dbv-Newsletter Nr.8.2013 (18. Juli)

Sondernummer IFLA-Spezial

Editorial

‚Future Libraries – infinite possibilities-Bibliotheken der Zukunft - unbegrenzte Möglichkeiten‘ lautet das Thema des diesjährigen Weltkongresses des internationalen Bibliotheksverbandes IFLA in Singapur, über den wir in dieser Sondernummer des dbv-Newsletter informieren.
Aktuelles von der IFLA und vom Kongress sowie über die deutsche Beteiligung stellen wir Ihnen vor. Wir informieren über die innovative und inspirierende Bibliotheksarbeit im Inselstaat Singapur  – und wir verraten Ihnen, wie Sie am Kongressgeschehen aktuell teilnehmen können, auch wenn Sie nicht vor Ort sind. Für diejenigen, die nicht nach Singapur reisen, sondern gleich ganz hoch hinaus wollen, hat die internationale Bibliothekswelt natürlich auch einen Tipp parat: wie wäre es - mit bibliothekarischer Anleitung, versteht sich - mit einer kleinen Tour durchs All? http://oedb.org/ilibrarian/a-librarians-guide-to-space-tourism-32-resources/ - das schließt den Kreis zum Kongressthema ‚future libraries – infinite possibilities‘ – wir wünschen astronomisches Lesevergnügen!
Ihr dbv-Newsletter Team


Inhaltsübersicht

1. Weltkongress IFLA 2013 in Singapur
2. Aktuelle Berichterstattung vom Kongress nach Deutschland
3. Deutsche Beteiligung in Gremien der IFLA
4. Treffpunkt in Singapur: der 'Goethe-Stand'
5. Bibliothekstour in Singapur der besonderen Art  
6. Deutsche Sprache und IFLA
7. IFLA Trend-Report
8. Elektronische Ausleihe und Ebooks   
9. Bibliotheken in Singapur
10. National Library Board in Singapur
11. PictureSG: eine visuelle Erinnerung
12. Mehr über Bibliotheken im Fernen Osten: der CDNLAO Newsletter 


      1. Weltkongress  IFLA 2013 in Singapur
Im August eines jeden Jahres kommt die internationale Bibliothekswelt zu dem jährlichen Weltkongress des internationalen Bibliotheksverbandes IFLA zusammen. In diesem Jahr wird die 79. Konferenz, die rund 4000 Teilnehmer erwartet, vom 17.-22. August 2013 in Singapur stattfinden.  Aus Deutschland werden rund 65 Teilnehmer dabei sein, die sich durch Vorträge, Poster-Präsentationen oder ihre Mitarbeit in den verschiedenen Verbandsgremien aktiv einbringen werden. Einige von ihnen erhalten eine Förderung über BI-International. Am Samstag, den 17. August, treffen sich die deutschsprachigen Delegierten zu einem Austausch im Rahmen des ‚Caucus-Meetings‘.  Der Kongress wird durch eine Reihe von Satellitenkonferenzen und einem Bibliotheksbesichtigungsprogramm ergänzt.
Weitere Informationen: http://conference.ifla.org/ifla79

2. Aktuelle Berichterstattung vom Kongress nach Deutschland
Wer nicht am IFLA-Weltkongress in Singapur live dabei ist,  kann das Kongress-Geschehen dennoch zeitnah, aktuell und in deutscher Sprache mitverfolgen! Das deutsche IFLA-Express-Team  wird vor Ort erstmals in diesem Jahr die Berichterstattung für ein deutschsprachiges Fachpublikum verstärken. Es wird über Themen, Veranstaltungen und Ereignisse während der Tagung berichten, die für Kolleginnen und Kollegen in Deutschland von besonderem Interesse sind.  Die aktuelle Berichterstattung aus Singapur wird über die Homepages der Fachverbände in Deutschland von BIB, dbv, VDB und BID, über das www.bibliotheksportal.de, die Website www.ifla-deutschland.de, über bi-international.de sowie diverse Fachblogs vom ersten Kongresstag an stattfinden.
Weitere Informationen: http://www.ifla-deutschland.de/

