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Mittwoch 09.12.09

Bibliotheken fordern modernen Tarifvertrag

Gemeinsame Erklärung des Deutschen Bibliotheksverbandes und des Berufsverbandes Information und Bibliothek

„Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek“ – unter diesem Motto hat gerade die deutschlandweite Bibliothekskampagne mit über 4.000 Veranstaltungen mit großer Resonanz in Presse, Fernsehen, Rundfunk, aber auch der Politik auf die große Leistungsfähigkeit von Bibliotheken im Dienste von Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur hingewiesen. „Bibliotheken sind unverzichtbare Bildungseinrichtungen“, schreibt die Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages und Bundespräsident Horst Köhler fordert, „Bibliotheken auf die politische Tagesordnung“ zu setzen.

Vor diesem Hintergrund verfolgen die bibliothekarischen Interessenverbände mit großer Sorge die Verhandlungen zu einer neuen Entgeltordnung für die Landesbeschäftigten in Bibliotheken und Archiven. Nachdem mit Inkrafttreten der neuen Tarifverträge eine den veränderten Tätigkeiten entsprechende Entgeltordnung versprochen wurde, scheint es nun, als ob lediglich die inhaltlich völlig veralteten Beschreibungen von Bibliotheksaufgaben aus den 1960er Jahren fortgeschrieben werden sollen. War es vor 50 Jahren richtig, Vergütungen nach Ausleihzahlen und Buchbeständen festzulegen, so ist dies im digitalen Zeitalter absolut antiquiert.

Wir fordern, dass die Bibliotheken sich entsprechend ihres vielfältigen Aufgaben- und Leistungsspektrums in der Entgeltordnung wiederfinden!

Das Berufsbild der Bibliothekare hat sich eminent gewandelt. Bibliotheken stehen heute für die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz vom Kleinkind bis zum renommierten Wissenschaftler, für den Aufbau von digitalen Bibliotheken, elektronischen Lernplattformen und den Umgang mit hybriden Medien- und Informationsmärkten. All dies findet keine Entsprechung in der geplanten Entgeltordnung und stellt somit alle Träger und Leitungen von Bibliotheken bei der Gewinnung und tariflichen Bewertung eines notwendigerweise hoch qualifizierten Berufstandes vor enorme Probleme.

 

Berufsverband Information Bibliothek (BIB)
Der Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB) vertritt als Personalverband die Interessen der Beschäftigten in Bibliotheken und Informationseinrichtungen, der freiberuflichen Informationsspezialisten sowie der Studierenden und Auszubildenden der entsprechenden Fachrichtungen. Der Verband bietet seinen rund 6.300 Mitgliedern Fortbildungsveranstaltungen, Fachpublikationen sowie Beratung und Unterstützung in der beruflichen Praxis.

Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv)
Im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) sind ca. 2.000 Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen Deutschlands zusammengeschlossen. Der gemeinnützige Verein dient der Förderung des Bibliothekswesens und der Kooperation aller Bibliotheken. Sein Anliegen ist es, die Wirkung der Bibliotheken in Kultur und Bildung sichtbar zu machen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken. Zu den Aufgaben des dbv gehört auch die Förderung des Buches und des Lesens als unentbehrliche Grundlage für Wissenschaft und Information, sowie die Förderung des Einsatzes zeitgemäßer Informationstechniken.

Kontakt: Berufsverband Information Bibliothek (BIB)
Wolfgang Folter, BIB-Kommission Eingruppierung und Besoldung (KEB), Tel:. 069/798-39376
E-Mail: keb@bib-info.de, www.bib-info.de

Kontakt: Deutscher Bibliotheksverband e.V.
Barbara Schleihagen, Geschäftsführerin, Tel.: 0 30/644 98 99 12
E-Mail: dbv@bibliotheksverband.de, http://www.bibliotheksverband.de, http://www.bibliotheksportal.de

 

Dateien:
2009-12-09 PM Bibliotheken Tarifvertrag (49 kB)