dbv-Newsletter Nr.16.2013 (19.Dezember)

Editorial

 

Editorial

Norwegens Wege bei der Digitalisierung sind beispielhaft. In den nächsten Jahren werden dort alle Publikationen, die je im Land erschienen sind, digitalisiert.  Das Besondere: Der Vertrag mit den Rechteinhabern sieht vor, dass alle Nutzer einer norwegischen IP-Adresse alle digitalisierten Bücher, die vor dem Jahr 2001 gedruckt worden sind, kostenlos online lesen können, auch zeitgleich und ohne Begrenzung. Die Rechteinhaber urheberrechtsgeschützter Werke erhalten dafür eine Vergütung. Es solle getestet werden, inwieweit diese Art von Zahlungsmodell für freien Online-Zugriff dauerhaft tragfähig ist. goo.gl/U61Uts

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Inhaltsübersicht

1. Deutsche Internetbibliothek wird zum 31.12.2013 eingestellt
2. Neue Zusatzvereinbarung zwischen dbv und vbnw unterzeichnet
3. Ausschreibung zu „Lesen macht stark“ läuft noch bis 15. Januar 2014
4. Internationale Konferenz "Digital Literacy 2.0" am 22. Januar 2014 in Berlin
5. Konferenz „Erfolgsfaktor Bibliotheksstrategien“ am 20. Februar 2014
6. Symposium für Jugendliteratur am 15. März 2014 in Leipzig

7. Vergleichsstudie zum Kultursponsoringmarkt 2013
8. BKM fördert mit rund 1,1 Millionen Euro weitere 15 Projekte der Provenienzforschung zu NS-Raubkunst
9. IFLA-Weltkongress 2014 vom 16.-22. August 2014 in Lyon:  Call for Papers und Reisekostenzuschüsse
10. UNESCO nimmt IFLA-Empfehlungen zu Angeboten für Menschen mit Seh- und Lesebehinderungen an
11. IFLA veröffentlicht Stellungnahme zur Nutzung elektronischer Inhalte
12. Erste Ausschreibungen für Horizon 2020 veröffentlicht


1. Deutsche Internetbibliothek wird zum 31.12.2013 eingestellt
Das Projekt „Deutsche Internetbibliothek“ (DIB) ist im Bereich der Öffentlichen Bibliotheken eines der ganz wenigen Kooperationsmodelle, das bundesweit erfolgreich durchgeführt wurde. Die zehnjährige Erfolgsgeschichte der DIB hat gezeigt, dass Kooperation unter Öffentlichen Bibliotheken auch über enge Kommunalgrenzen hinweg möglich ist und dem Kunden so gemeinsam ein moderner Service geboten werden kann. Die DIB begann in 2003 als ein Projekt der Bertelsmann-Stiftung gemeinsam mit dem Bibliotheksverband und 70 Öffentlichen Bibliotheken. Ab 2008 wurde die Fortführung nach verschiedenen Zwischenlösungen durch die vollständige Übernahme durch das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) gesichert. Mittlerweile ermöglichen die technische Entwicklung und der bessere Wissensstand den Nutzern, selbst qualitativ hochwertige Angebote im Internet zu erkennen, so dass ein durch Bibliotheken geprüfter und kommentierter Linkkatalog nicht mehr notwendig erscheint. Obwohl es noch ein großes Nutzerinteresse an der E-Mail-Auskunft zu geben scheint, zeichnet sich hier kein Geldgeber ab, mit dem durch überregionales Marketing ein solches Angebot eine viel größere Aufmerksamkeit erfahren könnte. Daher empfahl der Vorstand des dbv auf Grundlage der Empfehlungen des Beirats der DIB sowie des DIB-Anwendertreffen vom 15.03.2013 in Leipzig dem BSZ unter Würdigung der großen Verdienste und des Engagements aller Beteiligten, die sich in den letzten 10 Jahren so intensiv für die Fortführung der DIB eingesetzt haben, die Einstellung des Projektes „Deutsche Internetbibliothek“. Das BSZ hat sich dazu entschlossen, dieser Empfehlung zu folgen und die „Kooperationsvereinbarung über den Betrieb der Deutschen Internetbibliothek“ zum 31.12.2013 kündigen. Die DIB wird zu diesem Zeitpunkt ihren Betrieb einstellen. Der Deutsche Bibliotheksverband dankt allen beteiligten Bibliotheken und dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg sehr herzlich für ihr großes Engagement in den letzten 10 Jahren!

