dbv-Newsletter Nr. 100 2017 (20. Juli)

Editorial

Hurra! Heute verschicken wir den 100. Newsletter! Zeit für ein paar Informationen: Seit 2013 erscheint der dbv-Newsletter in dieser Form alle 14 Tage mit jeweils 12 Meldungen aus deutscher und internationaler Politik, Kultur, Wissenschaft, Bildung  und Bibliothekswelt. Bis heute haben wir 3.400 Abonnenten gewinnen können. Wir hoffen, Sie bleiben bei uns für die nächsten 100 Newsletter!

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Inhaltsübersicht

1. „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ wird fortgesetzt: dbv-Konzept ausgewählt
2. Universitäten in Baden-Württemberg und Berlin kündigen Elsevier-Verträge
3. EU-Parlament verabschiedet Marrakesch-Vertrag
4. Grünes Licht für das WLAN
5. Kostenlose Akademie für Leseförderung in Hannover am 8.11.2017
6. Lesestart für Flüchtlingskinder: regionale Fachtage der Stiftung Lesen
7. Dossier veröffentlicht: "Kulturelle Bildung digital - Vermittlungsformen, ästhetische Praxis und Aus- und Weiterbildung"
8. Erstes Filmstreaming in Öffentlichen Bibliotheken (VÖBB) gestartet
9. IFLA veröffentlicht Bericht zu Entwicklung und Zugang zu Informationen (DA2I)
10. Publikation: „Integration und Flüchtlingshilfe fördern lassen“, Kostenfreies E-Book zum Download
11. Förderung: Provenienzforschung im Bereich NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut
12. Fünf Gesetze der Bibliothekswissenschaft – auch nach 115 Jahren noch top aktuell


1. „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ wird fortgesetzt: dbv-Konzept ausgewählt
Das neue Konzept „Total digital! Lesen und erzählen mit digitalen Medien“, das der Deutsche Bibliotheksverband für die zweite Förderphase des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ (2018-2022) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eingereicht hat, wurde von einer externen Expertenjury zur Förderung vorgeschlagen. Der dbv stellt nun den finalen Förderantrag beim BMBF, um ab dem 1. Januar 2018 weitere Projekte lokaler Bündnisse zu digitaler Leseförderung unterstützen zu können. Insgesamt wurden Konzepte von 32 bundesweit tätigen Einrichtungen ausgewählt.
Weitere Informationen: http://www.buendnisse-fuer-bildung.de/de/kultur-macht-stark-2018-2022--833.php

2. Universitäten in Baden-Württemberg und Berlin kündigen Elsevier-Verträge
Die Universitäten in Baden-Württemberg haben geschlossen gemeldet, den Vertrag mit dem Verlag Elsevier zum Jahresende zu kündigen. Ebenso lassen zum Jahresende die drei großen Berliner Universitäten (Freie Universität, Humboldt-Universität, Technische Universität) sowie die Charité – Universitätsmedizin Berlin ihre Verträge auslaufen. Vorausgegangen war, dass im Rahmen des bundesweiten DEAL-Projektes bisher keine Einigung mit Elsevier erzielt werden konnte.
Weitere Informationen: http://www.bibliotheksportal.de/service/nachrichten/einzelansicht/article/universitaeten-in-berlin-und-baden-wuerttemberg-kuendigen-elsevier-vertraege.html

3. EU-Parlament verabschiedet Marrakesch-Vertrag
Nachdem sich die Verhandlungsführer der EU-Gremien am 10. Mai auf zwei Gesetzestexte zur Umsetzung des Marrakesch-Vertrages innerhalb der EU und mit Drittstaaten außerhalb der EU verständigt hatten, haben am 6. Juli das EU-Parlament mit über 600 Stimmen sowie am 17. Juli der Rat der EU die lange diskutierten Urheberrechtsausnahmen für Blinde und Sehbehinderte verabschiedet. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen die Regelungen nun innerhalb eines Jahres implementieren. Neben den europäischen und internationalen Blinden- und Bibliotheksverbänden hat sich auch der Deutsche Bibliotheksverband bei den politischen Akteuren intensiv für eine Umsetzung des Marrakesch-Vertrags eingesetzt.
Weitere Informationen: http://us9.campaign-archive2.com/?e=&u=e89f2b03e1c5beec6e43581dd&id=d1d6171c60#Marrakesh