3. Deutsche Beteiligung in Gremien der IFLA 
Alle zwei Jahre werden die Fachgremien der IFLA im Wahlverfahren neu besetzt. Das Nominierungsverfahren für die Amtszeit 2013 – 2017 wurde im Juni abgeschlossen. Durch die überlappenden Amtszeiten sind nun 47 deutsche Vertreter in 44 IFLA-Sektionen Mitglied der Ständigen Ausschüsse; 7 Sektionen haben keine deutschen Vertreter. Auch für die oberste Ebene der IFLA, dem IFLA-Vorstand, wurde die deutsche Präsenz bestätigt: Barbara Lison, Direktorin der Stadtbibliothek Bremen, dbv-Vorstandsmitglied und Vorsitzende des deutschen IFLA-Nationalkomitees, wurde mit dem drittbesten Ergebnis überhaupt für die zweite  Amtszeit im IFLA-Vorstand 2013-2015 bestätigt. Die Präsidentschaft bei der IFLA wird die Finnin Sinika Sipiläe für die nächsten zwei Jahre übernehmen. Ihr wird die Amerikanerin Donna Scheeder als künftige IFLA-Präsidentin 2015-2017 nachfolgen.
Eine Auflistung der derzeitigen deutschen Vertreter in den IFLA-Gremien ist zu finden unter: http://www.ifla-deutschland.de/de/ifla_in_deutschland/gremienvertreter/sektionen.html

4. Treffpunkt in Singapur: der ‚Goethe-Stand‘
Als Treffpunkt  für die deutsche Delegation mit ihren internationalen Partnern auf dem Kongress hat sich der Stand des Goethe-Instituts, der in Singapur unter D 113 innerhalb der Firmenausstellung zu finden ist, bewährt. In diesem Jahr wird der Stand gemeinsam mit einigen deutschen Einrichtungen wie der TIB in Hannover, der Bayerischen Staatsbibliothek, der Deutschen Nationalbibliothek und der  SUB Hamburg betreut. Auch der europäische Bibliotheksverband EBLIDA wird sich auf dem Stand mit dem gemeinsamen Slogan ‚Library Services – Made in Germany‘ präsentieren. Kurze Präsentationen von deutschen Vertretern am Stand werden das Motto anschaulich vermitteln.  Vier Kurzvorträge von Vertretern der vier deutschen Bibliotheken wird es am Montag, den 19.August um 12 Uhr im Auditorium geben.
Weitere Informationen:  http://conference.ifla.org/ifla79/why-attend-ifla-wlic-2013

5. Bibliothekstour in Singapur der besonderen Art

Verbunden mit dem Fachprogramm während des Kongresses sind auch Bibliotheksbesichtigungen vor Ort. Am Freitag, den 24.August, bietet Ruth Soeding, Leiterin der Bibliothek der Deutsch-Europäischen Schule in Singapur, eine  Bibliothekstour durch internationale Schulen für  Kongressteilnehmer an. Die Tour beginnt mit der Besichtigung der drei Bibliotheken der British School, setzt sich mit der größten internationalen Schule, der Singapore American School und ihren vier Bibliotheken fort, besucht die beiden brandneuen Bibliotheken des United World College South East Asia (UWCSEA), um abschließend die australische internationale Schule und deren drei Bibliotheken zu besichtigen. Die Anmeldung zur Teilnahme an dieser Tour erfolgt bei der Kongressanmeldung vor Ort.
http://conference.ifla.org/ifla79/library-visits-programme 