2. Neue Zusatzvereinbarung zwischen dbv und vbnw unterzeichnet
Zwischen dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv) und dem Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen (vbnw) wurde am 29.11.13 in Berlin nach Zustimmung durch beide Mitgliederversammlungen eine neue Zusatzvereinbarung zum Kooperationsvertrag von 1973 unterzeichnet. Sie sieht eine Laufzeit bis 2017 vor sowie die stufenweise Anpassung des verbleibenden Mitgliederbeitraganteils im vbnw von derzeit 50% auf 35%. Der vbnw fungiert zugleich als der Landesverband des dbv in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, eine Gleichstellung aller Landesverbände im dbv bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Derzeit erhalten alle anderen Landesverbände 10% der Mitgliedsbeiträge, die der dbv im jeweiligen Bundesland einnimmt. In 2015 ist eine Anhebung auf 20% vorgesehen.

3. Ausschreibung zu „Lesen macht stark“ läuft noch bis 15. Januar 2014
Noch bis zum 15. Januar 2014 haben interessierte Bibliotheken die Möglichkeit, sich um Fördermittel im Rahmen von „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ zu bewerben. Das Projekt – ein gemeinsames Vorhaben mit der Stiftung Digitale Chancen“ – richtet sich an bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren. Fünf außerschulische Angebote schlagen dabei die Brücke von alltäglicher Mediennutzung zur Leseförderung und greifen die Interessen der Zielgruppe auf. Die nächste Ausschreibungsrunde läuft von 01. April 2014 bis 15. Mai 2014
Weitere Informationen: https://foerderung.buendnisse-fuer-bildung.de/

4. Internationale Konferenz "Digital Literacy 2.0" am 22. Januar 2014 in Berlin
Auf der deutsch/englischen Konferenz werden die Ergebnisse des europäischen Projekts "Digital Literacy 2.0“ präsentiert. Im Zentrum des Projekts standen der zweistufige Ansatz „Trainer trainieren & Nutzer qualifizieren“ und die Umsetzung der Maßnahmen an non-formalen Bildungsorten wie Bibliotheken, Gemeindezentren oder sozialen Einrichtungen. Um die Zielgruppe der benachteiligten Erwachsenen zu erreichen, wurden im ersten Schritt Multiplikatorinnen und Multikplikatoren qualifiziert.
Weitere Informationen: www.digital-literacy2020.eu

5. Konferenz „Erfolgsfaktor Bibliotheksstrategien“ am 20. Februar 2014
Gesellschaftliche und technologische Entwicklungen fordern öffentliche Bibliotheken heraus. Wie soll sich die einzelne Bibliothek vor Ort positionieren? Welche Rollen spielen dabei Umfeld, Partner, Kunden und Politik? Können lokale, regionale oder nationale Strategien bei der Zukunftssicherung helfen? Der Deutsche Bibliotheksverband, der Berufsverband Information Bibliothek und die ekz.bibliotheksservice GmbH laden ein zur Konferenz „Chancen 2014: Erfolgsfaktor Bibliotheksstrategie“ am 20. Februar 2014 in Berlin, um gemeinsam Antworten auf diese Fragen zu finden. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und aus der Fachwelt teilen und diskutieren ihre Erfahrungen mit dem Publikum. Als internationalen Gast freuen wir uns auf Inga Lundén, Direktorin der Stockholmer Stadtbibliothek. Im Rahmen eines World Cafés erhalten die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer darüber hinaus die Möglichkeit, im intensiven Austausch ihre eigenen Erfahrungen einzubringen und Lösungen zu erarbeiten.Die eintägige Veranstaltung hat zum Ziel, mehr Bewusstsein für die Notwendigkeit durchdachter Bibliotheksstrategien und für ihre Überzeugungskraft zu schaffen. Denn: Strategien machen Bibliotheken erfolgreicher. Die Kosten betragen 49 Euro pro Person. Interessierte Teilnehmer können eine kostenlose Sonderausgabe der Publikation "Bibliotheken strategisch steuern" erhalten. Die Bestellung erfolgt über die Online-Anmeldung.
Weitere Informationen:http://www.ekz.de/index.php?id=6469

