffentlichen Bibliotheken an Autoren und Verlage ausgeschüttet wird, künftig auch für die Nutzung von E-Books zu bezahlen. „Dies wäre“, so Simon-Ritz, „ein wichtiger Schritt in Richtung auf die rechtliche Gleichstellung von E-Books mit gedruckten Büchern.“

Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv)
Im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) sind ca. 2.100 Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen Deutschlands zusammengeschlossen. Der gemeinnützige Verein dient seit 65 Jahren der Förderung des Bibliothekswesens und der Kooperation aller Bibliotheken. Sein Anliegen ist es, die Wirkung der Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken. Zu den Aufgaben des dbv gehören auch die Förderung des Buches und des Lesens als unentbehrliche Grundlage für Wissenschaft und Information sowie die Förderung des Einsatzes zeitgemäßer Informationstechnologien.

Kontakt:  Deutscher Bibliotheksverband e.V.
Maiken Hagemeister, Pressesprecherin und Leitung Kommunikation,
Tel.: 0 30/644 98 99 25 E-Mail: hagemeister@bibliotheksverband.de, http://www.bibliotheksverband.de, http://www.bibliotheksportal.de

Dateien:
2014 10 09 PM E-Books in Öffentlichen Bibliotheken sind nicht kostenlos (120 kB)