6. Deutsche Sprache und IFLA
Sieben offizielle Sprachen gibt es bei der IFLA; neben Englisch als vorherrschender Kongress- und Austauschsprache sind es Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Französisch, Russisch und Spanisch. In diesem Jahr wird es auf dem Kongress erstmals kein deutsches Dolmetscherteam geben, das ausgewählte Vorträge in die deutsche Sprache übertragen wird. Für den  IFLA-Kongress 2014, der im August in Lyon, Frankreich, stattfinden wird, ist allerdings ein Dolmetscherteam wieder eingeplant, da hoffentlich zahlreiche deutsche KollegInnen (auch solche, die nicht regelmäßig in englischer Fachsprache kommunizieren) an dem Kongress teilnehmen werden.
Die offizielle englischsprachige Website der IFLA, ifla.org, bietet seit Anfang des Jahres auch eine spanischsprachige Version an. Am 8.Juli 2013 wurde nun auch eine französischsprachige Version freigeschaltet. Die Vorbereitungen und Planungen für eine deutschsprachige Version der IFLA-Website laufen. Bis diese erstellt ist, sind viele Informationen, Stellungnahmen, Berichte und Richtlinien der IFLA sowie Informationen über die IFLA-Aktivitäten in Deutschland über die Website IFLA-Deutschland zu finden.
Weitere Informationen: http://www.ifla-deutschland.de/

7. IFLA Trend-Report
Bibliotheken müssen laufend auf geänderte Nutzerinteressen, auf Budgetkürzungen, auf neue Medienarten, auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren. Nun hat IFLA mit einem ‚Trend-Bericht‘ vorausschauend agiert und Tendenzen und Trends festgehalten, die in naher Zukunft Einfluss haben können auf die Arbeit der Bibliotheken. Der Bericht soll zur Diskussion und zum Austausch anregen, damit die Bibliotheken die Herausforderungen der nächsten Jahre erkennen und darauf reagieren können. Kreativität und ‚content generation‘, Geschäftsmodelle für den Zugang und die Rechtehaltung von Inhalten, die Demokratisierung von Bildung sowie tragbare Technologien sind einige der Stichpunkte des Berichts. Der Entwurf des Berichts wird derzeit intern kommentiert und ergänzt. Die Endfassung soll während des Kongresses in Singapur vorgestellt werden und dann online verfügbar sein.
Weitere Informationen: http://www.ifla.org/news/ifla-hosts-trend-report-meeting-at-unam-mexico-city

8. Elektronische Ausleihe und Ebooks
Das Thema Ebooks und elektronische Ausleihe wird auch eine große Rolle spielen auf dem Weltkongress in Singapur. Gemeinsam mit dem europäischen Bibliotheksverband EBLIDA wird der Kongress am  Montag, den 19. August, ganztägig verschiedene Veranstaltungen zum Thema anbieten. Vorträge  zur politischen Perspektive und die Vorstellung nationaler Kampagnen zu Ebooks sind für den Vormittag geplant, während der Nachmittag im Zeichen praktischer Beispiele, wie Ebooks in Bibliotheken angeboten werden und welche Angebote sich daraus entwickelt haben, stehen wird.  IFLA  hat ein Online-Informationspaket  mit Positionspapieren und Hintergrundinformation  zum Thema ebooks und Bibliotheken zusammengestellt. 
Weitere Informationen: http://www.ifla.org/e-lending

9. Bibliotheken in Singapur
Bereits 2005 erhielt Singapur in der Publikation ‚Vorbildliche Bibliotheksarbeit in Europa, Singapur und den USA‘ ein eigenes Kapitel – kein Wunder, denn im Vergleich zu Stellenwert, Finanzierung und Innovation in Deutschland war und ist Singapur nach wie vor vorbildlich. In einem aktuellen englischsprachigen Artikel in IFLA-Journal werden die Bibliotheken in Singapur, das  Bibliothekssystem sowie die technologischen Entwicklungen und die Unterstützung durch die politischen Gremien vorgestellt. Auf dem Bibliotheksportal sind bei den Länderberichten weitere Berichte zu den Bibliotheken in Singapur zu finden.
Weitere Informationen: Vorbildliche Bibliotheksarbeit in Europa, Singapur und den USA: Internationale Best-Practice-Recherche (2005), Singapur: S. 61 – 88 http://www.bideutschland.de/download/file/bibliothek_2007/best_practice_recherche.pdf
IFLA-Journal: http://www.ifla.org/files/assets/hq/publications/ifla-journal/ifla-journal-39-2_2013.pdf  (Bibliotheken in Singapur; S. 103 – 121) http://www.bibliotheksportal.de/bibliotheken/bibliotheken-international/bibliotheksarbeit-weltweit/singapur.html

