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Mittwoch 25.11.15

2,8 Millionen Besucher in 200 öffentlichen Bibliotheken - Kulturministerin Kunst präsentiert gemeinsam mit dem Bibliotheksverband den Bibliotheksentwicklungsplan für das Land Brandenburg

Pressemitteilung des MWFK und des LV Brandenburg

Kulturministerin Sabine Kunst hat heute in Potsdam gemeinsam mit Cornelia Stabrodt, stellvertretende Vorsitzende des Bibliotheksverbandes und Leiterin der städtischen Fouqué-Bibliothek in Brandenburg an der Havel, den novellierten Bibliotheksentwicklungsplan für das Land Brandenburg präsentiert.

Kulturministerin Sabine Kunst verwies dabei auf die Bedeutung von Wissen und Information in einer Gesellschaft. "Wissen und Information sind der 'Rohstoff' für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die Bibliotheken geben in einer zunehmend komplexer werdenden Gesellschaft Orientierung mit ihren vielfältigen Angeboten, vor allem beim Zugriff auf das weltweit verfügbare Wissen. Sie sind zudem wichtige Orte kultureller Begegnungen und Kooperationspartner für Kitas, Schulen, Hochschulen und vieler weiterer Bildungs-, Wissenschafts-und Kultureinrichtungen. Mit seinen Wissenschaftlichen und Öffentlichen Bibliotheken verfügt das Land Brandenburg über ein beachtliches Potenzial, das wir mit jährlich mehr als 1 Million Euro unterstützen", so Ministerin Kunst. "Vor dem Hintergrund moderner Informations- und Kommunikationstechnologien und der demografischen Entwicklung war es wichtig, den Bibliotheksentwicklungsplan aus dem Jahr 1995 zu überarbeiten und die aktuellen Herausforderungen zu benennen. Dabei geht es um die Förderung von Lese- und Medienkompetenz und Teilhabe an kultureller Bildung ebenso wie um die zunehmende Digitalisierung und die Entwicklung neuer, insbesondere virtueller, Zugänge zum weltweiten Wissen. Der aktualisierte Bibliotheksentwicklungsplan benennt die konkreten Herausforderungen und gibt Handlungs-empfehlungen für die weiteren Diskussionen vor Ort."

Cornelia Stabrodt, stellvertretende Vorsitzende des Bibliotheksverbandes: Die Öffentlichen Bibliotheken im Land Brandenburg zählten im Jahr 2014 rund 2,8 Millionen Besuche und 9 Millionen Entleihungen. Von den 200 Öffentlichen Bibliotheken im Land Brandenburg werden 137 hauptamtlich und 63 neben-beziehungsweise ehrenamtlich geleitet.

Das Land Brandenburg unterstützt die Öffentlichen Bibliotheken und deren Träger mit einer einrichtungsübergreifenden Infrastruktur, für die jährlich mehr als 500.000 Euro zur Verfügung stellt:
• Der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg mit seiner Anbindung an das Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik in Berlin sichert die Gewährleistung der technischen Voraussetzungen für die Online-Fernleihe. Dafür stellt das Land Brandenburg jährlich rund 340.000 Euro zur Verfügung.
• Die Landesfachstelle für Archive und öffentliche Bibliotheken berät die kommunalen Bibliotheken und deren Träger in allen Fachfragen, sorgt für Fortbildung und koordiniert den EDV-Verbund. Dafür stellt das Land Brandenburg jährlich 150.000 Euro zur Verfügung.
• Das bundesweite Kompetenznetzwerk Bibliotheken erledigt überregionale Aufgaben für die Bibliotheken. Dafür stellt das Land Brandenburg (nach Königsteiner Schlüssel) jährlich rund 17.000 Euro zur Verfügung.
• Das Kompetenzzentrum Bestandserhaltung für Archive und Bibliotheken in Berlin und Brandenburg unterstützt Bibliotheken und Archive in beiden Ländern beim Auf-und Ausbau von Netzwerken, Dafür stellt das Land Brandenburg jährlich 20.000 Euro zur Verfügung.

Mit der Gewährleistung dieser Infrastruktur, von der auch die wissenschaftlichen Bibliotheken profitieren, trägt das Land wesentlich zur Leistungs- und Entwicklungsfähigkeit des brandenburgischen Bibliothekssystems in seiner Gesamtheit bei.

Zudem erhält die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam für die Wahrnehmung der landesbibliothekarischen Aufgaben eine Zuwendung des Landes in Höhe von jährlich 538.000 Euro. Zu den landesbibliothekarischen Aufgaben zählen u.a. die Sammlung von Publikationen über und aus Brandenburg und die Archivierung von Pflichtexemplaren.

Zur Bestandsaufnahme, die dem vorliegenden Bibliotheksentwicklungsplan zu Grund liegt, gehören auch unerfreuliche Feststellungen wie die, dass die Bibliotheken des Landes nur über 62% des laut Fachstandard notwendigen Personals verfügen, dass nur 79% der Stellen mit bibliothekarischem Fachpersonal besetzt sind, dass sich die Überalterung des Bibliothekspersonals an wissenschaftlichen Bibliotheken nicht mehr leugnen lässt, dass Etat-einbußen in der Erwerbung und ständiger Personalabbau auch dort kontraproduktiv sind, wo es um soziale Zusammenhänge geht. Vor dem Hintergrund sich immer mehr ausweitender virtueller Welten und der von Soziologen und Psychologen beklagten zunehmenden Einsamkeit vor Computern gewinnen Bibliotheken als öffentliche Treffpunkte, Kommunikations-stätten und Orte kultureller Begegnung eine ganz neue, Gesundheit fördernde und zutiefst humane Bedeutung. Auch deshalb wird vorgeschlagen, Bibliotheken als Standortfaktoren in die Entwicklungsplanungen des Landes und seiner Verwaltungseinheiten aufzunehmen.

"Ja, mach nur einen Plan / sei nur ein großes Licht / und mach dann noch 'nen zweiten Plan / gehn tun sie beide nicht." - Ob Brecht, von dem diese Worte stammen, im vorliegenden Fall Recht behält, wird nicht nur von denen, die ihn aufstellen, sondern auch von denen, die ihn verwirklichen wollen, entschieden.

Dateien:
Pressemitteilung MWFK 25.11.15 (147 kB)