dbv-Newsletter Nr. 73 2016 (29. Juni)

Editorial

Unter dem neuen Hashtag #bib4all sollen in sozialen Netzwerken interkulturelle Bibliotheksprojekte vorgestellt und das allgemeine Bewusstsein für diese Thematik geschärft werden. Der Hashtag kann gern umfassend genutzt und verbreitet werden. Passend dazu feiern wir 5.000 Likes auf Facebook und freuen uns sehr über so viele Likes und Shares sowie über interessante Hinweise und inspirierende Dialoge.

Herzlichen Dank,

Ihre Newsletter-Redaktion

Inhaltsübersicht

1. Bayerischer Bibliotheksplan beschlossen
2. Kulturstiftung des Bundes: Modellvorhaben „Agenten für die Stadtgesellschaft“
3. Entscheidung der GWK zur ZB MED
4. Webinar „Fußball und Lesen“
5. Leseclubs - mit Freu(n)den lesen
6. Bildungsbericht 2016 veröffentlicht
7. Buch zum Kulturgutschutz kostenfrei als E-Book
8. BMBF Bekanntmachung zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes – eHeritage
9. BMBF: „Kleine Fächer – Große Potenziale“
10. Neue Kompetenzagenda der EU-Kommission
11. IFLA: Beitrag der Bibliotheken zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen
12. Internationale Bibliothekswelt begrüßt Aussage zu Vergleichbarkeit von E-Ausleihe mit herkömmlicher Ausleihe


1. Bayerischer Bibliotheksplan beschlossen
Mit dem Bayerischen Musikplan als Vorbild wurde am 21.06.2016 der erste Bayerische Bibliotheksplan vom Ministerrat beschlossen. Unter anderem werden darin Leistungsfelder beschrieben, aber auch Perspektiven für die Zukunft sowie Entwicklungsbedarfe benannt. Den Plan erarbeitet haben der Bayerische Bibliotheksverband unter Mitwirkung der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, der St. Michaelsbund / Landesverband Bayern e.V., die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) und die bayerischen Universitätsbibliotheken.
Weitere Informationen: www.bibliotheksportal.de/...

2. Kulturstiftung des Bundes: Modellvorhaben „Agenten für die Stadtgesellschaft“
Die Kulturstiftung des Bundes möchte mit dem bundesweiten Modellvorhaben „Agenten für die neue Stadtgesellschaft“ Kultureinrichtungen, d.h. auch Bibliotheken, dabei unterstützen, dem demografischen Wandel konstruktiv zu begegnen. Im Kern geht es darum, dass sogenannte Agenten Wege und Formen aufzeigen, wie kulturelle Institutionen das Thema Zuwanderung wirksam in ihren eigenen Häusern umsetzen können. Die geförderten Institutionen sollen mit ihrem Agenten über einen Zeitraum von vier Jahren Vorschläge und Maßnahmen erarbeiten, wie sie ihren Beitrag zu einer selbstbewussten, Einwanderern gegenüber offenen Gesellschaft so gestalten können, dass das gesamte urbane Umfeld – die Stadtgesellschaft – davon profitiert. Ausschreibungen erfolgen in den Jahren 2017 und 2018.
Weitere Informationen: www.ksb-cms-edit-live.mcon.net/...

3. Entscheidung der GWK zur ZB MED
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat am 24. Juni beschlossen, dass die Bund-Länder-Förderung von ZB MED - Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften zum 31. Dezember 2016 beendet wird. Damit verbunden ist das Ausscheiden aus der Leibniz-Gemeinschaft. Zugleich begrüßt die GWK es, dass das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF NRW) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sich gemeinsam bemühen wollen, den Erhalt der überregionalen Informationsversorgung in den Lebenswissenschaften sicherzustellen. Eine Auslauffinanzierung ermöglicht nun bis Ende des Jahres 2019 einen Transformationsprozess, der den Fortbestand der Einrichtung zum Ziel hat.
Weitere Informationen: www.zbmed.de/...