4. Grünes Licht für das WLAN
Der Bundestag hat am 30. Juni 2017 die Abschaffung der „Störerhaftung“ von öffentlichem WLAN beschlossen. Die Änderung wird nach Verkündung voraussichtlich noch in diesem Sommer in Kraft treten. Dies bedeutet, dass Anbieter von freiem WLAN, solange sie nicht selbst einen Verstoß gegen Rechte anderer (z.B. das Urheberrecht) mitverschuldet haben, nicht mehr dafür haften. Warnungen oder Beschränkungen des Datenvolumens sind ebenso wenig erforderlich wie die Speicherung von Nutzerdaten. Für Bibliotheken, die ihr WLAN über einen privaten Betreiber anbieten, ändert sich nichts.
Weitere Informationen: http://www.bibliotheksverband.de/fachgruppen/kommissionen/recht/rechtsinformationen.html

5. Kostenlose Akademie für Leseförderung in Hannover am 8. November 2017
Kinder und Jugendliche wissen selbst am besten, was ihre Altersgenossen gerne lesen und lassen sich von Gleichaltrigen zum Lesen motivieren. Wegen der großen Bedeutung dieses Peer-to-Peer-Effekts führt die Akademie für Leseförderung Niedersachsen ihre dritte Herbstakademie unter dem Schwerpunkt „Kinder und Jugendliche als Akteurinnen und Akteure in der Leseförderung“ durch. Weitere Informationen: http://www.alf-hannover.de/veranstaltungen

6. Lesestart für Flüchtlingskinder: regionale Fachtage der Stiftung Lesen
Im Rahmen des bundesweiten Programms „Lesestart für Flüchtlingskinder“ veranstaltet die Stiftung Lesen im Herbst 2017 wieder Fachtage zum Thema „Lesen bringt uns weiter – regionaler Fachtag für Erstaufnahmeeinrichtungen und Netzwerkpartner“. Workshops und regionale Best-Practice-Beispiele sollen den Teilnehmenden Anregung für die konkrete Arbeit mit geflüchteten Familien und Kindern geben. Die Fachtage finden am 10. Oktober in Würzburg, am 17. Oktober in Hannover, am 8. November in Königswinter und am 15. November in Leipzig statt. Um eine verbindliche Anmeldung wird bis zum 1. August 2017 gebeten, die Teilnahme ist kostenlos.
Weitere Information: http://www.lesestart-fuer-fluechtlingskinder.de/vernetzung/fachtage/

7. Dossier veröffentlicht: "Kulturelle Bildung digital – Vermittlungsformen, ästhetische Praxis und Aus- und Weiterbildung"
In Weiterführung und Ergänzung des 10. Dialogforums vom 6. Juli veröffentlicht der Deutsche Kulturrat das Online-Dossier Nr. 6  von "Kultur bildet." mit Beiträgen zur filmpädagogischen Arbeit in der digitalen Gesellschaft, der Digitalisierung für die Medienpädagogik sowie für die Ausbildung von Medienpädagoginnen und -pädagogen. Das Dossier beschreibt ebenfalls Ansätze zum Umgang mit Hass-Postings, Fake News und konfrontativer Meinungsmache im Social Web.
Weitere Informationen: http://www.kultur-bildet.de/artikel/online-dossier-nr-6-kulturelle-bildung-digital-vermittlungsformen-aesthetische-praxis-und

8. Erstes Filmstreaming in Öffentlichen Bibliotheken (VÖBB) gestartet
Das Portal „Filmfriend“ wurde gemeinsam vom Projekt „Digitale Welten“ des VÖBB und der filmwerte GmbH (Babelsberg) entwickelt und kann auch durch andere Bibliotheken Deutschlands lizensiert werden. Die Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer können sich über ihre Nutzernummer anmelden und über 500 Spielfilme, Dokumentationen, Serien und Kinderfilme ansehen. Das Angebot soll ständig erweitert werden.
Weitere Informationen: https://www.filmfriend.de/