6. Symposium für Jugendliteratur am 15. März 2014 in Leipzig
Das alljährliche Symposium des Arbeitskreises für Jugendliteratur auf der Leipziger Buchmesse beschäftigt sich 2014 mit dem Thema „Literacy“. Es findet am 15. März 2014 von 10.30 bis 13.30 Uhr im Saal 4 des Congress Centers Messe Leipzig statt. Unter Leitung von Regina Pantos erörtern Prof. Dr. Stefan Brée, Prof. Dr. Kümmerling-Meibauer und Sylvia Näger Rahmenbedingungen für Literacy-Erziehung in der frühen Kindheit. Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos.
Weitere Informationen:www.jugendliteratur.org

7. Vergleichsstudie zum Kultursponsoringmarkt 2013
Eine von der Causales – Gesellschaft für Kulturmarketing und Kultursponsoring mbH durchgeführte Kultursponsoring-Markt-Vergleichsstudie 2013 bietet neue Erkenntnisse: So sind 80% der Kulturanbieter an Sponsoring interessiert, 2010 waren es noch 65%,  Sponsoring-Aktivitäten werden in Marketing- oder PR-Abteilungen innerhalb der Kulturinstitution realisiert. Sponsoring aus der Wirtschaft kommt vorrangig aus der Region: sie agieren als „good citizens“ in ihrem näheren Umfeld.
Weitere Informationen: www.kulturmarken.de/fachwissen/causales-studien/2111-der-kultursponsoringmarkt-2013

8. BKM fördert mit rund 1,1 Millionen Euro weitere 15 Projekte der Provenienzforschung zu NS-Raubkunst
Anlässlich seines fünfjährigen Bestehens hat der Beirat der “Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung“ (AfP) die Förderung von 15 weiteren Projekten mit einem Gesamtvolumen von rund 1,1 Millionen Euro aus dem Etat des Kulturstaatsministers (BKM) beschlossen. Gefördert werden u.a. die Universitätsbibliothek Rostock, die Universitätsbibliothek Potsdam und die Stadtbibliothek Bautzen.
Weitere Informationen unter: www.kulturportal-deutschland.de/kp/artikel.html?artikelid=6037

9. IFLA-Weltkongress 2014 vom 16.-22. August 2014 in Lyon:  Call for Papers und Reisekostenzuschüsse
Die verschiedenen Sektionen der IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions) rufen mittels themenspezifischer „Calls for Papers“ zur Einreichung von Vortragsvorschlägen für den 80. IFLA-Weltkongress Bibliothek und Information in Lyon auf. Zudem können Vorschläge für Kurzpräsentationen eingereicht werden. Vortragende und anderweitig an der Veranstaltung Beteiligte können ab sofort bis 15. Februar 2014 beim IFLA-Nationalkomitee Reisekostenzuschüsse beantragen.
Weitere Informationen: http://conference.ifla.org/ifla80/programme-and-proceedings und http://www.ifla-deutschland.de/de/ifla_konferenzen/reisekosten.html

10. UNESCO nimmt IFLA-Empfehlungen zu Angeboten für Menschen mit Seh- und Lesebehinderungen an
Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur UNESCO hat auf ihrer 37. Vollversammlung im November 2013 in Paris die Empfehlungen der IFLA zu Informationskompetenz und Bibliotheksdienstleistungen für Menschen mit Seh- bzw. Lesebehinderung angenommen. Die Mitgliedsstaaten sind nun angehalten, die Empfehlungen umzusetzen.
Weitere Informationen: http://www.ifla.org/node/8208

11. IFLA veröffentlicht Stellungnahme zur Nutzung elektronischer Inhalte
In einer Stellungnahme fordert die IFLA, die Regelungen des Urheberrechts den Anforderungen der digitalen Gesellschaft in geeigneter Form anzupassen. Sie macht darauf aufmerksam, dass das sogenannte „Text and Data Mining“ zu einem unverzichtbaren Werkzeug des Erkenntnisgewinns und der schöpferischen Arbeit geworden ist.
Weitere Informationen: http://www.ifla.org/publications/ifla-statement-on-text-and-data-mining-2013 

12. Erste Ausschreibungen für Horizon 2020 veröffentlicht
Die EU-Kommission hat am 11.12.2013 die ersten Ausschreibungen für Horizon 2020 - das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union - veröffentlicht.
Weitere Informationen: www.bibliotheksportal.de/themen/foerderdatenbank/nachrichten/nachrichten-detail/article/erste-ausschreibungen-fuer-horizon-2020-veroeffentlicht.html

 

 

 

 

 

 

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