4. Webinar „Fußball und Lesen“

Im Rahmen der Initiative „Lesen in Bewegung“ haben die Baden-Württemberg Stiftung und die Stiftung Lesen gemeinsam ein Webinar sowie einen Kurzfilm zum Thema „Fußball und Lesen“ veröffentlicht. Die Videos erläutern die Verbindung zwischen den beiden Bereichen und sollen anschaulich erklären, wie Fußball bzw. das aktuelle Thema EM genutzt werden können, um Kinder zum Lesen anzuregen. Bei Fragen kann sich an lesen-in-bewegung@stiftunglesen.de gewandt werden.
Weitere Informationen: www.lesen-in-bewegung.de

5. Leseclubs - mit Freu(n)den lesen
Die Stiftung Lesen erhielt im Juni 2016 eine Mittelaufstockung im Rahmen von "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung", wodurch noch einmal 25 zusätzliche Leseclubs eingerichtet werden können. Eine zügige Bewerbung im Laufe des Sommer 2016 ist zu empfehlen, da verfügbare Mittel zu einem späteren Zeitpunkt bereits vergeben sein könnten. In den derzeit 275 Leseclubs werden bereits über 7.000 Kinder regelmäßig erreicht, viele davon aus bildungsbenachteiligten Verhältnissen. Die Stiftung Lesen unterstützt die Leseclubs mit Ausstattungsgegenständen sowie Weiterbildungen und Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Betreuer.
Die Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen finden Sie hier: www.leseclubs.de/...

6. Bildungsbericht 2016 veröffentlicht
Der Bericht „Bildung in Deutschland 2016“ informiert Politik, Verwaltung und Praxis sowie die interessierte Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im gesamten Bildungssystem. In diesem Jahr ist das Schwerpunktthema „Bildung und Migration“. Verschiedene Entwicklungen veranschaulichen den anhaltenden Trend zu mehr Bildung: Die Bildungsbeteiligung in Betreuungsangeboten für unter 3-Jährige ist aktuell auf 52 Prozent in Ostdeutschland und 28 Prozent in Westdeutschland angestiegen. Zugleich belegen viele Befunde die ungleichen Voraussetzungen bei Bildungsbeteiligung und -erfolg. Zum Beispiel liegt der Anteil von sprachförderbedürftigen 3- bis 5-Jährigen seit Jahren konstant bei knapp einem Viertel. Förderbedürftig sind insbesondere Kinder aus Elternhäusern mit niedrigem Schulabschluss sowie mit nicht-deutscher Muttersprache (jeweils 39 Prozent). Ausländische Jugendliche verlassen mehr als doppelt so häufig die Schule ohne Hauptschulabschluss und erreichen drei Mal seltener die Hochschulreife. Der Bericht nennt zudem als Fazit sechs zentrale Herausforderungen.
Weitere Informationen: www.bildungsbericht.de

7. Buch zum Kulturgutschutz kostenfrei als E-Book
Auch nach der Verabschiedung des Kulturgutschutzgesetzes durch den Bundestag, soll die Diskussion um den Kulturgutschutz in Deutschland weitergeführt werden. Der Deutsche Kulturrat stellt das Buch „Altes Zeug: Beiträge zur Diskussion zum nachhaltigen Kulturgutschutz“, herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler, ab sofort kostenfrei zum Download (E-Book) zur Verfügung.
Weitere Informationen: www.kulturrat.de/...

8. BMBF Bekanntmachung zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes – eHeritage
Ziel ist es, für die Forschung relevante Objekte des kulturellen Erbes in größerem Umfang zu digitalisieren, zu erschließen, und der Wissenschaft zugänglich zu machen. Die Digitalisierung von zweidimensionalen textbasierten Objekten wird ausgeschlossen. Es gibt zwei Förderlinien: I Konzepte (Erstellung von Digitalisierungskonzepten, bis zu 9 Monate förderfähig), und II Digitalisierung (Umsetzung von Digitalisierungskonzepten, bis zu drei Jahren förderfähig). Insbesondere erwünscht sind Fragestellungen aus den Kleinen Fächern. Antragsfrist ist der 31. Juli (Förderlinie I, einstufig) und der 30. September (Förderlinie II, zweistufig). Die Förderung erfolgt im Kontext des Rahmenprogramms für die Geistes- Kultur und Sozialwissenschaften im Themenschwerpunkt „Das kulturelle Erbe – von der Forschung bis zur Bildung“.
Weitere Informationen: www.bmbf.de/...