10. National Library Board in Singapur
Mit der Einrichtung einer zentralen Stelle 1995, des National Library Board (NLB), und der entsprechenden gesetzlichen Legitimierung gab es einen massiven Schub in der Bibliotheksentwicklung in Singapur hin zu einer zukunftsorientierten und innovativen Bibliotheks- und Informationsarbeit. Professionelle Beratung, enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen, Erstellung elektronischer Inhalte und intensive internationale Verflechtung, insbesondere mit China, Nordamerika, dem Mittleren Osten und Südostasien garantieren die fortschrittliche Arbeit. Ein aktueller Schwerpunkt des NLB in enger Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium ist ein umfassendes Programm zur Informationskompetenz. Seit November 2012 sind neben der Nationalbibliothek auch die nationalen Archive  dem NLB  zugeordnet.  Herr Gene Tan, Direktor des NLB sei November 2012 und Präsident des Bibliotheksverbandes Singapur, hat im BIX-Magazin 2012 fünf Fragen zur Zukunft der Bibliotheken beantwortet.
NLB: http://www.nlb.gov.sg/page/Corporate_portal_page_home
BIT-Online Sondernummer BIX 2012:
http://www.b-i-t-online.de/pdf/BIX2012.pdf (Interview Gene Tan, S. 20f)

11. PictureSG: eine visuelle Erinnerung
Eine Sammlung von Fotos und Kunstwerken verbirgt sich hinter dem Namen PictureSG.  Die Sammlung mit einem Grundstock von circa 20.000 Bildern, der ständig wächst, hält Informationen über die soziokulturellen und historischen Entwicklungen in Singapur vor. Sie wurde Ende 2011 vom National Library Board initiiert und online verfügbar gemacht.  Ziel ist es, anhand dieser Sammlung  das kulturelle Erbe zu sichern und breit zugänglich zu machen. Wegen der massiven Urbanisierung des Inselstaates sind die Fotos häufig die einzige Erinnerungsquelle an frühere Bauten, Straßenzüge, Lebensstile oder Veranstaltungsformen. Die Besucher werden eingeladen, Informationen zu den Bildern anzufügen und eigene Bestände beizutragen.
Weitere Informationen: http://pictures.nl.sg/

12. Mehr über Bibliotheken im Fernen Osten: der CDNLAO Newsletter
Wer mehr wissen möchte über die Bibliotheken und ihre Entwicklungen in dieser fernen Weltregion, der kann sich über den kostenlosen Newsletter CDNLAO (Conference of Directors of National Libraries in Asia and Oceania) auf dem Laufenden halten. In den drei Ausgaben pro Jahr  findet sich jeweils ein Schwerpunktthema; beispielsweise zur Leseförderung in der nächsten Ausgabe. Die Newsletter sind in englischer Sprache.
Weitere Informationen: http://www.ndl.go.jp/en/cdnlao/newsletter/index.html

Impressum

Dieser Newsletter ist ein kostenloser Service des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (KNB).
Wir freuen uns über Ihre Anregungen oder Kommentare.
Weitere aktuelle Informationen aus dem Deutschen Bibliotheksverband, den Bibliotheken, den EU-Gremien und der internationalen Bibliothekswelt finden Sie auf dem dbv-blog: http://www.bibliotheksverband.de/blog/  

Redaktion:
Maiken Hagemeister, Leitung Kommunikation
Hella Klauser, Leitung Internationale Kooperation, Kompetenznetzwerk für Bibliotheken
Natascha Reip, Politische Kommunikation
Miriam Schriefers, EU- und Drittmittelberatung, Kompetenznetzwerk für Bibliotheken
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V.i.S.d.P: Barbara Schleihagen, Geschäftsführerin
ISSN 2196-3924

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