9. IFLA veröffentlicht Bericht zu Entwicklung und Zugang zu Informationen (DA2I)
Am 17. Juli hat der internationale Verband IFLA seinen Bericht zu Entwicklung und Zugang zu Informationen (DA21) in der New York Public Library im Rahmen des hochrangigen politischen Forums zu nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen vom 10.-19. Juli vorgestellt. Der Bericht verfolgt die Fortschritte in den Ländern bei der Förderung des Zugangs zu Informationen als Bestandteil der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und ist darauf ausgerichtet, die Sichtbarkeit von Bibliotheken im Kontext der 2030 Agenda der Vereinten Nationen zu erhöhen. Er soll ebenfalls als Lobbyinstrument für Bibliotheken auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene dienen.
Weitere Informationen (in engl. Sprache): https://da2i.ifla.org/

10. Publikation: „Integration und Flüchtlingshilfe fördern lassen“, Kostenfreies E-Book zum Download
Vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Ereignisse im Sommer 2015 kam es vielerorts zu einer Bündelung von Anstrengungen zugunsten der Integration von Menschen mit Fluchterfahrungen. Auch innerhalb der Stiftungslandschaft wurden vermehrt Ressourcen für integrative Angebote bereitgestellt. Einen aktuellen Überblick sowohl fördernder Stiftungen als auch Fonds, die sich in diesem Bereich engagieren, findet sich in der umfangreichen Zusammenstellung von Friedericke Vorhof, die zum kostenfreien Download bereitsteht.
Weitere Informationen: http://www.ehrenamtsbibliothek.de/literatur/pdf_1443.pdf

11. Förderung: Provenienzforschung im Bereich NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut
Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg stellt Fördermittel für Forschungsprojekte zur Provenienzforschung von NS-Raubgut zur Verfügung. Das Zentrum fördert systematische Bestandsprüfungen und Grundlagenforschung zum historischen Kontext des NS-Kulturgutraubs sowie die Erschließung von Archivbeständen und die Rekonstruktion von privaten Sammlungen oder Beständen, die während der NS-Herrschaft verfolgungsbedingt entzogen, aufgeteilt oder zerstört wurden. Die nächste Antragsfrist für langfristige Forschungsprojekte endet am 1. Oktober 2017. Einzelfallbezogenen, kurzfristigen Forschungsbedarf fördert das Zentrum ohne Frist ganzjährig.
Weitere Informationen: https://www.kulturgutverluste.de/Webs/DE/Forschungsfoerderung/Projektfoerderung-Bereich-NS-Raubgut/Index.html

12. Fünf Gesetze der Bibliothekswissenschaft – auch nach 115 Jahren noch top aktuell
Indien gedenkt am indischen Librarians‘ Day am 9.08 dem 125. Geburtstag seines berühmten Begründers der Bibliothekswissenschaft S. R. Ranganathan. Der Großvater des Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar hat 1932 die „fünf Gesetze der Bibliothekswissenschaft“ veröffentlicht, die bis heute weltweit unvergessen sind: 1. Bücher sind zum Benutzen da, 2. Jedem Buch seinen Leser, 3. Jedem Leser sein Buch, 4. Die Zeit des Lesers sparen, 5. Eine Bibliothek ist ein wachsender Organismus.
Weitere Informationen: https://www.youtube.com/watch?v=5XbTxaEnJb8 

Impressum

Dieser Newsletter ist ein kostenloser Service des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (knb). Wir freuen uns über Ihre Anregungen oder Kommentare.

Redaktion:

Maiken Hagemeister, Leitung Kommunikation
Esther Israel, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Natascha Reip, Referentin für politische Kommunikation
Barbara Schleihagen, Bundesgeschäftsführerin
Kathrin Hartmann, Koordinatorin des knb
Hella Klauser, Referentin für Internationale Kooperation im knb
Elena Stöhr, Projektkoordinatorin Bibliotheksportal im knb

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ISSN 2196-3924

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