9. BMBF: „Kleine Fächer – Große Potenziale“
Das BMBF hat am 21. Juni die Richtlinie zur Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Kleinen Fächern herausgegeben. Gefördert werden jährlich bis zu zehn exzellente Nachwuchswissenschaftler/innen, die sich für den Zeitraum von drei Jahren mit selbstgewählten, neuen innovativen und gegebenenfalls interdisziplinären Forschungsfragen zu beschäftigen. Zu den Kleinen Fächern gehören auch Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Erste Antragsfrist (von drei) ist der 15. September 2016.
Weitere Informationen: www.bmbf.de/...

10. Neue Kompetenzagenda der EU-Kommission
Die EU-Kommission hat eine neue, umfassende europäische Kompetenzagenda verabschiedet. Die Agenda soll gewährleisten, dass Bürgerinnen und Bürger vom frühesten Kindesalter an ein breites Spektrum von Kompetenzen erwerben, so dass das Humankapital Europas optimal genutzt wird, was wiederum Beschäftigungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum in Europa fördert. Dazu wurden eine „Kompetenzgarantie“ beschlossen, die aus insgesamt 10 Maßnahmen besteht. Konkret heißt es zum Thema Weiterbildungsangebote für Erwachsene und Kooperationen, dass vielseitige Partnerschaften angeregt werden sollen. Darin werden auch Bibliotheken genannt.
Weitere Informationen: www.ec.europa.eu/...

11. IFLA: Beitrag der Bibliotheken zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen
Im September 2015 verabschiedeten die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Auch Bibliotheken spielen eine wesentliche Rolle bei der Erfüllung der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Zur Unterstützung der politischen Arbeit hat die IFLA eine Broschüre "Das Recht auf Zugang zu Informationen und Chancen für alle" sowie ein Handout "Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen" von Beispielen und Empfehlungen für die Politik veröffentlicht, die den Beitrag der Bibliotheken an den UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) demonstriert. Beide Publikationen stehen in deutscher Sprache zum Download zur Verfügung: www.ifla.org/...
Weitere Informationen: www.bibliotheksportal.de/...

12. Internationale Bibliothekswelt begrüßt Aussage zu Vergleichbarkeit von E-Ausleihe mit herkömmlicher Ausleihe

In einer gemeinsamen Presseerklärung begrüßen IFLA, EBLIDA, LIBER,  PL2020, und Europeana die Einschätzung des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs vom 16. Juni, dass das Verleihen von E-Books mit dem Verleihen von gedruckten Büchern vergleichbar sei. Bei dem  aktuellen Rechtsstreit zwischen der Vereniging Openbare Bibliotheken (VOB), dem Verband der Öffentlichen Bibliotheken in den Niederlanden und der Stichting Leenrecht, die sich mit der Vergütung von Urhebern befasst geht es um die Klärung der Frage, ob die Europäische Verleihrichtlinie auch E-Books umfasst. Der dbv begrüßt diese Einschätzung ebenfalls, da das Urteil auch Auswirkungen auf die Rechtslage in Deutschland haben wird, und wartet mit Spannung auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes.
Weitere Informationen: www.ifla.org/...
und www.curia.europa.eu/...

Impressum

Dieser Newsletter ist ein kostenloser Service des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (knb). Wir freuen uns über Ihre Anregungen oder Kommentare.

Redaktion:

Maiken Hagemeister, Leitung Kommunikation
Julia Schabos, Projektkoordinatorin
Barbara Schleihagen, Geschäftsführerin
Natascha Reip, Referentin für politische Kommunikation
Kathrin Hartmann, Koordinatorin des knb
Julia Borries, Referentin für EU- und Drittmittel im knb
Elena Stöhr, Redakteurin Bibliotheksportal im knb
Esther Israel, Referentin der Geschäftsführung

newsletter@bibliotheksverband.de

Für den Inhalt der externen Internetseiten sind wir nicht verantwortlich.
V.i.S.d.P: Barbara Schleihagen, Geschäftsführerin
ISSN 2196-3924

Hier können Sie den Newsletter des dbv abbestellen: www.bibliotheksverband.de/dbv/newsletter.html